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Das Wohltemperierte Klavier
Teil 1: ab 1722, BWV 846–869;
Teil 2: 1744, BWV 870–893.
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Erstellt/Bearbeitet: 22-Apr-2005/11-Jan-07
Systemzeit: 09.07.2008 10:55:52
Home : Audio : Werke : W : Wohltemperierte.Klavier.Das
Übersicht
Das Wohl temperierte Clavier oder Praeludia, und Fugen durch alle
Tone und Semitonia... (abgekürzt WK) ist der Titel einer
zweiteiligen Sammlung von
Johann
Sebastian Bach (Teil 1: BWV 846–869, ab 1722; Teil 2: BWV 870–893,
1744).
Aufbau und Gliederung
Beide Teile umfassen 24 Präludien und 24 Fugen für "Clavier" (hier:
Clavichord oder Cembalo) durch sämtliche Tonarten (C-Dur, c-moll,
Cis-Dur, cis-moll, D-Dur, d-moll, usw). Der Titel bezieht sich auf die
temperierte Stimmung, bei der die zwölfstufige Oktave unseres Tonsystems
so eingerichtet ist, dass alle Tonarten im Gegensatz zur reinen Stimmung
auf einem Tasteninstrument gleich brauchbar zu spielen sind. Es geht
also hier nicht um die Aufteilung der Oktave in zwölf exakt gleich große
Intervalle, d.h. um die gleichstufige Stimmung.
Jedes dieser Präludien aus dem WK, das dort einer Fuge vorausgeht,
hat "Selbstwert", ist also nicht bloß auf die nachfolgende Fuge
hinführendes "Praeambulum" oder "Intonatio", wie einleitende Stücke
improvisierten Charakters seinerzeit genannt wurden. Die Verschiedenheit
ihrer Konzeption - keines der insgesamt 24 Paare ähnelt einem anderen -
und die Auswahl einer Tonart für das gerade vorliegende Präludium oder
die Fuge stützen die kontrovers diskutierte Ansicht, dass jede der zwölf
Tonarten ihren eigenen Tonartencharakter habe. (Bei der
gleichschwebenden Temperatur kann indes kein Unterschied zwischen diesen
Tonarten konstatiert werden, wenn man davon absieht, dass die Hand des
Klavierspielers auf Grund der Tastengeometrie beispielsweise einen
C-Dur-Dreiklang anders greift und anschlägt als einen in D-Dur).
Die Fugen selbst sind hauptsächlich drei- bis fünfstimmig (Ausnahme
e-moll Fuge Band I, 2-stimmig) und weisen in Konzeption ihrer Themen und
des Fugenbaus auf die überragende Kompositionstechnik Bachs hin. Dabei
liegt die Genialität Bachs darin, ein Fugenthema zu entwickeln, das
sowohl kontrapunktischen als auch musikalisch-ästhetischen Ansprüchen
auf sehr hohem Niveau genügt (wobei diese nicht als ein Gegensatz zu
verstehen sind!).
Bei dieser Reichhaltigkeit der Präludien- und Fugengestaltung kann
das WK als exemplarisches Lehrwerk aufgefasst werden; man vergleiche
hierzu das andersgeartete
Kunst der Fuge.
Bach schreibt selber auf das Titelblatt des erhaltenen Autographs:
»...zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen
Musicalischen Jugend, alsauch derer in diesem studio schon habil
seyenden besonderen Zeitvertreib aufgesetzt und verfertigt...«.
Wie stark die Wirkung über die Zeiten bis zur Gegenwart ist, zeigt
die Tatsache, dass der russische Komponist
Dmitri
Schostakowitsch, angeregt von Bachs WK, 24 Präludien und Fugen
für Klavier (entstanden 1950/51) geschrieben hat.
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Hörbeispiel
Fuga
a 3 voci (MIDI-Datei, 7 kB) aus Bachs Wohltemperiertem Klavier
Notenbeispiel
J.S. Bach: Fuga a 3 voci

Weitere Auszüge aus den Noten zum Wohltemperierten
Klavier.
Siehe auch
Literatur
Hermann Keller Das Wohltemperierte Klavier von J.S.Bach. Bärenreiter,
München, 1981, ISBN 3-7618-1200-0.
Johann Nepomuk David Das Wohltemperierte Klavier - Der Versuch einer
Synopsis. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1962.
Ludwig Czaczkes Analyse des Wohltemperierten Klaviers.Wien, 1965, 2
Bände - Excellente Analysen über die Bachschen Fugen.
Alfred Dürr Johann Sebastien Bach - Das wohltemperierte Klavier.
Bärenreiter, Kassel, ISBN 3-7618-1229-9
Netmarks
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