Wolf (Canis lupus)
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Erstellt/Bearbeitet: 06-Jul-2002/10-Jan-07
Systemzeit: Mittwoch, 20.08.2008, 23:27:36.
Home : Canidae : Canini : Canis : Lupus
Übersicht
Der Wolf (Canis lupus) ist eine Hundeart in der Gattung
Canis.
Merkmale
Maße und Gewichte des Wolfes sind aufgrund seines ausgedehnten
Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich:
- Die größten Wölfe (Verbreitung in Waldzonen Lettlands,
Weißrusslands, Alaskas und Kanadas) erreichen eine Kopfrumpflänge
von bis zu 160 cm, der Schwanz ist zusätzlich bis zu 52 cm lang. Die
Schulterhöhe beträgt etwa 80 cm. Wölfe können bis zu 80 kg wiegen.
- Die kleinsten Wölfe leben im Vorderen Orient und auf der
Arabischen Halbinsel; ihre Körperlänge beträgt etwa 80 cm bei einem
Gewicht von rund 20 kg und einer Schwanzlänge von etwa 29 cm.
Die Gesamtkörperlänge der Weibchen beträgt durchschnittlich 87 bis 98
Prozent der von Rüden, das Durchschnittsgewicht 80 bis 85 Prozent. Wölfe
verfügen über eine Schwanzdrüse (Violdrüse).
Die Färbung ist sehr variabel. Der in Nordamerika verbreitete Name
"Gray Wolf" weist darauf hin, dass diese Wölfe ein graues Fell haben,
doch obwohl das Beigegrau (sog. graue Phase) die häufigste Fellfarbe
ist, gibt es eine Vielzahl weiterer. Im arktischen Norden gibt es
vollkommen weiße Wölfe (sog. weiße Phase), und ebenfalls nicht selten
sind vollkommen schwarze Wölfe (sog. schwarze Phase).
Lebensraum
Der Wolf war bis zur Entwicklung von Land- und Herdenwirtschaft das
am weitesten verbreitete Raubtier der Erde. Er war in ganz Europa und
Asien bis nach Nordafrika sowie in Nordamerika verbreitet. In weiten
Teilen dieses einst riesigen Verbreitungsgebietes, insbesondere im
westlichen Europa und in Nordamerika, wurde die Art durch menschliche
Verfolgung ausgerottet. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Kanada,
Sibirien, der Mongolei, und zu einem geringeren Grade dem Iran gibt es
noch größere zusammenhängende Populationen. Ansonsten ist der Wolf heute
nur in isolierten Beständen (manche umfassen weniger als 100 Tiere)
anzutreffen.
Wölfe bewohnen eine Vielzahl von Habitaten. Ihre hohe
Anpassungsfähigkeit lässt sie in den Eiswüsten der Arktis ebenso leben
wie in den Wüsten Nordamerikas und Zentralasiens. Die meisten Wölfe
bewohnen Grasländer und Wälder. Dass sie vor allem als Waldtiere bekannt
wurden, liegt daran, dass der Mensch sie in großen Teilen des
Verbreitungsgebietes frühzeitig aus offeneren Landschaften vertrieben
hatte.
Taxonomische Struktur der Art
Nach Bibikow ist die Unterartengliederung bis heute umstritten; seit
1985 gibt es Versuche einer genetischen Revision der Unterarten des
Wolfes (Mitochondrial DNA Method).
Zur Untersystematik zählen unter anderem:
- Polar- oder Tundrawolf (Canis lupus albus)
- Sibirischer Wald- oder Taigawolf (Canis lupus lupus und Canis
lupus altaicus)
- Kasachischer Wolf (Canis lupus desertorum, Canis lupus
campestris)
- Südlicher Wolf (Sammelgruppe aus Canis lupus lupus, Canis lupus
desertorum, Canis lupus campestris und Canis lupus cubanensis)
Dicht verwandt mit dem Wolf sind der Rotwolf (Canis rufus) aus
Nordamerika (der vielleicht eine Hybride aus Wolf und Kojote darstellt),
der Kojote (Canis latrans) und der Äthiopische Wolf (Canis simensis). Um
den eigentlichen Wolf von diesen zu unterscheiden, wird er manchmal auch
als Grauwolf bezeichnet - diese Bezeichnung ist allerdings im englischen
Sprachraum ("Gray Wolf") verbreiteter als in der deutschen Sprache.
Der Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) gehört wie auch die Füchse zu
den Hundeartigen, nicht aber zu den echten Wölfen. Der im frühen 20.
Jahrhundert ausgestorbene australische Beutelwolf (Thylacinus
cynocephalus) ist ein Beuteltier und steht stammesgeschichlich an ganz
anderer Stelle der Säugetiere.
Lebensweise
Verhalten und soziale Organisation
Die Tragzeit liegt bei etwa sechzig Tagen, und in einem Wurf befinden
sich in der Regel zwischen drei und sieben (manchmal ein bis vierzehn)
Welpen.
Obwohl man auch einzelne Wölfe in der Wildnis antrifft, ist die
normale Sozialordnung des Wolfes das Rudel. Das Wolfsrudel besteht im
Regelfall aus dem Elternpaar und deren Nachkommen, es handelt sich also
um eine Familie. Wölfe werden (im Gegensatz zu Haushunden) erst mit 2
Jahren geschlechtsreif und verbleiben bis zur Geschlechtsreife bei den
Eltern. Die vorjährigen Jungwölfe unterstützen das Elternpaar bei der
Aufzucht der neuen Welpen. Unter normalen Bedingungen besteht ein Rudel
im Herbst also aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem
Nachwuchs aus dem gleichen Jahr. Mit Erreichen der Geschlechtsreife nach
2 Jahren wandern die Jungwölfe aus dem elterlichen Territorium ab und
suchen ein eigenes Revier. Die Elterntiere sind grundsätzlich dominant
gegenüber ihrem Nachwuchs, Kämpfe um die Rangordnung gibt es daher
nicht.
In der Literatur findet sich häufig die Darstellung einer streng
hierarchischen Rangordnung mit einem dominanten Alpha-Paar, das in der
Regel die Nachkommen des Rudels zeugt, einer Gruppe nachgeordneter Tiere
und einem schwachen Tier am Ende der Rangordnung in der Rolle des
"Prügelknaben" oder Omega-Wolfs. Diese Darstellungen sind das Ergebnis
der Forschung an Wölfen in Gefangenschaft, und keinesfalls auf
natürliche Verhältnisse übertragbar. In Gefangenschaft wurden meist
Wölfe unterschiedlicher Herkunft oder Familiengruppen zusammengesperrt
und gezüchtet. Hier ist weder eine Abwanderung mit Erreichen der
Geschlechtsreife möglich, noch die (mit der Abwanderung verbundene)
Vermeidung von Verpaarungen verwandter Tiere. In diesen in
Gefangenschaft gehaltenen Rudeln sind daher heftige Auseinandersetzungen
an der Tagesordnung.
Ernährung
Grundnahrung des Wolfes bilden Huftiere, er nutzt dabei die im
jeweiligen Lebensraum dominierenden Arten. Wölfe jagen im Norden ihres
Verbreitungsgebietes überwiegend im Rudel Elche, Hirsche, Rentiere oder
Rehe. In Osteuropa zählen auch Wildschweine zu ihrer Beute. Kleinere
Säuger wie Hasen, Kaninchen, Wühlmäuse und Lemminge werden ebenfalls
häufig erbeutet. In der Nähe von Menschen schlagen sie auch Schafe oder
junge Rinder, Haushunde und Hauskatzen. In nahrungsarmen Zeiten frisst
der Wolf sowohl Aas als auch Abfälle.
Vitamine und Spurenelemente nimmt der Wolf nicht nur über den Verzehr
pflanzenfressender Beutetiere auf, sondern er frisst auch selbst
pflanzliche Nahrung. Zur vollwertigen Nahrung für Wölfe zählen auch
Heidelbeeren, Preiselbeeren, Brombeeren, Wildobst sowie Blätter von
Seggen und Gräsern.
Die sprichwörtliche Gefräßigkeit des Wolfes gehört ins Reich der
Märchen und Legenden; nach aktuellen Forschungen liegt der jährliche
Nahrungsbedarf des Wolfes zwischen 500 und 800 Kilogramm pro Individuum;
der Wolf frisst täglich im Durchschnitt 2 Kilogramm, dabei sind aber
auch längere Hungerperioden zu berücksichtigen, in denen keine Beute
gemacht wird. In Ausnahmefällen kann ein Wolf bis zu 10 Kilogramm
Fleisch auf einmal verzehren, ein Teil davon wird jedoch wieder
ausgewürgt und an anderen Stellen als Vorrat verscharrt.
Einzeltiere nehmen die geringsten Nahrungsmengen zu sich; ihre
Tagesration liegt etwa bei einem Viertel dessen, was Rudeltiere
durchschnittlich zu sich nehmen. Das Nahrungsdefizit wird überwiegend
durch kleinere Tiere, Aas oder Haushunde gedeckt.
Jungwölfe verzehren auch verschiedene Insekten, insbesondere Käfer.
Wirtschaftliche Nutzung
Wölfe wurden über Jahrhunderte verfolgt und teilweise systematisch
ausgerottet; daneben diente der Wolf aber auch als Pelzlieferant. Im 19.
Jahrhundert wurden Wölfe vor allem mit Strychnin getötet, indem man ein
getötetes Schaf damit imprägnierte und dieses auf die bekannten Wechsel
der Wölfe warf. Wolfsfelle wurden in Schweden, Russland, Polen und
Frankreich hergestellt und verwendet; sie galten als um so wertvoller,
je weißer sie waren. Die Wolfshaut wurde auch gegerbt und zu
Handschuhen, Pauken- und Trommelfellen verarbeitet. In den meisten
Ländern ist die wirtschaftliche Nutzung des Wolfes heute verboten,
obwohl teilweise noch Abschussprämien gezahlt werden.
Domestizierung
Heute geht man davon aus, dass der Haushund vom Wolf abstammt; nach
genetischen Untersuchungen hat sich wohl der so genannte Urhund bereits
vor etwa 100.000 Jahren vom Wolf getrennt.
Eine heute nicht mehr haltbare Annahme ging davon aus, dass sich vor
etwa 14.000 Jahren Wölfe dem Menschen angeschlossen haben, um dessen
Nahrungsreste zu vertilgen. Mit der Zeit wurden sie zutraulicher, und
der Mensch erkannte ihren Nutzen (sog. Torfhunde). Eine andere Theorie
ist, dass Wölfe zunächst als Fleischlieferanten dienten, ehe man
herausfand, dass sie als Haustier anderen Nutzen haben konnten.
Die Verwandtschaft zum Wolf zeigt sich recht deutlich bei einigen
Hunderassen; Hunde vom Urtyp (Gruppe 5 in der FCI-Klassifikation) wie
der Samoyede, Husky, Kanaanhund oder der Akita Inu weisen einen
ursprünglichen Typ mit spitzem Fang, spitzen Stehohren und quadratischem
Körperbau auf; auch andere Rassen wie der Deutsche Schäferhund zeigen
noch eine gewisse äußere Ähnlichkeit zum Wolf. Es ist jedoch ein Mythos,
daß diese Rassen daher enger mit dem Wolf verwandt wären als andere.
Im 20.Jahrhundert wurde in Tschechien, aber auch in den Niederlanden
und Italien mit Wolfseinkreuzungen experimentiert; Züchtungen wie der
Saarloos – Wolfhund (FCI-Nr. 311) von Leendert Saarloos , der
Tschechoslowakische Wolfhund (Československý Vlčák , FCI-Nr. 332) oder
die Wolf-Schäferhund-Kreuzungszucht Lupo Italiano (von der FCI nicht
anerkannt) gelten als gescheiterte Experimente. Wolfsverhalten schlägt
bei diesen Tieren oft durch, sie sind dann ängstlich und scheu. Vom
Halter erfordern diese Tiere fundierte Kenntnisse in Wolfs- und
Hundeverhalten sowie außerordentlich viel Zeit und Einfühlungsvermögen,
als Familien- und Begleithunde sind sie nicht immer geeignet.
Das Lautverhalten von den Wolfhunden ähnelt dem der Wölfe, sie bellen
kaum und wenn nicht anhaltend, statt dessen jaulen und heulen sie in
vielen Variationen.
Forschung
Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Wolf beschrieben als
"ungemein blutdürstig", übermäßig gierig ("würgt er viel mehr, als er
fressen kann") und "frißt auch seinesgleichen"; nach heutigen
Erkenntnissen ist diese Charakterisierung aus Meyers
Konversationslexikon von 1888 grundverkehrt. Diese Sichtweise, die den
Erkenntnisstand der wissenschaftlichen Literatur dieser Zeit
widerspiegelt, tradiert Vorstellungen vom Wolf, die sich erst im späten
Mittelalter entwickelt hatten.
Die systematische Beobachtung des Wolfes mit modernen
wissenschaftlichen Methoden, die über das Ausmessen gefangener
Exemplare, kurzzeitige Beobachtungen und Vermutungen hinausgehen, begann
erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie fanden zunächst vorwiegend in
Nordamerika statt, da es dort noch große, naturbelassene Gebiete mit
gesunden Wolfspopulationen gibt, und da durch populäre Romane und
Berichte (etwa Farley Mowats Never Cry Wolf oder Lois Crislers Arctic
Wild und Captive Wild) das Bild vom Wolf als dem Untier schon
relativiert worden war.
Als eine der wichtigsten frühen Arbeiten gelten heute die von L.
David Mech auf der Isle Royale im Oberen See durchgeführten
Langzeitbeobachtungen. Weitere wichtige Beiträge stammen beispielsweise
von Adolph Murie (The Wolves of Mt. McKInley) und Henry S. Sharpe (Wolf
and Man: Evolution in Parallel).
In Deutschland sorgten vor allem die jahrelangen Forschungsarbeiten
und die Bücher von Erik Zimen für einen Wandel der Vorstellungen vom
Wolf.
Schutz
Seit dem 19. Jahrhundert ist der Wolf in Nord- und Mitteldeutschland
sowie in England ausgestorben und hätte bald zu den ausgestorbenen
Tierarten Europas gehört. Wolfspopulationen gab es damals noch in
Ungarn, Galizien, Kroatien, Krain, Serbien, Bosnien, Rumänien, Polen,
Russland und Skandinavien.
In vielen Teilen der Welt, wo der Wolf heute (noch) vorkommt, wird er
auch heute noch aktiv verfolgt. Allerdings setzt sich zunehmend die
Erkenntnis durch, dass der Wolf keine Gefahr für den Menschen oder seine
Landwirtschaft darstellt; vielmehr wird der Wolf zunehmend im Rahmen der
Naturschutzbemühungen als ein willkommener Bestandteil der Fauna
gesehen.
In Europa ist der Wolf durch drei Richtlinien geschützt.
- Durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES, Convention on
International Trade in Endangered Species of the Wild Fauna and
Flora) vom 3. März 1973 gehören 152 Staaten an. Es stellt
Richtlinien für den Handel mit geschützten Tieren und deren
Erzeugnissen auf und schränkt die Ein- und Ausfuhr der Tiere oder
ihrer Teile (Felle, Schädel, Knochen...) ein. Der Wolf ist hier in
Anhang II (gefährdete Tierart) aufgeführt, einige Subpopulationen
sind vom Aussterben bedroht und in Anhang I aufgeführt.
- In der Berner Konvention haben sich 45 Staaten auf die Erhaltung
und den Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere und ihrer Lebensräume
verständigt. Der Wolf ist in Anhang II der Konvention aufgeführt.
- Die FFH-Richtlinien (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, 92/43/EWG)
wurde 1992 von der EU in Kraft gesetzt und soll europaweit die
Ausweisung und Erhaltung von Lebensräumen und Wildtieren regeln. Der
Wolf ist hier in Anhang IV aufgeführt, sein Lebensraum in Anhang II.
Diese Richtlinie ist von allen EU-Mitgliedsstaaten jeweils in
nationales Recht umzusetzen.
In Deutschland wurde der letzte frei lebende Wolf am 27. Februar 1904
in der Lausitz erschossen. Er war mit 1,60 m Länge und einem Widerrist
von 80 cm sowie 41 kg Lebendgewicht ein sehr großer Wolf. Da es in der
Gegend lange Zeit keinen Wolf mehr gegeben hatte, vermutete man hinter
dem gerissenen Wild erst ein ausgebrochenes Zirkustier, weshalb er den
Spitznamen "Tiger von Sabrodt" (Ort des ersten Auftauchens) erhielt.
Seit den 90er Jahren sind immer wieder Wölfe über die polnische
Grenze nach Deutschland eingewandert und hielten sich bevorzugt auf
Truppenübungsplätzen auf. Obwohl sie streng geschützt sind, wurden sie
immer wieder von Jägern geschossen - angeblich wegen Verwechslungen mit
wildernden Hunden.
Dennoch sind die ersten Wölfe in Sachsen schon heimisch geworden. Sie
sind noch extrem bedrohte Seltenheiten, doch es scheint inzwischen
möglich, dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch wird. Insgesamt
ist der Wolf wieder in vielen europäischen Ländern auf dem Vormarsch
beispielsweise in: Italien, Frankreich, Österreich, Spanien, Slowenien,
Kroatien, Schweiz.
Die im Juli 2002 aus einem Wolfsgehege bei Klingenthal in Sachsen
entwischte Wölfin "Bärbel" wurde am 19. Januar 2003 in Niedersachsen
erlegt und löste zahlreiche Diskussionen um die Zulässigkeit dieser
Maßnahme aus.
Volksglauben und Literatur
Der Wolf ist ein Tier, das oft in Sagen, Mythen, Fantasy- und
Horrorgeschichten vorkommt, beispielsweise als Fenriswolf, Werwolf oder
Wolfskind.
Der Wolf tritt dabei in zwei gegensätzlichen Rollen auf:
- Viele Völker, die von der Jagd lebten (Nordeuropa, Nordamerika),
sahen im Wolf einen ihnen ebenbürtigen oder überlegenen
Konkurrenten, dessen Ausdauer und Geschick bewundert und begehrt
waren; der Wolf wurde auch als Beschützer oder als übernatürliches
Wesen betrachtet und verehrt. Vornamen wie Wolf, Wolfgang oder
Wolfhard erinnern an diese Sichtweise.
- Dagegen wird der Wolf bei vielen sesshaften Völkern als der
Feind betrachtet, der die Nutztiere raubt. (Hütet euch vor den
Wölfen im Schafspelz!). So erwirbt er sich den Fabelnamen als
blutrünstiger Isegrim. Ab dem Mittelalter und vor allem beginnend
mit dem 16. Jahrhundert wird der Wolf dann dämonisiert und seitdem
systematisch bis zur Ausrottung verfolgt.
In der germanischen Mythologie werden dem Siegesgott Odin zwei Wölfe
und zwei Raben beigelegt, die als streitlustige und tapfere Tiere den
Kampf verfolgen und sich auf die gefallenen Leichen stürzen. Lokis Sohn,
der Fenriswolf, verschlang zu Beginn der Götterdämmerung den Mond. Der
Wolf Ysengrin des Mythos besitzt viele Wesensmerkmale des verschlagenen
Fuchses. Bastardsöhne des mythischen Wolfs leben in der bürgerlichen
Gesellschaft, behalten aber ihre Wolfsgewohnheiten bei (vergleiche
Werwolf).
Die Nacht und der Winter sind die Zeit des Wolfs; geächtete
Verbrecher trugen nach der Sage des Mittelalters ein caput lupinum.
Totem
Der Wolf erscheint in zahlreichen Kulturen als Totem, darunter bei
dem Indianerstamm der Tlinkit, bei den Irokesen, bei den Turkmenen und
bei den Mongolen.
Verschiedene Teile des Wolfs galten auch in Deutschland als
heilkräftig. Schuhe aus Wolfsfell sollten die Kinder zu tapferen Männern
erwachsen lassen.
Gründungsmythen
Die Usbeken und die Hunnen leiteten ihre Herkunft vom Wolf ab, ebenso
galt die Wölfin als Urmutter der alten Türken.
In der Mythologie der Römer werden Romulus und Remus von einer Wölfin
gesäugt, ähnliches wird berichtet von den slowakischen Recken Waligor
und Wyrwidub; auch der Gründer des altpersischen Reiches, Kyros, soll
von Wölfen aufgezogen worden sein. In der germanischen Mythologie gibt
es den Fenriswolf; vom Sagenheld Dietrich wird ebenfalls berichtet, er
sei von Wölfinnen großgezogen worden.
Märchen und Literatur
Literarisch tritt der Wolf in vielen Tierfabeln (beispielsweise des
Äsop) und in Märchen, wie dem Rotkäppchen der Gebrüder Grimm, auf.
Bekannte moderne Wolfsliteratur stammt von Rudyard Kipling (Die
Dschungelbücher) oder Jack London (Ruf der Wildnis, White Fang), siehe
auch den einzelgängerischen, allerdings menschlichen Steppenwolf Hermann
Hesses.
Literatur
Sachliteratur
Dimitrij I. Bibikow: Der Wolf (Die neue Brehm-Bücherei; 587; 3.
Aufl.). 198 Seiten. Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben: 2003. ISBN
3894323809
Werner Freund: Wolf unter Wölfen. Ein Leben als Mensch im Wolfsrudel.
München: Augustus-Verl. 1999. ISBN 3804373305
Jen Green: Wölfe. 62 Seiten. Franckh-Kosmos Verlag: 2001. ISBN
3440089533
Farley Mowat: Ein Sommer mit Wölfen. Rowohlt Tb., 2004. ISBN
3499237636
H. Okarma: Der Wolf. Ökologie, Verhalten, Schutz. Parey 1997. ISBN
3826384318
Thomas Riepe: Wolf und Hund. Monsenstein und Vannerdat, 71 Seiten,
2004, ISBN 3865820417
Elli H. Radinger: Wolfsangriffe - Fakt oder Fiktion. Verlag Peter von
Döllen, Worpswede 2004ISBN 3-933055-33-4
Elli H. Radinger: Die Wölfe von Yellowstone. Verlag Peter von Döllen,
Worpswede, 2004 ISBN 3-933055-15-6
Thomas Riepe: Wolf und Hund. Monsenstein und Vannerdat, 71 Seiten,
2004, ISBN 3865820417
Leonard Lee Rue III: Wölfe. Gebundene Ausgabe, 82 Seiten, Parkland,
ISBN 3880597448
Erik Zimen: Der Wolf. Gebundene Ausgabe, 447 Seiten, Kosmos, ISBN
3440097420
Erik Zimen: Wölfe. Tessloff Verlag, 1997, ISBN 3-7886-0667-3
Bildbände
Jim Brandenburg: Bruder Wolf. 154 Seiten. Tecklenborg: 1996. ISBN
3924044236
Jim Brandenburg: White Wolf. 160 Seiten. Tecklenborg: 1998. ISBN
3924044392
Netmarks
Thoddys Wolf-Kinderclub – Kinder machen Wolfschutz
Deutsche Wolfsgemeinschaft
Gesellschaft zum Schutz der Wölfe
International Wolf Center (auf Englisch)
"Wolfpark" in Battle Ground, Indiana, USA (auf Englisch)
Freundeskreis Wölfe in der Lausitz e.V.
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