Bei UNIX-artigen *BSD-Betriebssystemen ist zu unterscheiden
zwischen Distributionen und
Derivaten. Alle *BSD-Derivate sind direkte Nachfahren des BSD-UNIX
"4.4BSD Lite2", der letzten offiziellen BSD-Version der Universität Berkeley
in Kalifornien.
Linux verfügt, im
Gegensatz zu *BSD, über keinen vergleichbaren Stammbaum (siehe
Chronik), da der Kernel relativ unabhängig
entwickelt wurde; wenn überhaupt spaltete sich der Linux-Kernel mit Version
0.01 von Minix ab.
Die z.Zt. wichtigsten *BSD-Derivate sind:
FreeBSD.
Das BSD-Derivat mit der breitesten Hardware-Unterstützung.
OpenBSD.
Das BSD-Derivat mit der größten Anzahl an unterstützten
Hardware-Plattformen.
NetBSD.
Ableger von FreeBSD
(Abspaltung 1996), besonders spezialisiert auf Sicherheit.
Die drei freien BSD-Systeme unterliegen den Lizenzbedingungen
der Berkeley-Universität bzw. vergleichbaren Bedingungen.
Das FreeBSD- und das
NetBSD-Projekt haben eine hierarchische
Struktur. Core-Teams von Systementwicklern bestimmen die globale Richtung, und
ein erweiterter Entwicklerkreis hat nach Absprache Arbeiten übernommen und
Schreibrecht im Quellcode. Der Quellcode ist weltweit einheitlich und nur nach
Versionen differenziert. Vorschläge und Code aus dem großen Anwenderkreis sind
willkommen, werden aber nicht unbedingt berücksichtigt.
Freie UNIX-Systeme im Vergleich (von Konrad Heuer):

Quelle:
http://gwdu60.gwdg.de/xfig2/freebsd2.gif.
Ein kommerzielles *BSD-Derivat hat einige Bedeutung im Bereich
der Internet-Server:
BSD/OS.
Kommerzielles BSD-Derivat.
Erwähnenswert sind auch noch:
MacOS X /
DarwinOS.
Basiert auf Komponenten von *BSD. Teile des Kernels basieren
auf FreeBSD, einige Libraries stammen von
NetBSD. Die BSD und Mac Community werden
daher vermutlich in Zukunft stärker zusammenwachsen.
NeXTstep / Openstep.
Der
Kernel von NeXTstep basiert auf Mach 2.5, der wiederum eine Implementation
von BSD 4.x ist. Nachfolger: Apple "Rhapsody" (Darwin, MacOS X).
SecureBSD.
Ein Projekt mit inheränter Sicherheit von
2Cactus Development
als Addon zum eigenen 4.4BSD-Derivat. Wird zur Zeit allerdings nur für
FreeBSD angeboten.
TrustedBSD.
Ebenfalls
ein aus Sicherheitsaspekte spezialisiertes *BSD-Derivat, das sich u.a. durch
eine Implementierung von Access Control Lists (ACL) und eine
differenziertere Rechteverwaltung auszeichnet.
Eclipse/BSD.
Ein
auf FreeBSD basierendes System mit
integrierter Quality-of-Service (QoS).
SunOS 4.x.
Basiert ebenfalls auf *BSD. Mit der Entwicklung von SunOS
5.x bzw. Solaris 2.x wechselte Sun allerdings zu System V Release 4
("SysV").
DEC Ultrix.
Veraltetes Betriebssystem für nur noch historisch relevante
Hardware.
Die meisten *BSD-Projekte arbeiten zusammen und tauschen
beispielsweise Patches für Sicherheitslücken aus. Die Firma BSDi hat unlängst
den FreeBSD-Distributor Walnut Creek CDROM
übernommen.
Quellen:
LEO: Übersicht über *BSD (von Daniel Lang),
http://www.leo.org/information/.../bsd/overview_de.html.
Operating Systems (von Pat Gunn),
http://junior.apk.net/~qc/comp/os/index.html.
OSdata.com: Operating System Technical Comparison (von
Mio),
http://www.osdata.com/index.htm.
Die Geschichte von UNIX (von Gunter Ohrner),
http://www-users.rwth-aachen.de/g.ohrner/Unix/unixgeschichte.html.
Freie UNIX-Systeme im Vergleich, Vortrag von Konrad
Heuer beim 15. DV-Treffen der Max-Planck-Institute vom 18. bis 20. November
1998 in Göttingen,
http://gwdu60.gwdg.de/xfig2/freeunix.html.