Berlin nach dem Mauerfall
1989
In der Nacht zum 6. Februar 1989 wird der 20 Jahre alte Chris
Gueffroy als letzter an der Mauer ermordet. Ungebrochen feiert die DDR
am 7. Oktober ihr 40-jähriges Staatsjubiläum. Der sowjetische Präsident
Michail Gorbatschow prägt bei der Gratulationscour seinen oft zitierten
Satz: »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben«
Am Abend des 9. November öffnet die DDR ihre Grenzen: Die Mauer in
Berlin fällt. Das Brandenburger Tor wird am 22. Dezember wieder
geöffnet.
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1990
Die ersten freien Wahlen in der DDR am 18. März führen zu einer
Regierungskoalition aus CDU und DSU, Demokratischem Aufbruch, Liberalen
und SPD unter Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU). Knapp 42 Jahre
nach der Spaltung der Berliner Stadtverwaltung treffen am 12. Juni der
Ostberliner Magistrat und der Senat von Westberlin im Roten Rathaus zu
ihrer ersten gemeinsamen Sitzung zusammen. Mit dem Abriß der Mauer wird
Mitte Juni an der Bemauer Straße begonnen. Die Parlamente und
Regierungen beider Teile Berlins ernennen gemeinsam am 29. Juni
Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum ersten Gesamtberliner
Ehrenbürger seit 1946. In seiner Festre de spricht er sich für Berlin
als Hauptstadt und Regierungssitz des vereinten Deutschland aus.
Ganz Berlin und das Umland werden mit Inkrafttreten der Wirtschafts-,
Währungs-und Sozialunion am 1. Juli zu einem einheitlichen
Währungsgebiet. Am 31. August wird im ehemaligen Kronprinzenpalais der
Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der
Deutschen Demokratischen Republik unterzeichnet, dem Bundestag und
Volkskammer am 20. September zustimmen. Artikel 2 erklärt Berlin zur
Hauptstadt des zukünftigen Deutschland.
Am 3. Oktober um 0 Uhr tritt die DDR der Bundesrepublik Deutschland
bei. In Anwesenheit des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers wird
vor dem Reichstagsgebäude zu den Klängen der Nationalhymne die
Bundesfahne gehißt. Ein offizieller Staatsakt in der Philharmonie
würdigt das Ereignis. Über eine Million Menschen feiern zwischen
Reichstag und Alexanderplatz das »Fest der Einheit«. Die erste Sitzung
einer gesamtdeutschen Volksvertretung seit 1933 findet am 4. Oktober im
Reichstag statt. Nach über 40 Jahren wird am 2. Dezember wieder ein
Gesamtberliner Abgeordnetenhaus gewählt.
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1991
Die Sarkophage mit den sterblichen Überresten Friedrich Wilhelms I.,
des Soldatenkönigs, und seines Sohnes Friedrichs 11., des Großen, kehren
am 17. August, dem 205. Todestag von Friedrich II., nach Potsdam zurück.
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1992
1992 Die ersten gemeinsamen Kommunalwahlen seit 1946
werden am 24. Mai abgehalten. Das Ergebnis gibt ein Bild von der
Situation in der Stadt. Während die SPD in beiden Stadtteilen mit knapp
32 Prozent gleich gut abschneidet, erhält die CDU im Westen 35 Prozent,
im ehemaligen Ostteil aber nur weniger als die Hälfte (14,3 %). Die PDS
erzielt im Osten rund 30 Prozent, das Bündnis 90 12,7 Prozent. Umgekehrt
erreicht die FDP mit 5,6 zu 3,5 Prozent etwas mehr Stimmen im Westen, wo
die Republikaner mit 9,9 Prozent fast doppelt so viele Stimmen wie im
Osten erhalten. Im Durchschnitt siegt die SPD (31,8 %) vor der CDU (27,5
%), der PDS (11,3 %) und der GAL (nur im Westen 13,5 %).
Am 29. Juli 1992 kehrt der ehemalige Staatsratsvorsitzende Erich
Honecker von seinem achtmonatigen Aufenthalt in Moskau zurück und sitzt
zunächst in Untersuchungshaft in Moabit.
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1993
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1994
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1995
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1996
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Quellen: Annalen aus: Chronik Berlin. Chronik Verlag im
Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München, 3. aktualisierte Auflage
1997.
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