23. August 1961
Die DDR verbietet Berlinern aus dem Westteil der Stadt das
Betreten von Ost-Berlin.
25. Oktober 1961
Am Checkpoint Charlie stehen sich amerikanische und sowjetische
Panzer gegenüber, nachdem DDR-Grenzer Angehörigen der
US-Militärkommission den Zugang nach Ost-Berlin verweigert haben. Diese
hatten abgelehnt, sich kontrollieren zu lassen, weil ihnen nach
alliiertem Recht ungehinderte Bewegungsfreiheit in ganz Berlin zustand.
17. August 1962
Peter Fechter wird bei seinem Fluchtversuch angeschossen und
verblutet am Fuße der Mauer an der Zimmerstraße. Der Name des 18jährigen
ist seitdem ein Symbol für die Todesopfer an der Mauer und an der
innerdeutschen Grenze zwischen 1961 und 1989.
23. bis 26. Juni 1963
Mit dem Ausruf "Ich bin ein Berliner" unterstreicht der
amerikanische Präsident John F. Kennedy bei seinem Besuch in Berlin vor
einer begeisterten Menschenmenge am Schöneberger Rathaus die
Verbundenheit der Vereinigten Staaten von Amerika mit Berlin.
17. Dezember 1963
Die erste Passierscheinregelung gestattet zu Weihnachten 1963
erstmals wieder Besuche von West-Berlinern im Ostteil der Stadt.
9. September 1964
Rentner aus der DDR können wieder Verwandte in der Bundesrepublik
und dem Westteil Berlins besuchen.
25. November 1964
In die DDR einreisende Bundesbürger und Berliner werden zum
Mindestumtausch in Ostmark gezwungen.
3. Juni 1972
Mit Inkrafttreten des "Vier-Mächte-Abkommens über Berlin"
bestätigen die Siegermächte ihre Rechte für Berlin; es verbessert die
Lebensbedingungen der Berliner enorm. Neben Erleichterungen für den
Berlinverkehr beschließen die Alliierten die Voraussetzungen für einen
Gebietsaustausch zwischen West-Berlin und der DDR. Die Bindungen
West-Berlins zur Bundesrepublik sollen aufrechterhalten und entwickelt
werden. Mit diesem Abkommen garantiert die Sowjetunion den jederzeitigen
freien Zugang nach West-Berlin.
12. Juni 1987
Der amerikanische Präsident Ronald Reagan fordert anläßlich einer
Rede zur 750-Jahr-Feier am Brandenburger Tor: "Mr. Gorbatschow, open
this gate. Mr. Gorbatschow tear down this wall."
Juli 1989
Ab diesem Monat steigt der Strom der Flüchtlinge aus der DDR über
Ungarn nach Österreich rapide an. Bis zum 22. August erhöht sich die
Zahl der in Österreich eingetroffenen Flüchtlinge auf 3500.
10. September 1989
Ohne Abstimmung mit der DDR-Führung gestattet die ungarische
Regierung 6600 wartenden DDR-Bürgern ohne Visum die Ausreise in die
Bundesrepublik Deutschland. Bis Ende September kommen mehr als 25000
DDR-Bürger über Ungarn in die Bundesrepublik.
In Leipzig beginnen später die zur Tradition werdenden Friedensgebete
mit anschließender Demonstration.
30. September 1989
Nach intensiven innerdeutschen Verhandlungen dürfen
Botschaftsflüchtlinge - ca. 5500 Menschen in Prag und Warschau -
ausreisen.
7. Oktober 1989
Gorbatschow drängt bei seinem Besuch anläßlich der
Gründungsfeierlichkeiten der DDR auf Reformen.
16. Oktober 1989
In Leipzig fordern 120000 Demonstranten Demokratie und freie
Wahlen.
18. Oktober 1989
SED-Chef Erich Honecker tritt von allen Partei- und Staatsämtern
zurück; sein Nachfolger wird Egon Krenz.
4. November 1989
Mehr als 500000 Menschen demonstrieren im Zentrum Ost-Berlins.
Mit ihren Plakaten fordern sie freie Wahlen, Reisefreiheit und
demokratische Neugestaltung; unter den 26 Rednern sind die
Schriftsteller Christa Wolf, Stefan Heym, Christoph Hein sowie die
Schauspielerin Steffi Spira.
7. November 1989
Am Abend wird ohne nähere Begründung der Rücktritt der gesamten
Regierung der DDR bekanntgegeben.
8. November 1989
Das gesamte Politbüro der SED tritt zurück; am gleichen Tag wählt
das Zentralkomitee der SED ein neues Politbüro, das den bisherigen
SED-Sekretär des Bezirks Dresden, Hans Modrow, zum neuen
Ministerpräsidenten nominiert.
9. November 1989
Auf einer Pressekonferenz über die Sitzung des Zentralkomitees
der SED teilt Günther Schabowski eher beiläufig mit, daß Privatreisen
ins Ausland beantragt werden können und die Genehmigungen kurzfristig
erteilt würden. Danach strömen viele Ost-Berliner zu den
Grenzübergängen. In den Abendstunden, gegen 23 Uhr 15, werden die
Übergänge geöffnet. Begeisterte Berliner feiern in dieser Nacht den Fall
der Mauer und das Wiedersehen in ganz Berlin.
13. November 1989
Hans Modrow wird von der Volkskammer zum neuen DDR-Regierungschef
gewählt. Die Volkskammersitzung verläuft stürmisch. Zum ersten Mal
kritisieren Abgeordnete verschiedener Parteien offen die alte
DDR-Führung.
28. November 1989
Bundeskanzler Helmut Kohl plädiert in einem 10-Punkte-Plan für
die Entwicklung konföderativer Strukturen zwischen beiden deutschen
Staaten mit dem Ziel der Schaffung einer bundesstaatlichen Ordnung.
22. Dezember 1989
In der Anwesenheit von Bundeskanzler Kohl und DDR-Regierungschef
Modrow wird das Brandenburger Tor geöffnet.
31. Dezember 1989
Über eine halbe Million Menschen feiern in der Silvesternacht am
Brandenburger Tor.
5. Mai 1990
Beginn der Zwei-Plus-Vier-Gespräche in Bonn mit den
Außenministern der beiden deutschen Staaten sowie jenen der USA,
Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion über die äußeren
Aspekte der deutschen Einheit.
3. Oktober 1990
Deutschland ist wiedervereinigt.
Quellen:
Die Berliner Mauer. Berlin:
Jaron
Verlag 1999.