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Die Entstehung der Berliner Mauer

Berlin : Mauer : Die Entstehung der Berliner Mauer : Übersicht
21-Jul-2001/06-Jan-06


 

Übersicht

Nach der Kapitulation, die für Deutschland den Zweiten Weltkrieg beendete, wurde die einstige Reichshauptstadt Berlin im Sommer 1945 aufgrund der Vereinbarungen der Vier Mächte in vier Sektoren aufgeteilt: den amerikanischen, britischen, französischen und sowjetischen Sektor. Im Oktober 1946 fanden die ersten und einzigen gemeinsamen freien Bezirks- und Magistratswahlen statt.

Während der ersten Berlin-Krise im Jahre 1948, als die Sowjets mit einer Blockade (Verkehrssperre, Einstellung aller Lebensmittel- und Kohlelieferungen) auf die in den Westsektoren durchgeführte Währungsreform reagierten, kam es im November zur Spaltung der Stadt durch die Bildung eines Ost-Berliner Magistrats unter Friedrich Ebert (1894-1979). Darauf erfolgte in West-Berlin die Neuwahl eines Magistrats unter Ernst Reuter (1889-1953). Im Oktober 1949 wurde Ost-Berlin zur Hauptstadt der neugegründeten DDR. 1950 gab sich West-Berlin eine Verfassung.

Am 17. Juni 1953 kam es in Ost-Berlin zu einem Volksaufstand mit Demonstrationen und der Forderung nach Abschaffung des SED-Regimes, der von den sowjetischen Truppen niedergeschlagen wurde. 1958 widerstand West-Berlin mit Unterstützung der Westalliierten dem Chruschtschow-Ultimatum (Forderung einer "Freien Stadt West-Berlin" und des Abzugs der alliierten Truppen aus Berlin binnen sechs Monaten).

Am 12. August 1961 gab der Ministerrat der DDR bekannt: "Zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militaristischen Kräfte Westdeutschlands und West-Berlins wird eine solche Kontrolle an der Grenze der Deutschen Demokratischen Republik einschließlich der Grenze zu den Westsektoren von Groß-Berlin eingeführt, wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist."

In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961, eines Sonntags, wurden an den Sektorengrenzen zwischen Ost- und West-Berlin provisorische Absperrungen errichtet und an den Verbindungsstraßen zu West-Berlin das Pflaster herausgerissen. Einheiten der Volksarmee und der Grenzpolizei sowie der bewaffneten Betriebskampfgruppen waren aufgezogen und unterbanden jeglichen Verkehr an den Sektorengrenzen.

Zwischen Ost- und West-Berlin waren Stacheldrahtverhaue gezogen worden, an deren Stelle in den darauffolgenden Tagen von Ost-Berliner Bauarbeitern unter scharfer Bewachung durch DDR-Grenzposten eine feste Mauer aus großen Steinen gebaut wurde. Dabei wurden Fassadenmauern von Wohnhäusern, wie z.B. in der Bernauer Straße, wo die Gehwege zum Bezirk Wedding (West-Berlin) und die Häuser zum Bezirk Mitte (Ost-Berlin) gehörten, in die Grenzanlagen mit einbezogen, indem man zunächst die vorderen Eingänge und unteren Stockwerke zumauerte. Die Bewohner konnten ihre Wohnungen nur noch von der Hofseite, die in Ost-Berlin lag, betreten. Bereits im Jahr 1961 kam es dann auch zu zahlreichen Zwangsräumungen - nicht nur in der Bernauer Straße, sondern auch in anderen Grenzbereichen.

Nach dem Mauerbau waren Ost-Berlin und die DDR für West-Berliner Besucher zunächst nicht zugänglich.

Durch die Teilung Berlins wurde der Durchgangsverkehr von acht S-Bahnlinien und vier U-Bahnlinien unterbrochen. In Ost-Berlin wurden 13 U-Bahnhöfe von insgesamt 33 vollständig geschlossen. Die Sektoren- und Zonengrenze um Berlin-West durchschnitt insgesamt 193 Straßen, davon 62 Querverbindungen zwischen West-Berlin und Ost-Berlin.

Quellen: Ingolf Wernicke: Die Berliner Mauer 1961-1989. In: Die Berliner Mauer. Berlin: Jaron Verlag 1999.