Die Qualifizierung für IT-/TK- Berufe im deutschsprachigen Raum ist
schwierig und aufwändig:
- Es gibt nur wenige staatlich anerkannte Berufsprofile bzw.
Ausbildungsgänge;
- das IT-Weiterbildungskonzept der Bundesregierung von Mitte 2002
befindet sich derzeit noch im Planungsstadium (Stand: März 2003);
- die meist produktspezifische
Zertifizierung und
Weiterbildung ist
kostenintensiv, von begrenzter zeitlicher "Dauer" und wird i.d.R.
durch die Arbeitsämter nicht gefördert;
- sogenannte "Qualifizierungsmassnahmen" der Arbeitsämter nach
SGB III unterliegen einem massiven Kostendruck und können daher
qualitativ nicht mit den "richtigen" Schulungen konkurrieren;
- das Lernen im Selbststudium ist zeitaufwändig und führt zu einer
aus Sicht des potentiellen Arbeitgebers nur schwer einschätzbaren
Qualifizierung.
Angesichts des angespannten Arbeitsmarktes ist es derzeit nur unter
erheblichen Zeit- und Kostenaufwand möglich, sich ausserbetrieblich im
IT-/TK- Bereich zu qualifizieren.
Hier beisst sich die Katze allerdings in den Schwanz: Wer gerade
arbeitslos geworden ist, wird möglicherweise die hohen Kosten für eine
branchenweit anerkannte
Zertifizierung (z.B. Red Hat Certified Engineer, RHCE) oder
eine Debian GNU/Linux Schulung bei der Linux AG nicht aufbringen können
oder wollen; wer noch in Lohn und Brot steht meint vielleicht, die Zeit
für eine mehrwöchiges Trainingsprogramm nicht aufbringen zu können.
Für Arbeitslose, die sich im (zumindest derzeit noch) gefragten
GNU/Linux- Bereich qualifizieren wollen, sieht es besonders düster aus:
Die Arbeitsämter fördern zwar in bestimmten Qualifizierungsmassnahmen
die Microsoft- spezifischen
Zertifizierungen zum MCSE und MCP, nicht jedoch die entsprechenden
Linux- Äquivalente. Das Angebot beschränkt sich auf Wollmilchsau-
Massnahmen, die in wenigen Wochen einmal durch die gesamte EDV
galoppieren; Absolventen dieser Qualifizierungsmassnahmen können danach
alles und nichts, ganz sicher werden sie jedenfalls nicht zu
IT-Spezialisten ausgebildet.
Auswege aus dem Dilemma zeigt das IT-Weiterbildungskonzept der
Bundesregierung vom Sommer 2002; der Pferdefuss dabei: die konkrete
Ausgestaltung des Konzeptes befindet sich derzeit noch im
Planungsstadium und keiner weiss, ob das Konzept jemals in vollem Umfang
in die Praxis umgestzt wird.
Um derartigen Problemen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich folgende
Vorgehensweise:
- Das sorgfältige Planen der Karriere beginnt mit einer soliden
Ausbildung; bei
anspruchsvolleren IT-Jobs führt derzeit wohl kein Weg an einem
Studium der Informatik oder
Elektrotechnik vorbei.
- Auch wer bereits im Berufsleben steht sollte sich
vergegenwärtigen, dass die "Verwerfungen" der Weltwirtschaft
jederzeit auch ihn betreffen können; eine Ausrede, sich nicht um
eine betriebliche oder ausserbetriebliche
Weiterbildung zu bemühen,
gibt es nicht.