Nach der Kapitulation, die für Deutschland den Zweiten Weltkrieg
beendete, wurde die einstige Reichshauptstadt Berlin im Sommer 1945
aufgrund der Vereinbarungen der Vier Mächte in vier Sektoren aufgeteilt:
den amerikanischen, britischen, französischen und sowjetischen Sektor.
Im Oktober 1946 fanden die ersten und einzigen gemeinsamen freien
Bezirks- und Magistratswahlen statt.
Während der ersten Berlin-Krise im Jahre 1948, als die Sowjets mit
einer Blockade (Verkehrssperre, Einstellung aller Lebensmittel- und
Kohlelieferungen) auf die in den Westsektoren durchgeführte
Währungsreform reagierten, kam es im November zur Spaltung der Stadt
durch die Bildung eines Ost-Berliner Magistrats unter Friedrich Ebert
(1894-1979). Darauf erfolgte in West-Berlin die Neuwahl eines Magistrats
unter Ernst Reuter (1889-1953). Im Oktober 1949 wurde Ost-Berlin zur
Hauptstadt der neugegründeten DDR. 1950 gab sich West-Berlin eine
Verfassung.
Am 17. Juni 1953 kam es in Ost-Berlin zu einem Volksaufstand mit
Demonstrationen und der Forderung nach Abschaffung des SED-Regimes, der
von den sowjetischen Truppen niedergeschlagen wurde. 1958 widerstand
West-Berlin mit Unterstützung der Westalliierten dem
Chruschtschow-Ultimatum (Forderung einer "Freien Stadt West-Berlin" und
des Abzugs der alliierten Truppen aus Berlin binnen sechs Monaten).
Am 12. August 1961 gab der Ministerrat der DDR bekannt: "Zur
Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und
militaristischen Kräfte Westdeutschlands und West-Berlins wird eine
solche Kontrolle an der Grenze der Deutschen Demokratischen Republik
einschließlich der Grenze zu den Westsektoren von Groß-Berlin
eingeführt, wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist."
In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961, eines Sonntags,
wurden an den Sektorengrenzen zwischen Ost- und West-Berlin
provisorische Absperrungen errichtet und an den Verbindungsstraßen zu
West-Berlin das Pflaster herausgerissen. Einheiten der Volksarmee und
der Grenzpolizei sowie der bewaffneten Betriebskampfgruppen waren
aufgezogen und unterbanden jeglichen Verkehr an den Sektorengrenzen.
Zwischen Ost- und West-Berlin waren Stacheldrahtverhaue gezogen
worden, an deren Stelle in den darauffolgenden Tagen von Ost-Berliner
Bauarbeitern unter scharfer Bewachung durch DDR-Grenzposten eine feste
Mauer aus großen Steinen gebaut wurde. Dabei wurden Fassadenmauern von
Wohnhäusern, wie z.B. in der Bernauer Straße, wo die Gehwege zum Bezirk
Wedding (West-Berlin) und die Häuser zum Bezirk Mitte (Ost-Berlin)
gehörten, in die Grenzanlagen mit einbezogen, indem man zunächst die
vorderen Eingänge und unteren Stockwerke zumauerte. Die Bewohner konnten
ihre Wohnungen nur noch von der Hofseite, die in Ost-Berlin lag,
betreten. Bereits im Jahr 1961 kam es dann auch zu zahlreichen
Zwangsräumungen - nicht nur in der Bernauer Straße, sondern auch in
anderen Grenzbereichen.
Nach dem Mauerbau waren Ost-Berlin und die DDR für West-Berliner
Besucher zunächst nicht zugänglich.
Durch die Teilung Berlins wurde der Durchgangsverkehr von acht
S-Bahnlinien und vier U-Bahnlinien unterbrochen. In Ost-Berlin wurden 13
U-Bahnhöfe von insgesamt 33 vollständig geschlossen. Die Sektoren- und
Zonengrenze um Berlin-West durchschnitt insgesamt 193 Straßen, davon 62
Querverbindungen zwischen West-Berlin und Ost-Berlin.
Quellen: Ingolf Wernicke: Die Berliner Mauer 1961-1989.
In:
Die Berliner Mauer. Berlin:
Jaron
Verlag 1999.