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Canis lupus

Wolf.

Canis lupus : Übersicht
07-Oct-2002/14-Jan-07


Übersicht

Canis lupus
(Wolf).

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Der Wolf (Canis lupus) gehört zur Familie der Canidae und ist ein ursprünglich über ganz Eurasien und Nordamerika verbreiteter Wildhund mit mehreren Unterarten.

Der Wolf ist die Stammform aller Hunderassen. Ausgewachsene Wölfe erreichen eine Kopfrumpflänge von ein bis 1,6 Metern, eine Schwanzlänge von 30 bis 50 Zentimetern und ein Gewicht von 15 bis 80 Kilogramm. Das Fell ist variabel meist grau bis braun gefärbt und hat oberseits schwarze, unterseits weiße Flecken. In der Arktis leben ganz weiße Tiere, im Nordwesten Amerikas völlig schwarze Tiere. Wölfe haben ein kräftiges Raubtiergebiss und einen buschigen Schwanz. Sie unterscheiden sich durch einige Schädelmerkmale von den im Aussehen ähnlichen Haushundrassen.

Wölfe besiedeln sowohl Prärien, Wälder, Waldsteppen, Tundren als auch Gebirge. Sie leben in Familienrudeln mit strenger Rangordnung. Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbeltieren, Vögeln und gelegentlich auch Beeren, doch können Wölfe durch gemeinsame Hetzjagd auch Hirsche, Schafe und andere große Säugetiere angreifen. Dabei suchen sie sich meist kranke, schwache oder sehr junge Tiere aus, die leicht zu erlegen sind.

Der Bau des Wolfes kann eine Höhle, ein hohler Baumstamm, ein Dickicht oder ein selbst gegrabenes Erdloch sein. Die Fortpflanzungszeit ist im Frühjahr. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von 61 bis 63 Tagen meist vier bis sieben Junge zur Welt, die bei der Geburt 300 bis 500 Gramm wiegen. Gelegentlich werden die Jungen mit hervorgewürgter Nahrung gefüttert. Meist bleiben die Jungtiere bis zum folgenden Winter bei den Alttieren, manchmal auch länger. Geschlechtsreif werden Wölfe mit ein bis drei Jahren. Sie können im Freiland ein Alter von zehn Jahren, in Gefangenschaft von 20 Jahren erreichen.

Die Eltern mit den noch nicht geschlechtsreifen Jungtieren bilden ein Familienrudel, das sein durch Kot und Urin markiertes Revier gemeinsam verteidigt. Besonders im Winter sammeln sich größere Rudel. Das führende Männchen wird alpha-Männchen, sein Weibchen alpha-Weibchen genannt. Die ausgeprägte Sozialstruktur innerhalb eines Rudels äußert sich in vielen Verhaltensweisen, die als Droh- oder Demutsgebärden Dominanz oder Unterordnung signalisieren. Das Geheul dient sowohl der Kommunikation im Rudel als auch mit benachbarten Rudeln sowie der Revierabgrenzung. Daneben spielen visuelle und olfaktorische (den Geruchssinn betreffende) Signale für die Kommunikation eine wichtige Rolle.

Größere Bestände leben heute nur noch in Osteuropa, Asien, Alaska und Kanada. In Westeuropa kommen nur noch Restpopulationen vor. Auch in Ostdeutschland und in der Schweiz werden gelegentlich zugewanderte Wölfe beobachtet. In Norwegen wurden 1997 nach über 50 Jahren wieder Wolfsjunge nachgewiesen; 2001 gab Norwegen trotz der Proteste von Umweltschutzorganisationen wie dem World Wide Fund for Nature (WWF) die Jagd auf neun Wölfe frei. Da in Kroatien insbesondere 1998 wiederholt größere Wolfsrudel in Viehherden eindrangen, vermutete man, es könne hier bedingt durch den Krieg zu einer Bestandszunahme gekommen sein. Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der Wölfe in den italienischen Apenninen, wo 2000 nach Mitteilung der Zeitschrift Conservation Biology etwa 400 Wölfe lebten, in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch nur rund 100. Im Gegensatz zu Wölfen in Rumänien, Bulgarien und Russland hatten sich die italienischen Wölfe nach DNA-Analysen nicht mit Haushunden vermischt.

Der dennoch unübersehbare allgemeine Rückgang der Wolfsbestände ist auf die verstärkten Eingriffe des Menschen in seinen Lebensraum und die Bejagung zurückzuführen. Lange Zeit wurde der Wolf als Nahrungskonkurrent des Menschen und als gefährliches Raubtier angesehen. Tatsächlich meiden Wölfe die Nähe des Menschen. Wölfe spielen als Konsumenten höherer Ordnung eine wichtige Rolle in Nahrungsnetzen. Ihr Rückgang hat in einigen Gebieten zu einer starken Zunahme ihrer Beutetiere geführt. Wie 1999 in der Fachzeitschrift Nature berichtet wurde, bildeten nordamerikanische Wölfe am Oberen See in schneereichen Wintern größere Rudel aus etwa zwölf Tieren, in warmen Wintern dagegen Rudel aus vier bis fünf Tieren. Aufgrund der größeren Jagdverbände wurden in schneereichen Wintern mehr Elche erbeutet. Als Folge richteten Elche in warmen Wintern, die aufgrund der globalen Erwärmung häufiger werden, mehr Schäden an Nadelbäumen an.

Quelle(n): Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002; Encaylopaedia Britannica 2001 Deluxe u.a.

Literatur

Sachliteratur:
Der Wolf.
von Dimitrij Iwanowitsch Bibikow
Broschiert - 198 Seiten
Westarp Wissenschaften
Erscheinungsdatum: 2003
ISBN: 3894323809
Preis: EUR 24,95

Noch bis ins vorige Jahrhundert war der Wolf nahezu weltweit verbreitet. Durch unerbittliche Verfolgung ist er mittlerweile in vielen Gebieten ausgerottet worden. Im Bewußtsein der meisten West- und Mitteleuropäer spielt er bestenfalls noch als Zootier sowie Akteur zahlreicher Märchen, Fabeln und Abenteuergeschichten eine (zumeist wenig positive) Rolle. Auch in wissenschaftlichen Arbeiten der Vergangenheit kommt "Isegrim" schlecht weg, steht doch fast ausnahmslos die einseitige Darstellung der von ihm verursachten Schäden - oft stark emotional beeinflußt - im Vordergrund. Erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts trat ein Sinneswandel ein: Der Wolf wurde als aktive Komponente innerhalb der Lebensgemeinschaften der Natur akzeptiert und seine außerordentlich wichtige regulierende Funktion in unterschiedlichsten Ökosystemen erkannt.

Professor Bibikow, ein führender russischer Zoologe und anerkannter Wolfsexperte, berücksichtigte in der vorliegenden Monographie all diese neuen Erkenntnisse. Wichtigste Schlußfolgerungen der langjährigen Freilanduntersuchungen sind die Notwendigkeit einer ständigen Bestandsregulierung sowie entsprechende Organisierung und Strategie der Bestandslenkung und Steuerung der Populationsstruktur. Mit dem vorliegenden Band wird dem Leser Gelegenheit gegeben, sich über das gewandelte Wolfsbild eingehend zu informieren.

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Wölfe.
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Gebundene Ausgabe - 62 Seiten
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Gebundene Ausgabe - 154 Seiten
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White Wolf.
von Jim Brandenburg
Gebundene Ausgabe - 160 Seiten
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Erscheinungsdatum: Oktober 1998
ISBN: 3924044392
Preis: EUR 45,00
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