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Geschichte Berlins

Berlin : Geschichte : 1945 bis 1989
25-Apr-1989/06-Jan-06


 

Vom Neubeginn zum sozialistischen Berlin

1945 bis 1989

Nach jahrelangem Krieg, nach Bombennächten und 14 Tage wahrenden erbitterten Straßenkämpfen bot Berlin im Mai 1945 ein Bild des Grauens und der Verwüstung. Statistiker errechneten, daß es damals in der Stadt 75 Millionen Kubikmeter Trümmer gab, ausreichend genug, um damit einen Damm bauen zu können, der - 35 Meter breit und 5 Meter hoch - von Berlin bis ins Ruhrgebiet gereicht hätte. Der gesamte Verkehr war lahmgelegt, von 900 Omnibussen noch 18 übriggeblieben, 420 Straßenbahnen waren total zerstört und von den unterirdischen Bahnanlagen der S- und U-Bahn waren ein Drittel mit etwa 1 Million Kubikmeter Wasser überflutet. Mehr als 28,5 Quadratkilometer bebauter Stadtfläche waren total verwüstet, von einst 1.562.000 Wohnungen noch 370.000 bewohnbar. Und doch gab es noch Menschen in dieser Stadt, mehr als zweieinhalb Millionen (von einst 4,5 Millionen), die hier lebten ohne Trinkwasser und ohne Strom, ohne Gas und kaum dem Mindesten an Lebensmitteln. Zweieinhalb Millionen, die zum größten Teil ohne Hoffnung waren.

Wenn Berlin überlebte und seine Bewohner aus der Lethargie gerissen wurden, so ist das der Sowjetarmee zu verdanken, die nach Berlin als Befreier gekommen war, und den Aktivisten der ersten Stunde, den Antifaschisten, die aus der Illegalität, aus Gefängnissen, Konzentrationslagern und aus dem Exil kamen und den Wiederaufbau organisierten. Noch bevor der letzte Schuß verhallt war, hatten sich in den befreiten Stadtteilen erste antifaschistische Selbstverwaltungen gebildet, und bereits siebzehn Tage nach der Kapitulation derfaschistischenTruppeninBerlinkonstituiertesichdererstedemokratische Magistrat.

In ganz Berlin begann der Aufbau, und auf der Basis der Beschlüsse der Potsdamer Konferenz der Siegermächte wurden antifaschistisch-demokratische Umwälzungen auf allen Gebieten eingeleitet. Das jedoch brachte auch bald Kräfte der Reaktion auf den Plan. Nachdem die sich zuspitzenden Spannungen zwischen den USA und der UdSSR zum Auseinanderbrechen der Antihitlerkoalition und schließlich zum Ausbruch des Kalten Krieges geführt hatten, versuchten sie, die Umgestaltung in ganz Deutschland zu verhindern. Als ihnen in Berlin der Erfolg verwehrt wurde, gingen sie gegen die Einheit der Stadt vor. Die Einführung einer separaten Währung in den Westsektoren und die Lahmlegung der Viermächteverwaltung spalteten Berlin. Der Magistrat wurde arbeitsunfähig gemacht, schließlich eine eigene Verwaltung in dem Teil der Stadt etabliert, den die Gegner der Entwicklung im Osten Deutschlands nun bald zur Frontstadt" erklärten. Die offene Grenze zur Hauptstadt der 1949 gegründeten DDR wurde über Jahre hinweg für Sabotage und Ausplünderung genutzt. Als schließlich die imperialistische Strategie des "roll back", des gewaltsamen Zurückrollens des Sozialismus, in Plänen mündete, denen zufolge die Nato- und Bundeswehrführung Varianten eines "begrenzten Krieges gegen die DDR" ausgearbeitet hatten, sicherten bewaffnete Kräfte der DDR die Grenze nach Westberlin und machten damit der angespannten Situation ein Ende.

Die Maßnahmen vom 13. August 1961, beschlossen und unterstützt von den Staaten des Warschauer Vertrages, retteten in dieser Zeit den Frieden und bekräftigten nicht zuletzt die staatsrechtliche Stellung Berlins als Hauptstadt des sozialistischen deutschen Staates. In den darauffolgenden Jahren kam es in der DDR und damit auch in Berlin zu einer Stabilisierung der ökonomischen Lage. Die Hauptstadt entwickelte sich unter günstigeren Bedingungen zum Industrieschwerpunkt, in dem vor allem Betriebe der Elektronik und des Werkzeugmaschinenbaues erweitert und modernisiert wurden. Auch konnten große städtebauliche Vorhaben in Angriff genommen werden.

Allerdings waren auch zuvor bereits bedeutende Erfolge zu verzeichnen gewesen. Der Berliner Wohnungsbau hatte mit dem Aufbau ganzer Stadtteile und dem Übergang zur industriellen Bauweise große Fortschritte gemacht. Berlin war auch wieder geachtete Stadt der Wissenschaft und der Kultur geworden. Es entstanden Forschungs- und Lehrstätten wie die Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, die Akademie der Künste, die Bauakademie und die Hochschulen für Ökonomie und für Musik. An gute Traditionen anknüpfend, erlangte Berlin neuen Ruf als Theaterstadt. Bert Brecht und sein Berliner Ensemble, Walter Felsenstein und die Komische Oper wurden weltweit bekannt. Künstler wie Fritz Cremer, Otto Nagel, Arno Mohr, Max Lingner und andere wirkten in Berlin.

Das äußere Bild der Stadt erhielt nach dem 13. August 1961 neue Konturen. Der Wiederaufbau der Linden wurde vollendet, rings um den Alexanderplatz entstand ein modernes Stadtzentrum und in allen Stadtbezirken wuchsen neue Wohnviertel. Mitte der sechziger Jahre begann der Aufbau des neuen Stadtbezirks Marzahn, ihm folgten die Stadtbezirke Hellersdorf und Hohenschönhausen. In der Innenstadt wurden mit Hilfe von Baubrigaden aus der ganzen DDR Altbaugebiete modernisiert und Baulücken mit stilvollen Neubauten geschlossen. Prächtige Kulturstätten wie das Schinkelsche Schauspielhaus und der neue Friedrichstadtpalast entstanden, und dort, wo einst die ersten Berliner siedelten, erbaute sich die Stadt, quasi als Geschenk zum 75ûjährigen Bestehen, das Nikolaiviertel mit zahlreichen historischen Gebäuden. 1979 erhielt Berlin vom Weltfriedensrat den Ehrentitel "Stadt des Friedens" verliehen.

1945 Am 28. April - im Stadtzentrum toben noch erbitterte Kämpfe - wird Generaloberst Bersarin zum Stadtkommandanten ernannt. In Bruchmühle bei Strausberg trifft zwei Tage später eine zehnköpfige Gruppe des ZK der KPD (Gruppe Ulbricht) ein, die sich unverzüglich nach Berlin begibt, um dort den Neubeginn zu organisieren.

Am 19. Mai fahrt der Militärkommandant den neuen Magistrat von Groß-Berlin feierlich in sein Amt ein. Oberbürgermeister wird der parteilose Dr. Arthur Werner.

Eine interalliierte Militärkommandantur übernimmt am 11. Juli die Kontrolle über die Verwaltung der Stadt; britische und amerikanische Truppen ziehen in ihre Sektoren ein, die französischen folgen im August.

Vom 17. Juli bis zum 2. August tagt in Cecilienhof bei Potsdam die Berliner

Konferenz der Siegermächte. Sie betont die Einheitlichkeit Deutschlands und

Berlins, unbeschadet der Einteilung in Besatzur!gszonen bzw. Sektoren in Berlin.

1946 Am 29. Januar wird die Universität Unter den Linden wieder eröffnet.

Im Berliner Admiralspelast, dem heutigen Metropol-Theater, findet am 21. und 22. April der historische Vereinigungsparteitag von KPD und SPD statt, die Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.

Am 1. Juli wird die Berliner Akademie (die ehemalige Preußische Akademie der Wissenschaften) neu begründet. Am 12.Juli öffnet das Märkische Museum wieder.

1948 Am 16. Juni bringt der amerikanische Stadtkommandant Howley die Alliierte Kommandantur zum Scheitern, vier Tage später wird in den Westsektoren eine separate Währung eingeführt. Die Spaltung der Stadt wird durch Lahmlegung der einheitlichen Verwaltung nach Abzug von Magistratsdienststellen nach Westberlin vollendet. Auf Grund von Protesten der Bevölkerung wird die Absetzung des bisherigen Magistrats wegen Verletzung der Lebensinteressen der Stadt und Mißachtung der Verfassung Berlins verlangt. Am 30. November konstituiert sich ein neuer Magistrat, zu dessen Oberbürgermeister Friedrich Ebert gewählt wird. In den Westsektoren werden getrennte Wahlen durchgeführt, und dort wird Ernst Reuter zum Leiter eines Magistrats, der Westberlin zur "Frontstadt im kalten Krieg" macht.

1949 Bert Brecht und Helene Weigel gründen das "Berliner Ensemble". Es gastiert zunächst im Deutschen Theater. Am 7. Oktober beschließt der Deut sehe Volksrat - einen Monat nach Ausrufung des westdeutschen Separatstaates - die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin wird ihre Hauptstadt. Am 12. November legt der sowjetische Militärkommandant von Berlin die Verwaltungsbefugnisse voll in die Hände des demokratischen Magistrats von Groß-Berlin.

Unter der Losung "Für den Aufbau Berlins" ruß das ZK der SED zum Beginn des Nationalen Aufbauwerks (NAW).

1950 Die ersten vier Wohnblocks nach dem Kriege werden an der heutigen Karl-Marx-Allee erbaut.

1951 Die Internationale Demokratische Frauenförderation (IDFF) verlegt ihren ständigen Sitz von Paris nach Berlin.

Die kl. Weltfestspiele der Jugend und Studenten finden vom 5. bis 19. August unter Teilnahme von Jugendlichen aus 104 Ländern in Berlin statt. Eröffnet wurden der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, das Karl-Friedrich-FriesenSchwimmstadion und der Pionierpark Ernst Thälmann in der Wuhlheide.

1952 Am 2. Januar beginnt das Aufbauprogramm mit einem freiwilligen Arbeitseinsatz zur Trümmerbeseitigung, an dem sich 45000 Berliner beteiligen. Am 27. September wird Richtfest an den Hochhäusern des Strausberger Platzes gefeiert. Zwischen dem Platz und der Bersarinstraße sind 13 Wohnblocks mit 2138 Wohnungen und 97 Geschähen rohbaufertig.

1953 In Marzahnbilden Bauern und Landarbeiter am 1. März die erste landwirtschahliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in Berlin.

Das Zeughaus wird am 2. Mai als Museum für Deutsche Geschichte eröffnet.

Am 17.Juni kommt es infolge überspitzter administrativer Maßnahmen zu Arbeitsniederlegungen, Unruhen und vereinzelt Krawallen. Eine Ausweitung der Ereignisse wird durch das Eingreifen bewaffneter Kräfte verhindert.

1954 Am 1. Januar werden die bisherigen SAG-Betriebe (Sowjetische Aktiengesellschaften) Berliner Bremsenwerk, EAW Treptow und Siemens-Plania in das Volkseigentum der DDR übergeben.

Am 19. März erhält das Berliner Ensemble sein eigenes Haus am Schiffbauerdamm. Die wiederaufgebaute Volksbühne wird am 21. April eröffnet.

1955 Am 2. Juli wird der Berliner Tierpark eröffnet. Die Deutsche Staatsoper feiert ihre Wiedereröffnung am 4. September.

Das historisch getreu wiederaufgebaute Rote Rathaus wird am 30. November an den Berliner Oberbürgermeister übergeben.

1956 Der Magistrat beschließt am 12. September, das Brandenburger Tor in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Das Richtfest wird im Jahr 1957 gefeiert, die neugeschaffene Quadriga trifft im September 1958 aus Westberlin ein.

1957 Übergang zum industriellen Bauen im Wohnungsbau. Es entstehen große Neubaugebiete an der Karl-Marx-Allee, im Heinrich-Heine-Viertel, am Plänterwald und in Köpenick.

Im Oktober finden erstmals Berliner Festtage statt. Seitdem sind sie alljährlich ein Höhepunkt des Kulturlebens der Stadt.

1959 Zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz wird im Oktober der Grundstein zum Wohngebiet und für das erste der achtgeschossigen Wohnhäuser gelegt, die in Großplattenbauweise entstehen.

Der restaurierte Pergamonaltar wird am 4. Oktober der Öffentlichkeit übergeben.

1960 Am 6. Oktober wird die 3,6 km lange Start- und Landebahn auf dem Berliner Flughafen Schönefeld fertiggestellt.

1961 Am 13.August errichteten Kampfgruppen gemeinsam mit anderen bewaffneten Kräften der DDR die Berliner Mauer.

Im November wird die elektrifizierte S-Bahn-Strecke nach Oranienburg in Betrieb genommen.

1962 In diesem Jahr übersteigt die Industrieproduktion Berlins zum ersten Mal die 5-Milliarden-Mark-Grenze. Im Verhältnis zu 1958 hat sie sich damit auf 131,5 Prozent erhöht.

Ausbau der S-Bahn-Verbindung zum Flughafen Berlin-Schönefeld.

1964 Das Haus des Lehrers am Alexanderplatz und die Kongreßhalle werden fertiggestellt.

Am Marx-Engels-Platz wird das Gebäude des Staatsrates der DDR seiner Bestimmung übergeben.

1965 Beginn der Neugestaltung des Alexanderplatzes. Das Fundament des Fernsehturms wird betoniert. Eine Bilanz sagt aus, daß von 1961 bis 1965 in Berlin 31768 neue Wohnungen für 90000 Bürger gebaut worden sind.

Am 5. Oktober wird nach langjähriger Rekonstruktion das Alte Museum wieder eröffnet.

1967 Auf der Fischerinsel entsteht ein modernes Wohnensemble mit sechs 70 Meter hohen Wohnhäusern.

Mit der Bildung des Kombinats VEB Kabelwerk Oberspree beginnt die Umstellung der Wirtschaftsstruktur der Hauptstadt.

1968 Der Aufbau des Komplexes Rathausstraße/ Karl-Liebknecht-Stra He ei nschließlich der Markthalle wird in Angriff genommen. Komplette Fertigstellung 1972.

Die Mühlendammbrücke wird modernisiert.

1969 Im Stadtzentrum wird am 7. Oktober der Fernsehturm eröffnet. Das DDR-Fernsehen strahlt ein 2. Programm und Farbsendungen aus.

1970 Zum 100. Geburtstag W. l. Lenins wird am 22. April die Bebauung des Leninplatzes im wesentlichen vollendet und das Denkmal enthüllt. Am Alexanderplatz werden das Hotel Stadt Berlin und das Centrum-Warenhaus fertig.

1973 Vom 28. Juli bis 5. August finden die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin statt.

1975 In Lichtenberg nimmt die erste Müllverbrennungsanlage der DDR ihren Betrieb auf. Sie dient auch der Fernwärmeversorgung.

1976 Am 3. Februar wird der zentrale Beschluß gefaßt, die DDR-Hauptstadt bis 1990 als politisches, ökonomisches und kulturelles Zentrum weiter auszubauen. Bis 1990 sollen 300000 bis 330000 Wohnungen in Berlin geschaffen werden. Berlin-Marzahn wird zum größten Neubaugebiet der DDR.

Ab September beteiligen sich im Rahmen der "FDJ-lnitiative Berlin" Jugendbrigaden aus allen Bezirken der DDR am Aufbau in Berlin.

1978 Am 6. Juli wird in Berlin-Marzahn die Binmillionste in der DDR seit 1971 fertiggestellte Wohnung an eine Arbeiterfamilie übergeben. In der Chausseestraße wird das "Brecht-Haus Berlin" eröffnet. Am Bahnhof Friedrichstraße entsteht das Internationale Handelszentrum.

1979 Im Februar verleiht der Weltfriedensrat der Stadt Berlin den Ehrentitel "Stadt des Friedens".

1981 Am 20. März wird das Sport- und Erholungszentrum an der Leninallee eröffnet.

Der Wiederaufbau des ältesten Berliner Bauwerks, der Nikolaikirche, beginnt. Direkt um die Kirche entsteht in den folgenden Jahren ein Altherliner Viertel mit zahlreichen historischen Gebäuden. Unter den Linden wird das Reiterstandbild Friedrichs II. wieder am ursprünglichen Ort aufgestellt.

1982 Am 14. Juni wird das neue Hochhaus der Charité eingeweiht. Im Dezember ist die neue S-Bahn-Strecke nach Ahrensfelde mit sechs Bahnhöfen im Stadtbezirk Marzahn fertiggestellt, ein Jahr später beginnt der Bau des Abzweigs in den neuen Stadtbezirk Hohenschönhausen.

1983 Einweihung der wiedererbauten Französischen Friedrichstadtkirche am 17. April.

Auf der Marx-Engels-Brücke werden nach ihrer Rückführung aus Westberlin die Skulpturengruppen wieder aufgestellt.

Vom 11. bis 16. April findet im Palast der Republik die wissenschaftliche Konferenz "Karl Marx - der Kampf um Frieden und sozialen Fortschritt" statt, an der Vvertreter von 145 Parteien und Bewegungen aus 111 Ländernteilnehmen.

1984 Am 9. Februar wird am Arkonaplatz im Berliner Stadtbezirk Mitte die zweimillionste seit 1971 fertiggestellte Wohnung übergeben. Anschließend findet die Grundsteinlegung für das neue Wohngebiet Hohenschönhausen statt.

Mit einer festlichen Premiere wird am 27. April das neue Haus des Friedrichstadtpalastes eröffnet.

Das Schauspielhaus am Platz der Akademie wird am 1. Oktober feierlich als Konzerthaus eingeweiht.

1985 Am 7. Februar konstituiert sich das Komitee der DDR zum 750jährigen Bestehen von Berlin.

Beginn der Umgestaltung des Ostbahnhofs zum Berliner Hauptbahnhof.

Im Sommer beziehen die ersten Mieter Wohnungen im neuentstehenden Nikolaiviertel.

1986 Am 4. April wird das Marx-Engels-Forum mit dem Denkmal-Ensemble für die Begründer der wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse eingeweiht.

Am 16. April wird im Ernst-Thälmann-Park - einem neuen Wohngebiet für 4.000 Einwohner auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks im Prenzlauer Berg - das Denkmal des Arbeiterführers enthüllt.

1987 Berlin feiert sein 750jähriges Bestehen. Höhepunkte der über das ganze Jahr sich erstreckenden Festlichkeiten sind der Festumzug durch das Stadtzentrum und der sich anschließende Historische Markt, das Berliner Wasserfest und die Volksfeste der Bezirke der Republik in der Hauptstadt. Weit über 100 Kunstausstellungen mit Leihgaben von Museen aus aller Welt zeigen einzigartige kulturelle Werte. Zu den bedeutenden politischen Höhepunkten gehört das Welttreffen der Bürgermeister und zählen die 220 Konferenzen, Tagungen und Kongresse, mit denen sich Berlin als Stätte internationaler Begegnungen ausweist.

Anläßlich eines Rock-Konzerts am 7. Juni vor dem Reichstag versammeln sich Jugendliche in Ostberlin an der Mauer. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Der Ruf »Die Mauer muß weg« ertönt.

Am 17. Januar 1988 werden in Ostberlin nach einer offiziellen Demonstration zum Todestag Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs etwa 120 Anhänger der Friedensbewegung und der »Kirche von unten« festgenommen.

 
 

 

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