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Rettungshunde

Canis lupus familiaris : Rettungshunde : Übersicht
07-Oct-2002/14-Jan-07


Übersicht

 

Ausbildung

Schnuppertraining

Nach einem ersten Besuch bei der Flächensuch-Ausbildung arbeitet das neue Team von Anfang an im praktischen Ausbildungsbetrieb mit und gewinnt so einen ersten Eindruck von der Ausbildung. Auch wird der Ausbildungsaufbau und die Ausbildungssystematik erläutert. Nicht jeder Hund bzw. Hundeführer ist für diese anspruchsvolle Ausbildung gleichermaßen geeignet.

Grundausbildung des Hundes

Ausbildungsinhalte:

  • Geländegängigkeit.
    Begehen von glatten und beweglichen Untergründen zum Beispiel Schutt, Geröll, Blech, Gitterrosten, Glas usw.
  • Gerätearbeit.
    Begehen von Leitern waagerecht und schräg; durchkriechen von Röhren; überqueren einer Wippe usw.
  • Gehorsamsarbeit.
    Fußgehen angeleint und frei; Sitz; Platz; Heranrufen des Hundes; Ablegen unter Ablenkung; Voraussenden usw.
  • Anzeigeübungen.
    Verbellen; Bringseln; Rückverweisen; Scharren.
  • Sucharbeit.
    Flächensuche; Trümmersuche.

Ausbildung zum Rettungshundeführer

Die Arbeit in und mit der Staffel erfordert ausgeprägten Teamgeist, Ausgeglichenheit, gute Kondition, Einsatzbereitschaft im Ernstfall und regelmäßiges Training mit dem Hund, um die Leistungsfähigkeit auf hohem Stand zu halten.

Die Ausbildung des Hundeführers umfaßt Kenntnisse in den folgenden Bereichen:

  • Sanitätsdienst-Ausbildung: Erste Hilfe am Menschen und Hund
  • Kenntnisse in der Organisation und Einsatztaktik
  • Karten- und Kompaßkunde
  • Statik, Trümmerkunde und Bergung
  • Grundwissen Kynologie
  • Lagebeurteilung
  • Sprechfunkverkehr
  • Suchtechnik des Hundes
  • Sicherheit im Einsatz

Eintritt in den Rettungshundezug und Probezeit

Die Probezeit beträgt 6 Monate. Sie dient sowohl dazu, das sich der angehende Rettungshundeführer des doch erheblichen Zeitaufwandes für die Ausbildung bewusst wird - als auch dem RHZ sich über den neuen Hundeführer und Hund einen Eindruck zu verschaffen. Nach Ablauf der Probezeit haben Hund und Hundeführer einen Eignungstest abzulegen.
Nach Bestehen des Eignungstests wird der Hundeführer in den RHZ aufgenommen und Mitglied des Arbeiter-Samariter- Bundes. Er verpflichtet sich bei erfolgreichem Abschluss der Ausbildung mit seinem Hund für Rettungshunde-Einsätze zur Verfügung zu stehen. Bereits in der Zeit der Ausbildung sind Einsätze als Helfer möglich.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit im Rettungshundezug mitzuarbeiten ohne einen Hund zu führen. Dies ist z.B. als Helfer, als Fahrer oder auch als aktive Unterstützung bei den vielfältigen Aufgaben des Rettungshundezuges möglich.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit im Rettungshundezug mitzuarbeiten ohne einen Hund zu führen. Dies ist z.B. als Helfer, als Fahrer oder auch als aktive Unterstützung bei den vielfältigen Aufgaben des Rettungshundezuges möglich.

Prüfungen

Rettungshunde-Eignungsprüfung

Ab dem zwölften Lebensmonat des Hundes legt das zukünftige Rettungshundeteam seine erste Prüfung ab. Neben der Wesenseignung des Hundes werden der erreichte Ausbildungsstand des Hundes und die Fachkunde-Grundkenntnisse des Hundeführers erfasst.
In dieser Zeit sind Hund und Hundeführer zu einem Team zusammengewachsen. Mit viel Geduld und immer neuer Motivation haben beide - Hund und Hundeführer - sich neuen Anforderungen gestellt und diese auch bestanden.

Rettungshunde-Vorprüfung Flächensuche

Frühestens nach dem sechzehnten Lebensmonat des Hundes ist das angehende RHT berechtigt, die Rettungshundevorprüfung abzulegen. In der Vorprüfung hat sich der künftige Rettungshundeführer mit seinem Hund einer Prüfung am Geräte-Parcour und einer Fachkundeprüfung zu unterziehen. Hierzu gehören:

  • Erste Hilfe beim Menschen und beim Hund,
  • Umgang mit Karte und Kompass sowie mit dem Funkgerät.

Natürlich muss das angehende Rettungshundeteam auch eine Flächensuche unter Einsatzbedingungen absolvieren.

Rettungshunde-Hauptprüfung Flächensuche

Im Idealfall ist dann - kurz nach der Vorprüfung - im Rahmen der Hauptprüfung nochmals eine Flächensuche vor den Augen eines externen Bewerters durchzuführen. Mit bestandener Hauptprüfung kann unser neues Rettungshundeteam bei denFlächensucheinsätzen des Rettungshundezuges eingesetzt werden.

Rettungshunde-Wiederholungsprüfung Flächensuche

Seine Einsatz-Fähigkeit für die Flächensuche muss jedes Rettungshundeteam von nun an jährlich erneut in einer Wiederholungsprüfung nachweisen. Diese ist mit der Hauptprüfung identisch.

Flächensuche

Die Flächensuche ist der Einsatzschwerpunkt von RHT; dabei muss das Team in unwegsamen Gelände oder großen Waldflächen nach vermißten Personen zu suchen und diese sanitätsdienstlich zu versorgen.

Die Hunde sind dabei so ausgebildet, daß sie unter der Leitung ihres Hundeführers ein Gelände auf menschliche Witterung hin durchstöbern.

Von den Hunden werden nur Personen die sitzen, kauern, liegen und sich kaum bewegen anzeigt.

Anzeigemöglichkeiten in der Fläche:

  • Verbellen.
    Der Hund bellt solange bei der gefundenen Person, bis sein Führer bei ihm ist.
  • Bringseln.
    Der Hund nimmt an der gefundenen Person ein Bringsel, welches an seinem Halsband befestigt ist auf, läuft zu seinem Hundeführer zurück und führt diesen sofort an der Leine zu der Person.
  • Freiverweisen.
    Diese Anzeigetechnik ist vom Aufbau dem Bringseln gleich zu setzen. Ausnahme ist, daß der Hund kein Bringsel hat sondern als Anzeige seinen Hundeführer vor dem Hinführen zu der gefundenen Person anbellt.

Trümmersuche

Der Trümmersuchhund  oder auch Katastrophensuchhund.

Die Arbeit mit dem Trümmersuchhund kann in vielen Beziehungen als die schwierigste Rettungshundearbeit angesehen werden. In keiner anderen Sparte wird das Team Hundeführer und Hund mit so unterschiedlichen Problemen konfrontiert. Der Katastrophenhund muß die menschliche Witterung aus einer Vielzahl anderer Gerüche herausfiltern.

Die Opfer, die er finden muß, sind oft unter meterdicken Trümmerschichten begraben und es ist keine Kontaktaufnahme zu den Personen möglich. Staub und Verwesungsgeruch erschwert nicht nur der Hundenase die Arbeit.

Einsätze in ausländischen Katastrophengebieten erfordern eine hohe Belastbarkeit von Hund und Führer. Bei solchen Katastrophen ist es keine Seltenheit, daß ein Team 48 Stunden nonstop im Einsatz ist.

Ausbildungsziel eines Trümmersuchhundes ist es auch unter den widrigsten Umständen intensiv zu suchen, ohne sich ablenken zu lassen.

Wird ein Hund auf dem Trümmerfeld fündig zeigt er dies durch Verbellen oder Scharren oder beides an der Fundstelle an.

Anforderungen

Anforderungen an den Rettungshundeführer:

  • Viel Freizeit und Engagement
  • Interesse an einer sinnvollen Aufgabe mit seinem Hund
  • Körperlich und geistig fit und leistungsbereit
  • Alter:
    Voraussetzung für die Teilnahme an Einsätzen eines Rettungshundezuges ist die Vollendung des 18. Lebensjahrs. Unter Berücksichtigung der typischen Ausbildungsdauer eines Rettungshundeteams (ca. zwei Jahre) werden aktive Mitglieder in der Regel ab dem vollendeten 16. Lebensjahr aufgenommen.

Anforderungen an den Hund:

  • Alter des Hundes bei Ausbildungsbeginn max. 5 Jahre alt
  • Wesensfest: keine Agression gegen Menschen und Tiere
  • Mittlere Größe und Körpergewicht
  • Hunderassen:
    Den typischen Rettungshund gibt es nicht. Geeignet sind grundsätzlich alle leistungsstarken, nicht zu schweren Hunde, wenn sie körperliche Gesundheit, Gewandtheit, Nervenstärke, Lernfreude sowie Freundlichkeit gegenüber Menschen und Artgenossen mitbringen. Am häufigsten werden Gebrauchshunderassen eingesetzt, dies ist aber keine zwingende Voraussetzung.

Kooperationen

Folgende Gemeinschaften kooperieren:

  • Technisches Hilfswerk (THW),
  • Feuerwehren,
  • Polizeidienstellen,
  • Rettungsdienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK),
  • Rettungsdienste des Arbeitersamariterbund (ASB)
  • Rettungsdienste der Johanniter (JUH),
  • Bundesverband für Rettungshundewesen (BRH).

Credits - Quellen und Netmarks

Die hier aufgeführten Informationen und Beschreibungen wurden aus folgenden Quellen zusammengetragen:

DRK Rettungshundestaffel Spree/Neiße,
www.rettungshundestaffel-spreeneisse.de.

 

BRK Rettungshundestaffel Würzburg,
www.brk-rettungshunde.de.

"Rettungshunde - Starke Partner auf vier Pfoten". Grundausbildung, Flächensuche und Trümmersuche, Termine.

ASB Rettungshundezug Tuttlingen,
www.asb-rettungshunde.de.

Die Aufgabe der ASB - Rettungshundeteams ist die Suche nach vermissten Personen. Der Rettungshundezug wird von der Polizei bzw. der Rettungsleitstelle für die Sucheinsätze angefordert.

Die Johanniter Rettungshundestaffel Südwestfalen,
www.rettungshundeweb.com.

Informationen über Ausbildung, Sucharten, Sanitätsdienst, Höhenrettung usw.

Rettungshundeforum.de,
www.rettungshundeforum.de.

Das Forum für Rettungshundeführer.

Bundesarbeitsgemeinschaft Rettungshundeführender Vereinigungen e.V. (BAG-RHV e.V.),
www.bag-rhv.de.

Die BAG-RHV ist die Dachorganisation für alle rettungshundeführenden Organisationen und Vereinigungen; [...] sie versteht sich als Plattform für Vertreter der Rettungshundearbeit in Deutschland. Durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen, sowie durch die Empfehlungen für das Rettungshundewesen soll die Rettung von Menschenleben auf nationaler wie internationaler Ebene gefördert und den jeweiligen Möglichkeiten der Neuzeit angepasst werden.

Um das wichtigste Ziel, die Vereinheitlichung der Ausbildung der Rettungshunde- Teams zu erreichen, veranstaltet die BAG-RHV regelmäßig Ausbilder- und Ausbildungsseminare in denen effektive Methoden der Ausbildung vorgestellt und als Empfehlung an die Mitglieder weitergegeben werden. Dabei bleibt es den Mitgliedern überlassen, ob sie diese Vorschläge anwenden wollen oder weiterhin eigene Ausbildungsmethoden verfolgen.

Anmerkungen

Forum: Canidae: Rudel (Anmerkungen in diesem Forum: 0)

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