Berlin bestand nach der administrativen Vereinigung von Ost-
und West-Berlin aus 23 Stadtteilen
(Bezirken).
Mit der Anfang 2001 in Kraft getretenen Bezirksreform ist die
"innere Einheit zwischen Ost und West" geschafft - allerdings
nur in der Statistik. Bei der Verwaltungsreform wurden
beispielsweise
Friedrichshain und
Kreuzberg sowie Mitte
mit Tiergarten und
Wedding
zusammengelegt. Das führt zu amüsanten Neuerungen in der
Berlin-Statistik.
So verzeichnet der bislang nahezu ausländerfreie Bezirk
Mitte nun den höchsten Anteil der
Stadt. Dort sind 26,1 Prozent der Einwohner Ausländer, dicht
gefolgt von
Friedrichshain-Kreuzberg mit 23,5 Prozent. Auf Berlin
bezogen lebt jeder dritte Ausländer in diesen beiden Bezirken.
Der größte Bezirk ist jetzt
Tempelhof-Schöneberg
mit 338.128 Einwohnern - und liegt damit noch vor Städten wie
Bielefeld, Mannheim oder Bonn.
Spandau
dagegen, das mit 222.982 Einwohnern bisher den dritten Platz
belegte, ist jetzt auf den letzten Rang abgerutscht, weil es bei
der
Verwaltungsreform allein blieb.
Am engsten beieinander wohnen die Berliner in
Friedrichshain-Kreuzberg, 12.331 Menschen teilen sich hier
einen Quadratkilometer. In
Treptow-Köpenick ist
die Bevölkerungsdichte mit 1362 Einwohnern pro Quadratkilometer
am niedrigsten.
Der jüngste Bezirk ist
Marzahn-Hellersdorf. Der durchschnittliche Einwohner hier
ist erst knapp 38 Jahre alt, fast jeder vierte ist noch unter
18. Hier gibt es auch die meisten Familien mit Kindern.
Charlottenburg-Wilmersdorf ist dagegen der älteste Bezirk:
55 Prozent leben allein, das Durchschnittsalter liegt bei 43
Jahren.
Die neuen Ost-West-Mischbezirke
Mitte
und
Friedrichshain-Kreuzberg haben zumindest bei der
Einkommensstatistik nicht von der Bezirksreform profitiert. Hier
wurden arme Bezirke mit armen Bezirken zusammengelegt, beim
Einkommen liegen die neuen größeren Bezirke immer noch am
Schluss. In
Friedrichshain-Kreuzberg verdient nur jeder Zehnte mehr als
3.000 Mark Netto im Monat, in Mitte sind es kaum mehr.
Zum Vergleich: Im gutbürgerlichen
Steglitz-Zehlendorf
wurden zwei Bezirke mit gut verdienenden Einwohnern vereinigt,
hier hat fast jeder dritte Bewohner so viel zur Verfügung.