
Er ist eines der meistbesuchten Ausflugsziele der Stadt: der
Tierpark Berlin. Als der Magistrat im August 1954 den Beschluß
faßte, einen Tierpark zu gründen, entsprach er damit dem
lebhaften Wunsche der Berliner; als es im April 1955 an die
Bauarbeiten ging, packten sie tatkräftig mit zu; als es galt,
Tiere anzuschaffen, kannte ihre Spendenfreudigkeit keine
Grenzen; und als der Tierpark am 2. Juni 1955 eröffnet wurde,
strömten sie in Massen dorthin.
Bereits im ersten Jahr seines Bestehens konnten 600000
Besucher gezählt werden, heute sind es alljährlich etwa zwei
Millionen. Der Park hat damit die höchste Besucherzahl aller
zoologischen Gärten West- und Mitteleuropas.
Am bequemsten erreicht man den Tierpark Berlin mit der
U-Bahn. Deren vom Alexanderplatz auspehende Linie E erhielt
einen Ausgang, der unmittelbar mit dem Eingang zum Tierpark am
Bärenschaufenster, einer der vielen Freisichtanlagen, kombiniert
ist. Auch mit der Straßenbahn Linie 17 (über Leninallee aus dem
Stadtzentrum kommend) und dem Bus 53 (der in Hohenschönhausen
einsetzt und über die Rhinstraße, die Allee der Kosmonauten und
die Marzahner Chaussee führt) erreicht man den Tierpark.
Der für den Tierpark ausgewählte Park um das Schloß
Friedrichsfelde wurde im 19. Jahrhundert von Peter Joseph Lenné
gestaltet. Das Schloß Friedrichsfelde war 1695 auf dem Gut des
damaligen Generaldirektors der kurfürstlichen Marine, Benjamin
Raule, errichtet und nach Übernahme durch den königlichen Hof
1719 wesentlich erweitert worden. Im zweiten Weltkrieg zerstört,
wurde es in aufwendiger Arbeit von 1970 bis 1981 restauriert und
mit Einrichtungsgegenständen und Kunstgut, zum Teil aus anderen
Schlössern, ausgestattet. Im Sommer 1981 feierlich eröffnet, ist
es heute eine Stätte festlicher Begegnungen. In ihm finden
Konzerte, Dichterlesungen, Diskussionen und ähnliche
Veranstaltungen statt.
DerTierpark umfaßt heute mehrals 160 ha und beherbergt rund
900 Tierarten mit etwa 5000 Individuen. Es gibt mehr als 50
verschiedene Freisichtgehege und Tierhäuser.
Betritt man den Tierpark - vom U-Bahnhof kommend - am
Bärenschaufenster, gelangt man unmittelbarzu den Freianlagen
derWisente und Büffel. Hält man sich dann rechts, so sind es nur
wenige hundert Meter bis zur Eisbärenanlage. Ihr 2.000
Kubikmeter fassendes Wasserbecken ist 86 Meter lang.
Nahe dem Kindertierpark befindet sich das AlfredBrehm-Haus.
Dort sind hauptsächlich Raubkatzen verschiedener Arten
untergebracht, aber auch tropische Vögel, Riesenschlangen und
Warane. In der 16 Meter hohen Tropenhalle des Hauses leben etwa
100 verschiedene exotische Vögel zusammen mit Flughunden in
einer malerischen Kulisse tropischer Vegetation.
Dem Brehm-Haus angegliedert ist eine riesige
Greifvogelvoliere, in der sich Adler und Geier wie in freier
Wildbahn bewegen können. In dessen Nähe befindet sich das 1989
eröffnete attraktive Elefanten- und Dickhäuterhaus.
Folgt man dem Weg zurück, vorbei an den Freigehegen der Wölfe
und an der imponierenden Flamingolagune, kommt man zur
Cafeteria, einer Großgaststätte mit mehr als 500 Innen- und 1300
Außenplätzen. Von der Cafeteria, die nur eine von mehreren
gastronomischen Einrichtungen des Parks ist, führt der Weg zum
Ausgang.
Der Tierpark Berlin ist im Sommertäglich ab7 Uhr, im Winter
ab 8 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 1,- M für Erwachsene,
0,50 M für Kinder, Studenten und Rentner. Familien mit mehreren
Kindern erhalten Ermäßigungen. Eine Fotoerlaubnis für einen Tag
erhält man für 0,50 M.
Für einen Besuch sollte man mindestens drei Stunden
einplanen.