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Liederabend »Weg der Liebe«
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Weg der Liebe. Erster Teil
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Über die Berge, über die Wellen,
unter den Gräbern, unter den Quellen,
über Fluten und See'n, in der Abgründe Steg,
über Felsen, über Höhen, find't Liebe den Weg!In Ritzen, in
Falten, wo der Feu'rwurm nicht liegt,
in Höhlen, in Spalten, wo die Fliege nicht kriecht,
wo Mücken nicht fliegen und schlüpfen hinweg,
kommt Liebe, sie wird siegen und findet den weg.
Sprecht, Amor sei nimmer zu fürchten, das Kind!
Lacht über ihn immer als Flüchtling, als blind,
und schließt ihn durch Riegel vom Taglicht hinweg;
durch Schlösser und Siegel find't Liebe den Weg.
Wenn Phönix und Adler sich unter euch beugt,
wenn Drache, wenn Tiger gefällig sich neigt,
die Löwin lässt kriegen den Raub sich hinweg;
kommt Liebe sie wird siegen und finden den Weg.
Über die Berge, über die Wellen,
unter den Gräbern, unter den Quellen,
über Fluten und See'n, in der Abgründe Steg,
über Felsen, über Höhen, find't Liebe den Weg! |
| Text: aus Herders
Stimmen der Völker. |
Weg der Liebe. Zweiter Teil
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Den gordischen Knoten den Liebe
sich band,
kann brechen, kann lösen ihn sterbliche Hand?
Was müh't ihr, was sinnet ihr listigen Zweck?
durch was ihr beginnet find't Liebe den Weg.Und wär Er
verriegelt, und wär Er verkannt,
sein Name versiegelt und nimmer genannt,
mitleidige Winde, ihr schlüpftet zu mir,
und brächtet mir Zeitung und brächtet ihn mir.
Wärst fern über Bergen, wärst fern über'm Meer:
ich wandert' durch Berge, ich schwämme durchs Meer:
wärst Liebchen ein' Schwalbe und schlüpftest am Bach,
ich, Liebchen, wär Schwalbe und schlüpfte dir nach. |
| Text: aus Herders
Stimmen der Völker. |
Die Meere
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Alle Winde schlafen auf dem
Spiegel der Flut:
kühle Schatten des Abends decken die Müden zu.
Luna hängt sich Schleier über ihr Gesicht
schwebt in dämmernden Träumen über die Wasser hin.Alles,
alles stille auf dem weiten Meer!
Nur mein Herz will nimmer mit zur Ruhe gehn.
In der Liebe Fluten treibt es her und hin
wo die Stürme nicht ruhen bis der Nachen sinkt. |
| Text: aus Herders
Stimmen der Völker. |
Die Boten der Liebe
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Wie viel schon der Boten flogen
die Pfade vom Walde herunter,
Boten der Treu,
trugen mir Briefchen dort aus der Ferne,
trugen mir Briefchen vom Liebsten herbei!Wie viel schon der
Lüfte wehten vom Morgen, wehten bis abends
so schnell ohne Ruh,
trugen mir Küßchen vom kühligen Wasser,
trugen mir Küßchen vom Liebsten herzu!
Wie wiegten die Halme auf grünenden Bergen, wie wiegten die
Ähren
auf Feldern sich leis,
mein goldenes Liebchen, lispelten alle,
mein goldenes Liebchen, ich lieb dich so heiß. |
| Text: Josef Wenzig.
Böhmisch. |
Die Mainacht
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Wann der silberne Mond durch die
Gesträuche blinkt,
und sein schlummerndes Licht über den Rasen streut,
und die Nachtigall flötet, wandl´ ich traurig von Busch zu
Busch.Überhüllet vom Laub girret ein Taubenpaar sein
Entzücken mir vor;
Aber ich wende mich, suche dunklere Schatten,
und die einsame Träne rinnt.
Wann o lächelndes Bild, welches wie Morgenrot
Durch die Seele mir strahlt, find ich auf Erden dich?
Und die einsame Träne bebt mir heißer die Wang herab. |
| Text: Hölty |
Guter Rat
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Ach Mutter, liebe Mutter, ach gebt
mir einen Rat!
Es reitet mir alle frühmorgen ein hurtiger Reuter nach.Ach
Tochter, liebe Tochter! Den Rat, den geb ich dir:
Laß Du den Reuter fahren, bleib noch ein Jahr bei mir!
Ach Mutter, liebe Mutter, der Rat, der ist nicht gut;
Der Reuter, der ist mir lieber als alle dein Hab und Gut.
Ist dir der Reuter lieber als alle mein Hab und Gut,
so bind dein´ Kleider zusammen und lauf dem Reuter nach!
Ach Mutter, liebe Mutter, der Kleider hab ich nicht viel;
Gib mir nur hundert Taler, so kauf ich was ich will.
Ach Tochter, liebe Tochter, der Taler hab ich nicht viel;
Dein Vater hat alles verrauschet in Würfel- und Kartenspiel.
Hat mein Vater alles verrauschet in Würfel- und Kartenspiel,
so sei es Gott geklaget, daß ich sein Tochter bin.
Wär ich ein Knab´ geboren, ich wollte ziehn über Feld,
ich wollte die Trommel rühren dem Kaiser wohl um sein Geld. |
| Text: Aus des Knaben
Wunderhorn |
Walpurgisnacht
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Lieb Mutter, heut Nacht heute
Regen und Wind.
Ist heute der erste Mai, liebes Kind!Lieb Mutter, es donnerte
auf dem Brocken oben.
Lieb Kind, es waren die Hexen droben.
Liebe Mutter, ich möcht keine Hexen sehn.
Liebes Kind, es ist wohl schon oft geschehn.
Liebe Mutter, ob im Dorf wohl Hexen sind?
Sie sind dir wohl näher, mein liebes Kind.
Ach Mutter, worauf fliegen die Hexen zum Berg?
Auf Nebel, auf Rauch, auf loderndem Werg.
Ach Mutter, was reiten die Hexen beim Spiel?
Sie reiten, sie reiten den Besenstiel.
Ach Mutter, was fegten im Dorfe die Besen!
Es sinde auch viel Hexen auf´m Berge gewesen.
Ach Mutter, was hat es im Schornstein gekracht!
Es flog wohl auch eine hinaus über Nacht.
Ach Mutter, dein Besen war die Nacht nicht zu Haus.
Lieb´s Kind, so war er zum Brocken hinaus.
Ach Mutter, dein Bette war leer in der Nacht!
Deine Mutter hat oben auf dem Blocksberg gewacht. |
| Text: Willibald Alexis |
Anmerkungen
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