Nach jahrelangem Krieg, nach Bombennächten und 14 Tage wahrenden
erbitterten Straßenkämpfen bot Berlin im Mai 1945 ein Bild des Grauens
und der Verwüstung. Statistiker errechneten, daß es damals in der Stadt
75 Millionen Kubikmeter Trümmer gab, ausreichend genug, um damit einen
Damm bauen zu können, der - 35 Meter breit und 5 Meter hoch - von Berlin
bis ins Ruhrgebiet gereicht hätte. Der gesamte Verkehr war lahmgelegt,
von 900 Omnibussen noch 18 übriggeblieben, 420 Straßenbahnen waren total
zerstört und von den unterirdischen Bahnanlagen der S- und U-Bahn waren
ein Drittel mit etwa 1 Million Kubikmeter Wasser überflutet. Mehr als
28,5 Quadratkilometer bebauter Stadtfläche waren total verwüstet, von
einst 1.562.000 Wohnungen noch 370.000 bewohnbar. Und doch gab es noch
Menschen in dieser Stadt, mehr als zweieinhalb Millionen (von einst 4,5
Millionen), die hier lebten ohne Trinkwasser und ohne Strom, ohne Gas
und kaum dem Mindesten an Lebensmitteln. Zweieinhalb Millionen, die zum
größten Teil ohne Hoffnung waren.
Wenn Berlin überlebte und seine Bewohner aus der Lethargie gerissen
wurden, so ist das der Sowjetarmee zu verdanken, die nach Berlin als
Befreier gekommen war, und den Aktivisten der ersten Stunde, den
Antifaschisten, die aus der Illegalität, aus Gefängnissen,
Konzentrationslagern und aus dem Exil kamen und den Wiederaufbau
organisierten. Noch bevor der letzte Schuß verhallt war, hatten sich in
den befreiten Stadtteilen erste antifaschistische Selbstverwaltungen
gebildet, und bereits siebzehn Tage nach der Kapitulation
derfaschistischenTruppeninBerlinkonstituiertesichdererstedemokratische
Magistrat.
In ganz Berlin begann der Aufbau, und auf der Basis der Beschlüsse
der Potsdamer Konferenz der Siegermächte wurden
antifaschistisch-demokratische Umwälzungen auf allen Gebieten
eingeleitet. Das jedoch brachte auch bald Kräfte der Reaktion auf den
Plan. Nachdem die sich zuspitzenden Spannungen zwischen den USA und der
UdSSR zum Auseinanderbrechen der Antihitlerkoalition und schließlich zum
Ausbruch des Kalten Krieges geführt hatten, versuchten sie, die
Umgestaltung in ganz Deutschland zu verhindern. Als ihnen in Berlin der
Erfolg verwehrt wurde, gingen sie gegen die Einheit der Stadt vor. Die
Einführung einer separaten Währung in den Westsektoren und die
Lahmlegung der Viermächteverwaltung spalteten Berlin. Der Magistrat
wurde arbeitsunfähig gemacht, schließlich eine eigene Verwaltung in dem
Teil der Stadt etabliert, den die Gegner der Entwicklung im Osten
Deutschlands nun bald zur Frontstadt" erklärten. Die offene Grenze zur
Hauptstadt der 1949 gegründeten DDR wurde über Jahre hinweg für Sabotage
und Ausplünderung genutzt. Als schließlich die imperialistische
Strategie des "roll back", des gewaltsamen Zurückrollens des
Sozialismus, in Plänen mündete, denen zufolge die Nato- und
Bundeswehrführung Varianten eines "begrenzten Krieges gegen die DDR"
ausgearbeitet hatten, sicherten bewaffnete Kräfte der DDR die Grenze
nach Westberlin und machten damit der angespannten Situation ein Ende.
Die Maßnahmen vom 13. August 1961, beschlossen und unterstützt von
den Staaten des Warschauer Vertrages, retteten in dieser Zeit den
Frieden und bekräftigten nicht zuletzt die staatsrechtliche Stellung
Berlins als Hauptstadt des sozialistischen deutschen Staates. In den
darauffolgenden Jahren kam es in der DDR und damit auch in Berlin zu
einer Stabilisierung der ökonomischen Lage. Die Hauptstadt entwickelte
sich unter günstigeren Bedingungen zum Industrieschwerpunkt, in dem vor
allem Betriebe der Elektronik und des Werkzeugmaschinenbaues erweitert
und modernisiert wurden. Auch konnten große städtebauliche Vorhaben in
Angriff genommen werden.
Allerdings waren auch zuvor bereits bedeutende Erfolge zu verzeichnen
gewesen. Der Berliner Wohnungsbau hatte mit dem Aufbau ganzer Stadtteile
und dem Übergang zur industriellen Bauweise große Fortschritte gemacht.
Berlin war auch wieder geachtete Stadt der Wissenschaft und der Kultur
geworden. Es entstanden Forschungs- und Lehrstätten wie die Akademie der
Landwirtschaftswissenschaften, die Akademie der Künste, die Bauakademie
und die Hochschulen für Ökonomie und für Musik. An gute Traditionen
anknüpfend, erlangte Berlin neuen Ruf als Theaterstadt. Bert Brecht und
sein Berliner Ensemble, Walter Felsenstein und die Komische Oper wurden
weltweit bekannt. Künstler wie Fritz Cremer, Otto Nagel, Arno Mohr, Max
Lingner und andere wirkten in Berlin.
Das äußere Bild der Stadt erhielt nach dem 13. August 1961 neue
Konturen. Der Wiederaufbau der Linden wurde vollendet, rings um den
Alexanderplatz entstand ein modernes Stadtzentrum und in allen
Stadtbezirken wuchsen neue Wohnviertel. Mitte der sechziger Jahre begann
der Aufbau des neuen Stadtbezirks Marzahn, ihm folgten die Stadtbezirke
Hellersdorf und Hohenschönhausen. In der Innenstadt wurden mit Hilfe von
Baubrigaden aus der ganzen DDR Altbaugebiete modernisiert und Baulücken
mit stilvollen Neubauten geschlossen. Prächtige Kulturstätten wie das
Schinkelsche Schauspielhaus und der neue Friedrichstadtpalast
entstanden, und dort, wo einst die ersten Berliner siedelten, erbaute
sich die Stadt, quasi als Geschenk zum 75ûjährigen Bestehen, das
Nikolaiviertel mit zahlreichen historischen Gebäuden. 1979 erhielt
Berlin vom Weltfriedensrat den Ehrentitel "Stadt des Friedens"
verliehen.
1945 Am 28. April - im Stadtzentrum toben noch
erbitterte Kämpfe - wird Generaloberst Bersarin zum Stadtkommandanten
ernannt. In Bruchmühle bei Strausberg trifft zwei Tage später eine
zehnköpfige Gruppe des ZK der KPD (Gruppe Ulbricht) ein, die sich
unverzüglich nach Berlin begibt, um dort den Neubeginn zu organisieren.
Am 19. Mai fahrt der Militärkommandant den neuen Magistrat von
Groß-Berlin feierlich in sein Amt ein. Oberbürgermeister wird der
parteilose Dr. Arthur Werner.
Eine interalliierte Militärkommandantur übernimmt am 11. Juli die
Kontrolle über die Verwaltung der Stadt; britische und amerikanische
Truppen ziehen in ihre Sektoren ein, die französischen folgen im August.
Vom 17. Juli bis zum 2. August tagt in Cecilienhof bei Potsdam die
Berliner
Konferenz der Siegermächte. Sie betont die Einheitlichkeit
Deutschlands und
Berlins, unbeschadet der Einteilung in Besatzur!gszonen bzw. Sektoren
in Berlin.
1946 Am 29. Januar wird die Universität Unter den
Linden wieder eröffnet.
Im Berliner Admiralspelast, dem heutigen Metropol-Theater, findet am
21. und 22. April der historische Vereinigungsparteitag von KPD und SPD
statt, die Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.
Am 1. Juli wird die Berliner Akademie (die ehemalige Preußische
Akademie der Wissenschaften) neu begründet. Am 12.Juli öffnet das
Märkische Museum wieder.
1948 Am 16. Juni bringt der amerikanische
Stadtkommandant Howley die Alliierte Kommandantur zum Scheitern, vier
Tage später wird in den Westsektoren eine separate Währung eingeführt.
Die Spaltung der Stadt wird durch Lahmlegung der einheitlichen
Verwaltung nach Abzug von Magistratsdienststellen nach Westberlin
vollendet. Auf Grund von Protesten der Bevölkerung wird die Absetzung
des bisherigen Magistrats wegen Verletzung der Lebensinteressen der
Stadt und Mißachtung der Verfassung Berlins verlangt. Am 30. November
konstituiert sich ein neuer Magistrat, zu dessen Oberbürgermeister
Friedrich Ebert gewählt wird. In den Westsektoren werden getrennte
Wahlen durchgeführt, und dort wird Ernst Reuter zum Leiter eines
Magistrats, der Westberlin zur "Frontstadt im kalten Krieg" macht.
1949 Bert Brecht und Helene Weigel gründen das
"Berliner Ensemble". Es gastiert zunächst im Deutschen Theater. Am 7.
Oktober beschließt der Deut sehe Volksrat - einen Monat nach Ausrufung
des westdeutschen Separatstaates - die Gründung der Deutschen
Demokratischen Republik. Berlin wird ihre Hauptstadt. Am 12. November
legt der sowjetische Militärkommandant von Berlin die
Verwaltungsbefugnisse voll in die Hände des demokratischen Magistrats
von Groß-Berlin.
Unter der Losung "Für den Aufbau Berlins" ruß das ZK der SED zum
Beginn des Nationalen Aufbauwerks (NAW).
1950 Die ersten vier Wohnblocks nach dem Kriege
werden an der heutigen Karl-Marx-Allee erbaut.
1951 Die Internationale Demokratische
Frauenförderation (IDFF) verlegt ihren ständigen Sitz von Paris nach
Berlin.
Die kl. Weltfestspiele der Jugend und Studenten finden vom 5. bis 19.
August unter Teilnahme von Jugendlichen aus 104 Ländern in Berlin statt.
Eröffnet wurden der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, das
Karl-Friedrich-FriesenSchwimmstadion und der Pionierpark Ernst Thälmann
in der Wuhlheide.
1952 Am 2. Januar beginnt das Aufbauprogramm mit
einem freiwilligen Arbeitseinsatz zur Trümmerbeseitigung, an dem sich
45000 Berliner beteiligen. Am 27. September wird Richtfest an den
Hochhäusern des Strausberger Platzes gefeiert. Zwischen dem Platz und
der Bersarinstraße sind 13 Wohnblocks mit 2138 Wohnungen und 97
Geschähen rohbaufertig.
1953 In Marzahnbilden Bauern und Landarbeiter am 1.
März die erste landwirtschahliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in
Berlin.
Das Zeughaus wird am 2. Mai als Museum für Deutsche Geschichte
eröffnet.
Am 17.Juni kommt es infolge überspitzter administrativer Maßnahmen zu
Arbeitsniederlegungen, Unruhen und vereinzelt Krawallen. Eine Ausweitung
der Ereignisse wird durch das Eingreifen bewaffneter Kräfte verhindert.
1954 Am 1. Januar werden die bisherigen SAG-Betriebe
(Sowjetische Aktiengesellschaften) Berliner Bremsenwerk, EAW Treptow und
Siemens-Plania in das Volkseigentum der DDR übergeben.
Am 19. März erhält das Berliner Ensemble sein eigenes Haus am
Schiffbauerdamm. Die wiederaufgebaute Volksbühne wird am 21. April
eröffnet.
1955 Am 2. Juli wird der Berliner Tierpark eröffnet.
Die Deutsche Staatsoper feiert ihre Wiedereröffnung am 4. September.
Das historisch getreu wiederaufgebaute Rote Rathaus wird am 30.
November an den Berliner Oberbürgermeister übergeben.
1956 Der Magistrat beschließt am 12. September, das
Brandenburger Tor in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Das
Richtfest wird im Jahr 1957 gefeiert, die neugeschaffene Quadriga trifft
im September 1958 aus Westberlin ein.
1957 Übergang zum industriellen Bauen im
Wohnungsbau. Es entstehen große Neubaugebiete an der Karl-Marx-Allee, im
Heinrich-Heine-Viertel, am Plänterwald und in Köpenick.
Im Oktober finden erstmals Berliner Festtage statt. Seitdem sind sie
alljährlich ein Höhepunkt des Kulturlebens der Stadt.
1959 Zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz
wird im Oktober der Grundstein zum Wohngebiet und für das erste der
achtgeschossigen Wohnhäuser gelegt, die in Großplattenbauweise
entstehen.
Der restaurierte Pergamonaltar wird am 4. Oktober der Öffentlichkeit
übergeben.
1960 Am 6. Oktober wird die 3,6 km lange Start- und
Landebahn auf dem Berliner Flughafen Schönefeld fertiggestellt.
1961 Am 13.August errichteten Kampfgruppen gemeinsam
mit anderen bewaffneten Kräften der DDR die Berliner Mauer.
Im November wird die elektrifizierte S-Bahn-Strecke nach Oranienburg
in Betrieb genommen.
1962 In diesem Jahr übersteigt die
Industrieproduktion Berlins zum ersten Mal die 5-Milliarden-Mark-Grenze.
Im Verhältnis zu 1958 hat sie sich damit auf 131,5 Prozent erhöht.
Ausbau der S-Bahn-Verbindung zum Flughafen Berlin-Schönefeld.
1964 Das Haus des Lehrers am Alexanderplatz und die
Kongreßhalle werden fertiggestellt.
Am Marx-Engels-Platz wird das Gebäude des Staatsrates der DDR seiner
Bestimmung übergeben.
1965 Beginn der Neugestaltung des Alexanderplatzes.
Das Fundament des Fernsehturms wird betoniert. Eine Bilanz sagt aus, daß
von 1961 bis 1965 in Berlin 31768 neue Wohnungen für 90000 Bürger gebaut
worden sind.
Am 5. Oktober wird nach langjähriger Rekonstruktion das Alte Museum
wieder eröffnet.
1967 Auf der Fischerinsel entsteht ein modernes
Wohnensemble mit sechs 70 Meter hohen Wohnhäusern.
Mit der Bildung des Kombinats VEB Kabelwerk Oberspree beginnt die
Umstellung der Wirtschaftsstruktur der Hauptstadt.
1968 Der Aufbau des Komplexes Rathausstraße/
Karl-Liebknecht-Stra He ei nschließlich der Markthalle wird in Angriff
genommen. Komplette Fertigstellung 1972.
Die Mühlendammbrücke wird modernisiert.
1969 Im Stadtzentrum wird am 7. Oktober der
Fernsehturm eröffnet. Das DDR-Fernsehen strahlt ein 2. Programm und
Farbsendungen aus.
1970 Zum 100. Geburtstag W. l. Lenins wird am 22.
April die Bebauung des Leninplatzes im wesentlichen vollendet und das
Denkmal enthüllt. Am Alexanderplatz werden das Hotel Stadt Berlin und
das Centrum-Warenhaus fertig.
1973 Vom 28. Juli bis 5. August finden die X.
Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin statt.
1975 In Lichtenberg nimmt die erste
Müllverbrennungsanlage der DDR ihren Betrieb auf. Sie dient auch der
Fernwärmeversorgung.
1976 Am 3. Februar wird der zentrale Beschluß
gefaßt, die DDR-Hauptstadt bis 1990 als politisches, ökonomisches und
kulturelles Zentrum weiter auszubauen. Bis 1990 sollen 300000 bis 330000
Wohnungen in Berlin geschaffen werden. Berlin-Marzahn wird zum größten
Neubaugebiet der DDR.
Ab September beteiligen sich im Rahmen der "FDJ-lnitiative Berlin"
Jugendbrigaden aus allen Bezirken der DDR am Aufbau in Berlin.
1978 Am 6. Juli wird in Berlin-Marzahn die
Binmillionste in der DDR seit 1971 fertiggestellte Wohnung an eine
Arbeiterfamilie übergeben. In der Chausseestraße wird das "Brecht-Haus
Berlin" eröffnet. Am Bahnhof Friedrichstraße entsteht das Internationale
Handelszentrum.
1979 Im Februar verleiht der Weltfriedensrat der
Stadt Berlin den Ehrentitel "Stadt des Friedens".
1981 Am 20. März wird das Sport- und
Erholungszentrum an der Leninallee eröffnet.
Der Wiederaufbau des ältesten Berliner Bauwerks, der Nikolaikirche,
beginnt. Direkt um die Kirche entsteht in den folgenden Jahren ein
Altherliner Viertel mit zahlreichen historischen Gebäuden. Unter den
Linden wird das Reiterstandbild Friedrichs II. wieder am ursprünglichen
Ort aufgestellt.
1982 Am 14. Juni wird das neue Hochhaus der Charité
eingeweiht. Im Dezember ist die neue S-Bahn-Strecke nach Ahrensfelde mit
sechs Bahnhöfen im Stadtbezirk Marzahn fertiggestellt, ein Jahr später
beginnt der Bau des Abzweigs in den neuen Stadtbezirk Hohenschönhausen.
1983 Einweihung der wiedererbauten Französischen
Friedrichstadtkirche am 17. April.
Auf der Marx-Engels-Brücke werden nach ihrer Rückführung aus
Westberlin die Skulpturengruppen wieder aufgestellt.
Vom 11. bis 16. April findet im Palast der Republik die
wissenschaftliche Konferenz "Karl Marx - der Kampf um Frieden und
sozialen Fortschritt" statt, an der Vvertreter von 145 Parteien und
Bewegungen aus 111 Ländernteilnehmen.
1984 Am 9. Februar wird am Arkonaplatz im Berliner
Stadtbezirk Mitte die zweimillionste seit 1971 fertiggestellte Wohnung
übergeben. Anschließend findet die Grundsteinlegung für das neue
Wohngebiet Hohenschönhausen statt.
Mit einer festlichen Premiere wird am 27. April das neue Haus des
Friedrichstadtpalastes eröffnet.
Das Schauspielhaus am Platz der Akademie wird am 1. Oktober feierlich
als Konzerthaus eingeweiht.
1985 Am 7. Februar konstituiert sich das Komitee der
DDR zum 750jährigen Bestehen von Berlin.
Beginn der Umgestaltung des Ostbahnhofs zum Berliner Hauptbahnhof.
Im Sommer beziehen die ersten Mieter Wohnungen im neuentstehenden
Nikolaiviertel.
1986 Am 4. April wird das Marx-Engels-Forum mit dem
Denkmal-Ensemble für die Begründer der wissenschaftlichen Weltanschauung
der Arbeiterklasse eingeweiht.
Am 16. April wird im Ernst-Thälmann-Park - einem neuen Wohngebiet für
4.000 Einwohner auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks im Prenzlauer
Berg - das Denkmal des Arbeiterführers enthüllt.
1987 Berlin feiert sein 750jähriges Bestehen.
Höhepunkte der über das ganze Jahr sich erstreckenden Festlichkeiten
sind der Festumzug durch das Stadtzentrum und der sich anschließende
Historische Markt, das Berliner Wasserfest und die Volksfeste der
Bezirke der Republik in der Hauptstadt. Weit über 100 Kunstausstellungen
mit Leihgaben von Museen aus aller Welt zeigen einzigartige kulturelle
Werte. Zu den bedeutenden politischen Höhepunkten gehört das Welttreffen
der Bürgermeister und zählen die 220 Konferenzen, Tagungen und
Kongresse, mit denen sich Berlin als Stätte internationaler Begegnungen
ausweist.
Anläßlich eines Rock-Konzerts am 7. Juni vor dem Reichstag versammeln
sich Jugendliche in Ostberlin an der Mauer. Es kommt zu
Auseinandersetzungen mit der Polizei. Der Ruf »Die Mauer muß weg«
ertönt.
Am 17. Januar 1988 werden in Ostberlin nach einer offiziellen
Demonstration zum Todestag Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs etwa 120
Anhänger der Friedensbewegung und der »Kirche von unten« festgenommen.