Kefk Network:  Berlin |  About |  Wiki. Suchen | Index | Inhalt | Site Map | What's new?
柏林   Bevölkerung | Bildung | Events | Galerie | Geografie | Geschichte | Infrastruktur | Klima | Kultur | Medien | Politik | Projekte | Ressourcen | Tourismus | Wirtschaft.

Gliederung: Bezirke | Ortsteile | Ortslagen.
 

Pankow

Berlin : Bezirke : Pankow : Route M
19-Apr-1998/06-Jan-06


Route M: Ab Pankow Kirche

Der folgende Text ist dem Band »Durch Berlin zu Fuß. Wanderungen in Geschichte und Gegenwart« von Hans Prang und Horst Günter Kleinschmidt entnommen, der ca. 1989 im VEBTouristVerlag Berlin/Leipzig erschienen ist.

Zwischen Wochenmarkt und Schloßpark

  • Pankow Kirche
  • Johannes-R.-Becher-Straße
  • Bürgerpark
  • Grabbeallee
  • Majakowskiring
  • Schloßpark
  • Kavalierstraße
  • Berliner Straße
  • S-Bahnhof Pankow

Wanderzeit

2-2½ Stunden. Hinzuzurechnen ist ein längeres Verweilen im Bürgerpark oder auch der mögliche Besuch der Johannes-R.-Becher-Gedenkstätte im einstigen Wohnhaus des Dichters am Majakowskiring.

Sehenswürdigkeiten

M1
Alte Pfarrkirche
Ältestes Bauwerk am Ort
M2
Rathaus
Trauzimmer vom Fischerkietz
M3
Bürgerpark
Am Strande der Panke
M4
Denkmal
Denkmal für Julius Fucik
M5
Wohnanlage Paul-Francke-Straße
Ideal zum Wohnen
M6
Majakowskiring
Ringstraße atmet Geschichte
M7
Schloßpark
Entworfen von Lenné
M8
Freibad Pankow
Ein Bad für Tausende

Diese Route führt quer durch Pankow. Sie beginnt am alten Dorfanger, der einst weit vor den Toren Berlins gelegenen Gemeinde, der heutigen Johannes-R.-Becher-Straße, führt am roten Backsteinbau des alles überragenden Rathauses vorbei und lädt dann im weitläufigen Bürgerpark zum Verweilen ein.

In der Grabbeallee lohnt es, ein wenig mehr über die Baugeschichte dieser Straße zu erfahren. Im Schloßpark Niederschönhausen kann man entlang der Panke zum Freibad bummeln und von dort durch die schattigen Seitenstraßen in Richtung Pankow Kirche. Das ursprüngliche Angerdorf Pankow wurde um 1230 gegründet, ist also etwa so alt wie BerlinCölln. Von der Doppelstadt 1370 erworben, ging es ihr später wieder verloren und wurde 1691 kurfürstlicher Besitz. Zum Ausgangspunkt der Route gelangt man mit der S-Bahn bis Bahnhof Pankow und weiter (eine Station) mit Bus oder Straßenbahn (jede der hier vorbeifahrenden) bis Haltestelle Pankow Kirche. Geradewegs aus dem Stadtzentrum mit der Linie A der U-Bahn kommend, kann man ab Vinetastraße (Endstation der U-Bahn) die Straßenbahnlinien 22, 46 und 49 benutzen.

Empfehlenswert ist es, zur Fahrt nach Pankow die genannten Straßenbahnlinien zumindest ab UBahnhof Dimitroffstraße zu benutzen, weil man so, bequem sitzend, bereits während der Anfahrt die kilometerlange Geschäftsstraße zwischen Kastanienallee und Pankow Kirche kennenlernen kann. Vielleicht reizt dieses oder jenes Teilstück der Strecke zum Aussteigen auf dem Rückweg. Ein Gebäude zumindest sollte man nicht übersehen, das Filmtheater Tivoli in der Berliner Straße27 (linke Fahrbahnseite). Die wenigsten Besucher dieses Kinos wissen heute, daß einst hier die Gaststätte Feldschlößchen stand, in der die Bilder laufen lernten. Dort zeigte Max Skladanowsky im Jahre 1895 erstmals vor einem kleinen Kreis geladener Gäste in einer Probevorführung seine le banden Bilder.

Wenige Fahrtminuten vom Tivoli entfernt, an der Ecke Berliner Straße / Johannes-R.-BecherStraße, interessieren den Besucher dann wohl die "lebenden Bilder" Pankows. Reizvoller erster Eindruck hier, ein Filigran gestalteter Tröpfelbrunnen, Kinder an einem Klettergerüst darstellend. Die Johannes-R.-Becher-Straße ist vielmehr ein langgestreckter Platz, denn eine Straße. Sie entspricht in ihren heutigen Ausmaßen noch ziemlich genau dem einstigen Dorfanger aus dem 18.Jahrhundert. Die ~ Alte Pfarrkirche ist das älteste Bauwerk am Ort. Sie wurde in Feldsteinmauerwerk im 15. Jahrhundert gebaut. Nach einer Restaurierung 1832, an der auch Karl Friedrich Schinkel teil hatte, erhielt die Kirche 1858/59 die heute das Bild bestimmenden schlanken Türme durch Friedrich August Stüler, sowie eine Geogotische Erweiterung des Langhauses.1906/08 erfolgte ein weiterer Anbau. Gleich hinter der Kirche auf einem breiten Streifen zwischen zwei Fahrbahnen, kann man mehrmals in der Woche zünftiges Markttreiben erleben. Doch auch an anderen Wochentagen herrscht in dieser Gegend reger Einkaufstrubel, besonders in den zahlreichen Geschäften auf der Nordseite der Straße. Über 60 Bauten stehen in Pankow unter Denkmalschutz, dazu zählt auch der rote Klinkerbau des~Rathauses mit neubarocken M 2 Anklängen. Sein 50 Meter hoher Turm überragt alle Bauten ringsum.1901 bis 1902 wurde der Bau nach Entwürfen von Wilhelm Johow errichtet; im Inneren bieten sich einige Jugendstildekorationen. Besonders beliebt scheint dieses Haus bei Brautpaaren zu sein. Sicherlich trägt das 1979 eröffnete Trauzimmer aus dem Standesamt vom Fischerkietz, dort 1901/05 von Ludwig Hoffmann eingerichtet, original hierher verpflanzt, zur Popularität dieses Ortes bei. Wen der Ratskeller nicht zur ersten Rast verführt, der schreitet weiter durch die Wilhelm-Kuhr-Straße zum ~ Bürgerpark, den M 3 man hier durch ein dreigeteiltes, nach italienischem Triumphbogen-Vorbild errichtetes Tor betritt. Der Park mit seinen gepflegten Anlagen, ab 1854 für einen Industriellen angelegt, kann als der südliche Ausläufer der sich nach Nordwesten erstreckenden Schönholzer Heide angesehen werden. Seltene Bäume, großzügig angeordnete Blumenrabatten, Liegewiesen, Spielplätze, eine Parkbücherei und ein Parkcafé locken zahlreiche Besucher in den zu jeder Jahreszeit reizvollen Park.

Anschauenswert auch ein zwischen Miniaturfelsen eingebettetes Tiergehege. Wenn man von den kleinen Hügeln über den Parkzaun auf die Wilhelm-Kuhr-Straße schaut, dann sollte man sich eines Pankower Erfinders erinnern. Im Haus Nr.3 erfand und produzierte 1903 der Glasmacher Reinhold Burger die Thermosflasche, im Patentamt unter der Bezeichnung "Warm- und Kalthalteflasche" registriert. Übrigens war Burger ein renommierter Erfinder, und seine Thermosflasche war, ob ihres von jedermann anerkannten Gebrauchswertes, nur die populärste Erfindung. Seine Nachfahren haben die Firma bis in die Gegenwart erhalten und produzieren heute wissenschaftliche Geräte. Die Straße allerdings trägt den Namen des Pankower Bürgermeisters, der Anfang dieses Jahrhunderts verhinderte, daß das Gelände des Bürgerparks einer Bodenspekulation zum Opfer fiel.

So wurde durch Ankauf des riesigen Terrains durch die Stadt dieser Park der Bevölkerung erhalten. Die Panke, ein kleines Flüßchen, gab dem Stadtbezirk seinen Namen. Die schönste Uferpromenade des hier schnell fließenden Gewässers kann man im Bürgerpark entlang schlendern. Der Weg führt über eine malerisch in die Landschah gefügte Holzbrücke zum nordöstlichen Ausgang des Parks.

Dort steht zwischen aufstrebenden Kiefern ein aus weißen Steinsäulen gestaltetes Denkmal zu Ehren des von den Faschisten ermordeten tschechischen Schriftstellers Julius Fucik. Der letzte Satz aus seiner "Reportage unter dem Strang geschrieben" mahnt in großen Lettern in den Stein gehauen: "Menschen, ich hatte Euch lieb, Seid wachsam! " Das Mahnmal, geschaffen vom tschechischen Bildhauer Zdenek Némecik, ist ein Geschenk der CSSR-Jugend an die Gastgeberstadt Berlin aus Anlaß der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Jahre 1973.

Der Weg führt an dieser Stelle aus dem Bürgerpark hinaus, überquert die Heinrich-Mann-Straße und biegt in die Grabbeallee ein. Auf deren rechter Seite, kurz vor der Einmündung des Majakowskiringes erstreckt sich die ~ Wohnanlage PaulFrancke-Straße. Diese wurde kurz vor dem ersten Weltkrieg nach Plänen des Architekten Paul Mebes errichtet. Er schuf damit ein bemerkenswertes Beispiel für den Wohnungsbau in einer Stadt der Massenquartiere. Gegen den Mietskasernenbau gingen seit Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere namhafte Architekten, aber auch bekannte Vertreter der Arbeiterbewegung wie Karl Liebknecht, Clara Zetkin und Paul Singer an. Bereits Anfang der neunziger Jahre hatte der Architekt Alfred Messel einen Idealplan für eine Blockbebauung ohne Hinterhöfe ausgearbeitet, aber erst zehn bis fünfzehn Jahre später konnten die Ideen, vorerst noch in bescheidenem Umfang, in einigen Gegenden der Stadt verwirklicht werden. So auch hier in der Paul-Francke-Straße. Deshalb ist diese in sich geschlossene Wohnsiedlung aus dreistöckigen Häusern ohne Hinterhöfe bauhistorisch interessant. Besonders beachtenswert ist die guterhaltene Materialstilarchitektur unter Verwendung Rathenower Handstrichziegel. Zierplastiken vom Bildhauer Walter Schmarje bereichern die Fassaden auf ihre Weise. Der durchgrünte Komplex wird durch Kinderspielplätze ergänzt. Heute ein selbstverständliches Bild in zahlreichen Wohngegenden, zur Zeit des Baus dieser Häuser jedoch revolutionierende Gestaltung eines Wohnensembles.

Wenige Schritte weiter führt der Weg rechts in den Majakowskiring in Richtung Schloßpark. Hier finden wir das Haus Nr.29, in dem der erste Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, von 1945 bis zu seinem Tode 1960 wohnte. Eine Bronzetafel erinnert an den bewährten Arbeiterführer und Staatsmann. Ebenso weist eine Tafel auf der parallel verlaufenden Straße des Ringes, am Haus Nr.46, auf den ehemaligen Wohnsitz des ersten Ministerpräsidenten unseres Landes, Otto Grotewohl. Er lebte von 1950 bis 1964 dort. Beide Häuser werden heute für gesellschaftliche Zwecke genutzt. Am Majakowskiring Nr.34 befindet sich eine kleine Villa, in der Johannes R. Becher seit seiner Rückkehr aus der Moskauer Emigration wohnte. Der führende Repräsentant der sozialistischen deutschen Nationalliteratur war von 1945 bis zu seinem Tode 1958 Präsident des Kulturbundes und ab 1954 der erste Minister für Kultur der DDR. Nach seinem Ableben verblieb in diesem Haus das Johannes-R.-Becher-Archiv der Akademie der Künste. Seit dem 90. Geburtstag des Dichters, 1981, sind mehrere Räume des Hauses als Gedenkstätte eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Majakowskiring mündet mit seinem östlichen Zugang in die Ossietzkystraße. Diese überquerend, betritt man den ~ Schloßpark. Ein der Öffentlichkeit nicht zugänglicher Teil des Parkes umgibt das Schloß Niederschönhausen. Es wurde nach 1669 durch Johann Arnold Nering und dann 1704 nach Plänen Eosander v. Göthes unter Verwendung des ehemaligen Dohnaschen Gutshauses erbaut. Hier lebte von 1740 bis 1794 Königin Elisabeth Christine, die von Friedrich II. verstoßene Gemahlin. Die jetzige Gestalt des Schlosses entspricht der 1763/64 durch Johann Boumann beim Wiederaufbau nach dem Siebenjährigen Kriege ausgeführten Fassung. Von 1949 bis 1960 war das Schloß Sitz des Präsidenten und danach vorübergehend Sitz des Staatsrates der DDR. Jetzt ist es Gästehaus der Regierung und häufig Residenz führender ausländischer Staatsmänner, die die Hauptstadt besuchen. Der Wanderweg führt geradewegs durch den schattigen (im englischen Stil nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné gestalteten) Park mit seinen alten Bäumen, überquert die sich hier hindurchschlängelnde flache Panke und kommt zum ~ Freibad Pankow.

Ende der fünfziger Jahre wurde es im Nationalen Aufbauwerk geschaffen. Die Berliner Bevölkerung leistete dazu HunderttausendefreiwilligerArbeitsstunden unentgeltlich. Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Sprunghecken sind zu einem fast viereinhalbtausend Quadratmeter großen See vereinigt. Ein Sprungturm mit zehn Metern Höhe überragt die 13 Hektar große Anlage. Speziell für die sportliche Betätigung in den Wintermonaten wurde eine Volksschwimmballe am Haupteingang Wolfshagener Straße errichtet.

Der weitere Weg ab Parkeingang des etwa 10000 Erholungssuchende fassenden Bades führt über die Straße Am Schloßpark bis zur links abbiegenden Kavalierstraße und durch dienewiederzur Johannes-R.-Becher-Straße. Diese überquereng, trifft man auf das Haus Nr.45, das sogenannte Kavaliershaus, eines der Baudenkmale, die am ehemaligen Dorfanger erhalten blieben. Es wurde im 18.Jahrhundert als kleines, eingeschossiges Landhaus erbaut. Barocke Gartenplastiken im Vorgarten stellen die vier Temperamente dar. Es sind Kopien der im Bode-Museum befindlichen Originale.

Bis zur Berliner Straße braucht man nur wenige Schritte. Durch diese Geschäftsstraße geht es geradewegs zum S-Bahnhof Pankow, dem Ende dieser Route. Bevor der Bahnhof erreicht ist, passiert manaufderrechtenSeitedas1912erbautePankower Postamt. Schräg gegenüber erstreckt sich der Komplex einer Zigarettenfabrik. Das Hauptgebäude wurde 1906 mit Jugendstilanklängen erbaut, ein Erweiterungstrakt stammt von Fritz Höger (1930/31). In der danebenliegenden ehemaligen Villa des Zigarettenfabrikanten Garbaty residierte über Jahrzehnte der bulgarische Botschafter, bis er sein neues Domizil in der Leipziger Straße bezog.

[Ende der Tour M]

Route M
Nach oben
Wer ist online?
Ihr Name: Besucher
Online: 2 aktive User.
Login | Logoff
blind_150.gif (150x5 – 825 bytes)
Monitoring:
Benachrichtigen bei Änderungen:


Berliner Wetter:
Aktuelles Wetter:
Vorhersage:
Amazon.de:

Kefk Network:
Thematisch verwandte Subsites:
Canidae, Film, Fotografie, Galerie, GNU/Linux, Hund, Outdoor, Webtravel

URL: http://www.kefk.net/Berlin/Gliederung/1990/Bezirke/Pankow/Route.M/index.asp.
Translate this page with Google to 
Website: About | Suchen | Index | Inhalt | Site Map | ;Wer ist online? | What's new? | Statistik.
Thematisch verwandte Subsites: Fotografie | Outdoor | Webtravel.
Ergänzungen, Fragen und Kommentare: Kontakt | Foren | Wiki.
E-Mail: echo "asb at keNOSPAMfk.net"| sed -e "s/ at /@/" -e "s/NOSPAM//"
Copyright | Danksagung | Haftungsausschluß | Impressum | Rechtliche Hinweise.