Die Entscheidung für einen Hund als Lebensgefährten sollte man sich
nicht zu leicht machen; vor dem Kauf eines Hundewelpen ist zu
berücksichtigen, dass man über mehr als ein Jahrzehnt für das Tier
sorgen muss. Deshalb sollte man sorgsam abwägen, ob ein Hund der
gewünschten Rasse hinsichtlich seines
Temperaments, Bewegungsbedarfs und seiner Größe geeignet ist.
Vor allem neue Hundehalter sollten grösste Sorgfalt walten lassen in
folgenden Situationen:
- Der eigene Nachwuchs verlangt einen Hund und verspricht hoch und
heilig, sich darum zu kümmern; das Argument, dass dies eine sehr
langfristige Verpflichtung ist, beeindruckt Kinder nur wenig, da sie
nur eine ungenaue Vorstellung von längeren Zeitspannen besitzen.
Sehr häufig bleibt die Pflege für das Tier dann doch an den Eltern
hängen, wenn das Kind den Unterschied zwischen "Stofftier"
und "Lebewesen" nicht rechtzeitig realisiert.
- Irgendwo laufen einem ach so süsse Welpen über den Weg,
womöglich bei einem Tierhändler oder beim Urlaub im Ausland; man
sollte ich klar machen, dass aus dem putzigen Fellknäuel bereits
nach kurzer Zeit ein ausgewachsenes Tier wird mit ganz eigenen
Vorstellungen von Auslauf, Bewegung und Aktivität. Insbesondere
solche potentiell unseriösen Quellen lassen einen häufig im
Unklaren, was eigentlich in etwa aus dem tapsigen Etwas werden wird.
Bevor man einen Hund beim Züchter oder durch einen Händler erwirbt,
sollte man zunächst einen Besuch in einem Tierheim in Erwägung ziehen.
Welpen gibt es hier zwar eher selten, dafür entfällt auch die aufwändige
Pflege eines Welpen in den ersten Wochen, es ist definitiv preiswerter
und man kann einem einsamen Lebewesen eine hoffentlich angemessene
Heimat schenken.
Bei seriösen Hundezüchtern erworbene Welpen sind geimpft und verfügen
über einen eingetragenen Stammbaum (Pedigree). Die meisten
Züchter sind in Dachverbänden organisiert (siehe
Organisationen und Verbände),
die über die Einhaltung bestimmter Mindest-Standards wachen.
Hunde vom Tierhändler sind potentiell industriell gefertigte
Produkte, die möglicherweise unter nicht artgerechten Umständen gehalten
und als Massenware verkauft werden; hier ist grösste Vorsicht geboten,
um der Industrialisierung der Hundeproduktion keinen Vorschub zu
leisten.
In Deutschland existiert ausserdem ein sehr lukrativer "grauer Markt"
für Hundewelpen. So gelangen jährlich etwa 80.000 bis 100.000 Hunde aus
Holland, Belgien, Polen, Tschechien und Ungarn unkontrolliert nach
Deutschland. Diese Welpen sind oftmals verhaltensgestört und krank, weil
sie unter tierquälerischen Bedingungen aufgezogen und zudem nicht selten
mit gefälschten Impfpässen und Ahnentafeln ausgestattet wurden.
Im Allgemeinen sollte man Welpen im Alter von sechs bis acht Wochen
kaufen, nachdem sie entwöhnt wurden und so weit entwickelt sind, dass
sie mit den Menschen eine Bindung knüpfen können; ein guter Zeitpunkt
scheint zwischen der achten und zehnten Woche zu liegen. Ab der 14.
Woche sollte man vorsichtig sein, da die Welpen ab dann zunehmend
schwerer auf den neuen Besitzer zu prägen sind als in einem jüngeren
Alter. Ausserdem gibt es leichte rassespezifische Unterschiede.
Grundvoraussetzungen dafür, dass ein Hund sich wohl fühlt, sind
gesunde Ernährung, viel Bewegung und liebevoller Umgang mit dem Tier.
Welpen dürfen beispielsweise keine Treppen herauf- oder
herunterklettern, da dies den Bewegungsapparat schädigen kann. Längere
Wanderungen sollten mit Welpen nicht unternommen werden, und
Fahrradtouren, bei denen der Hund am Rad mitläuft, sind erst ab etwa 12
Monaten empfehlenswert.
Welpen ergreift man nicht am Nackenfell, sondern hebt sie hoch, indem
man eine Hand unter die Vorderbeine hält und mit der anderen das
Hinterteil stützt. Sie müssen bis zum Alter von vier Monaten mehrmals
täglich gefüttert werden, später sind dann zwei Mahlzeiten pro Tag
ausreichend und angemessen.