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Stabat Mater
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06-Apr-2005/11-Jan-07
Systemzeit: 10.01.2009 00:41:29
Home : Audio : Werke : S : Stabat.Mater
Übersicht
Stabat mater dolorosa (lat., »Es stand die Mutter
schmerzenreich«) ist der Anfang eines wahrscheinlich von Jacopone da
Todi, möglicherweise aber auch von Bonaventura († 1274) verfassten
Gedichtes auf die leidende Gottesmutter, das an den Festen der
Sieben Schmerzen Mariä (15. September) sowie am Freitag nach dem ersten
Passionstag als Sequenz gebetet oder gesungen wird und seit 1727 zum
Brevier der katholischen Kirche gehört.
Lyrik und Übersetzung der ersten fünf Teile
| 1. |
Stabat Mater dolorosa
Juxta crucem lacrimosa,
Dum pendebat filius.
Cuius animam gementem
Contristantem et dolentem
Pertransivit gladius.
|
1. |
Es stand die Mutter
schmerzensreich
bei dem Kreuz, tränenreich,
als dort hing der Sohn.
Ihre Seele, trauervoll,
tiefbetrübt und schmerzvoll,
durchbohrte ein Schwert. |
| 2. |
O quam tristis et afflicta
Fuit illa benedicta
Mater Unigeniti
Quae maerebat et dolebat,
Pia Mater, dum videbat
Nati poenas incliti. |
2. |
O wie traurig und zerschlagen
war da jene gesegnete
Mutter des Einziggeborenen,
welche wehklagte und litt,
die fromme Mutter, als sie sah
die Leiden ihres berühmten Sohnes. |
| 3. |
Quis est homo, qui non fleret
Matrem Christi si videret
In tanto supplicio?
Quis non posset contristari
Piam matrem contemplari
Dolentem cum filio? |
3. |
Wer wäre der Mensch, der nicht
weinte,
wenn er die Mutter Christi sähe
in so großer Pein?
Wer könnte nicht mittrauern,
die fromme Mutter anblickend,
wie sie leidet mit dem Sohn? |
| 4. |
Pro peccatis suae gentis
Jesum vidit in tormentis
Et flagellis subditum
Vidit suum dulcem natum
Morientem desolatum
Cum emisit spiritum. |
4. |
Für die Sünden seines Volkes
Jesus siehet sie in Qualen,
und mit Geißeln gemartert,
sieht sie ihren süßen Sohn
sterbend ohne Trost,
da er aufgibt seinen Geist. |
| 5. |
Eia Mater, fons amoris
Me sentire vim doloris
Fac, ut tecum lugeam
Fac, ut ardeam cor meum
In amando Christum Deum
Ut sibi conplaceam. |
5. |
Ach, Mutter, Quell der Liebe,
mich laß fühlen die Gewalt des Schmerzes,
auf dass ich mit dir trauere;
Mach, dass brenne das Herze mein
in Liebe zu Christus, meinem Gott,
auf dass ihn ich mir gnädig stimme. |
Vertonungen
Das Stabat Mater ist oft von klassischen Komponisten vertont worden.
Nicht immer wurde der gesamte Text verwendet, unterschiedliche Anlässe
der Stücke und persönliche Prägungen der Komponisten führten oft zur
Akzentsetzung etwa unter den Themen: Trost, Leid, Klage. Die alte
Choralmelodie wurde von Josquin und Palestrina schon im 16. Jahrhundert
polyphon vertont. Viele weitere Komponisten schufen Vertonungen des
Stabat Mater, die auch heute noch oft aufgeführt werden (nach dem
Komponistennamen folgt die Besetzung):
Wissenswertes
Nach der Uraufführung von Gioacchino Rossinis Stabat Mater in
Paris schrieb Heinrich Heine eine begeisterte Kritik, in der er diese
Musik mit der »glutvollen Malerei der italienischen und spanischen
Schule« vergleicht:
»Das ungeheure erhabene Martyrium wurde hier dargestellt,
aber in den naivsten Jugendlauten, die furchtbaren Klagen der Mater
dolorosa ertönten, aber wie aus unschuldig kleiner Mädchenkehle,
neben dem Flor der schwärzesten Trauer rauschten die Flügel aller
Amoretten der Anmut, die Schrecknisse des Kreuztodes waren gemildert
wie von tändelndem Schäferspiel, und das Gefühl der Unendlichkeit
umwogte und umschloss das Ganze wie der blaue Himmel, der auf die
Prozession herableuchtete wie das blaue Meer, an dessen Ufern sie
singend und klingend dahinzog!«
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Version: 12:46, 3. Apr 2005.
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