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Ausführliche Inhaltsangabe zu Lohengrin (UA 1850)
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30-Mar-2005/11-Jan-07
Übersicht
Inhaltsangabe zu Richard Wagners Lohengrin (UA
1850).
Vorbemerkung
Die Handlung spielt zur Zeit König Heinrichs I. (des Voglers) im
Herzogtum Brabant. (Eigentlich kam es zur Gründung dieses Herzogtums
erst einige Jahrzehnte später, der Handlung tut dies jedoch keinen
Abbruch.)
Es ist die Zeit der kriegerischen Auseinandersetzung mit den Ungarn und
König Heinrich versucht, die regionalen Fürstentümer dazu zu bewegen,
sich an den bevorstehenden Kämpfen zu beteiligen. Deswegen kam er auch
nach Brabant (Komm ich zu Euch nun, Männer von Brabant, zur Heeresfolg'
nach Mainz Euch zu entbieten), was angesichts dessen, dass die
Kriegsgefahr die östlichen Gefilde des Reiches betrifft, Brabant jedoch
im äußersten Westen gelegen ist, eine politisch heikle Mission darstellt
(Ob Ost, ob West, das gelte allen gleich: was deutsches Land heißt,
stelle Kampfesscharen) Diese historischen Rahmenbedingungen sind für
weite Teile der gesamten Handlung bestimmend.
Vorspiel und Erster Aufzug
Zu Beginn der Oper erleben wir jedoch bereits musikalisch eine ganz
andere Welt. Das Vorspiel entführt uns in das Reich des Gral, die
musikalische Thematik ist weithin in A-Dur gehalten.
Dies kontrastiert dann mit einem durchaus positiven, kräftigen aber
ebenso irdischen C-Dur zu Beginn des ersten Aufzugs. Der Heerrufer
kündigt die Ankunft König Heinrichs an (Hört Grafen, Edle, Freie von
Brabant: Heinrich der Deutschen König kam zur Statt, mit Euch zu dingen
nach des Reiches Recht - gebt Ihr nun Fried' und Folge dem Gebot?)
Heinrich, der wie erwähnt eigentlich einen Heerzug organisieren möchte,
erfährt nun von Friedrich, Graf von Telramund, dass der Herzog von
Brabant verstorben ist und seine beiden Kinder (Elsa, die Jungfrau und
Gottfried, den Knaben) der Obhut Telramunds anvertraut hat. Gottfried
war sodann zum Entsetzen Telramunds verschwunden und Telramund hatte
sich die Überzeugung gebildet, dass Elsa hierfür verantwortlich war,
indem sie Gottfried getötet hatte. Telramund löste daraufhin die
Verlobung (Dem Recht auf ihre Hand, vom Vater mir verliehen, entsagt'
ich willig da und gern) und vermählte sich mit Ortrud, der letzten
Nachfahrin der Friesen. In Wahrheit war es auch Ortrud gewesen, die
Telramund eingeflüstert hatte, sie habe beobachtet, wie Elsa ihren
Bruder im Weiher ertränkt habe. Nunmehr klagt Telramund gegen Elsa wegen
Brudermordes und erklärt weiter, dass ihm dann auch die Herzogwürde
zustehe: Dies Land doch sprech' ich für mich an mit Recht, da ich der
Nächste von des Herzogs Blut. Mein Weib dazu aus dem Geschlecht, das
einst auch diesen Landen seine Fürsten gab.
Elsa bestreitet die Tat, so dass ein Gottesgericht entscheiden muss.
Elsa hatte zuvor geträumt, ihr werde ein von Gott gesandter Streiter zur
Seite stehen. Als sie dem König von diesem Traum berichtet und der
Heerrufer zum Gottesgericht gerufen hatte, erscheint tatsächlich
Lohengrin, der Sohn des Gralskönigs Parsifal auf einem Kahn (Nachen),
der von einem Schwan gezogen wird. Er besiegt Telramund im Zweikampf und
verlobt sich mit Elsa, der er zu Bedingung gemacht hatte, nie zu fragen
"woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam' und Art". Bei dieser
Bedingung handelt es sich freilich, wie wir später im Rahmen der
Gralserzählung erfahren werden, nicht um eine eitle Anwandlung
Lohengrins, sondern um ein Gralsgesetz, das der Ritter an seine Frau
weitergeben muss.
Telramund ist durch die Niederlage im Zweikampf entehrt. Lohengrin wäre
berechtigt, ihn zu töten, verzichtet hierauf aber: Durch Gottes Sieg ist
jetzt dein Leben mein - ich schenk' es dir, mögst du der Reu' es weih'n.
Zweiter Aufzug
Zu Beginn des zweiten Aufzugs gelingt es Ortrud erneut, Telramund davon
zu überzeugen, dass ihm Unrecht getan werde und Lohengrin den Zweikampf
nur mit Hilfe eines Zaubers habe gewinnen können. Gleichzeitig behauptet
Ortrud, der Zauber werde von Lohengrin genommen werden, wenn ihm nur das
kleinste Körperglied, und wenn es nur eines Fingers Spitze wäre,
entrissen würde. Außerdem gibt sich Ortrud scheinbar reuevoll gegenüber
Elsa, die kurz vor ihrer Hochzeit steht. Elsa ist nur zu gern bereit,
allen und auch Ortrud zu verzeihen. In einem vertraulichen Gespräch
deutet Ortrud dunkel an, es könne ein dunkles Geschick sein, aus dem
heraus Lohengrin gezwungen sei, seinen Namen zu verbergen. Elsa weist
allen Zweifel von sich, ohne sich letztlich ganz davon befreien zu
können.
Die Szene wechselt und wir hören, wie der Heerrufer die Brabanter
zusammenruft und ihnen verkündet, dass Telramund, wie es die Gesetze
erfordern, "weil untreu' er den Gotteskampf" gewagt, der Reichsacht
verfallen ist. Der "fremde, gottgesandte Mann" aber soll mit dem
Herzogtum Brabant belehnt werden: Doch will der Held nicht Herzog sein
genannt; ihr sollt ihn heißen "Schützer von Brabant". Der Heerrufer
fährt fort und kündigt an, dass Lohengrin sich noch am selben Tage mit
Elsa vermählen werde, um am nächsten Tag mit den Brabantern gemeinsam
dem König auf dem Kriegszug zu folgen.
Am Rande der Szene beobachten wir ein kleines Häuflein Unzufriedener
sich um Telramund scharen, die nicht einsehen wollen, dass sie wegen der
räumlich entfernten Bedrohung in den Krieg ziehen sollen.
Dritter Aufzug
Elsa ist mit Lohengrin vermählt. In der Hochzeitsnacht kommt es somit
auch zu dem ersten vertraulichen Gespräch der beiden, dass entgegen
zeitgenössischen Inszenierungen keineswegs im Brautbett, sondern auf
einem Sofa im Gemach der beiden stattfindet. Elsa will Lohengrin
versichern, dass sie auch dann zu ihm halten würde, wenn Ortruds
Verdacht zuträfe. Lohengrin möchte sie beruhigen und erklärt
wahrheitsgemäß, dass ihm kein Unheil gedroht habe (Kein Los in Gottes
weiten Welten wohl edler als das meine hieß: Böt mir der König seine
Krone, ich dürfte sie mit Recht verschmähn. Das einz'ge, was mein Opfer
lohne, muss ich in Deiner Lieb ersehn).
Elsa jedoch kann sich nicht beruhigen. Voller Angst, Lohengrin werde
einst bedauern, soviel um ihretwillen aufgegeben zu haben, fragt sie den
Ritter nach seinem Namen. In diesem Moment dringt Telramund in das
Gemach ein und es kommt zu einer Neuauflage des Kampfes, in dessen
Verlauf Lohengrin Telramund erschlägt.
Auf Lohengrins Geheiß kommem die Edlen Brabants vor dem König zusammen.
Dem König berichtet er in der bekannten Gralserzählung von seinem Namen
und seiner Sendung sowie dem weiteren Geschehen und erklärt zugleich,
nunmehr, nachdem Elsa die Schicksalsfrage gestellt habe, nicht länger in
Brabant verweilen und insbesondere den Feldzug nicht leiten zu können.
Der König, der für das Ganze aber nichts kann, werde durch einen Sieg
über die Ungarn entschädigt: Doch, großer König, lass mich Dir
weissagen: Dir Reinem ist ein großer Sieg verliehn. Nach Deutschland
sollen noch in fernsten Tagen des Ostens Horden siegreich nimmer ziehn.
An Elsa gewandt berichtet Lohengrin weiter, dass es nur eines Jahres
vertrauensvoller Ehe zwischen ihnen bedurft hätte, und Gottfried wäre
nach Brabant zurückgekehrt.
Trotz Elsas Flehen und des Königs Drängen darf Lohengrin nicht bleiben.
Der Schwan kommt zurück und zieht wiederum den Kahn. In schrecklichem
Triumph ruft Ortrud aus, sie habe den Schwan wohl als den verschwundenen
Gottfried erkannt: "Am Kettlein, das ich um ihn wand, ersah ich wohl wer
jener Schwan: es ist der Erbe von Brabant!"
Auf Lohengrins Gebet wird Gottfried bereits jetzt, noch vor Ablauf der
Jahresfrist erlöst, der Kahn, indem Lohengrin "unendlich traurig"
(Regieanweisung) scheidet, wird von einer Taube heimgezogen. Ortrud
sinkt mit einem Aufschrei entseelt (=tot) zu Boden, Elsa stirbt an
psychischer Erschöpfung.
Die Musik des Werkes jedoch verklingt in Dur, Zeichen, dass jenseits der
strengen Gesetze des Grals auch für Lohengrin und Elsa eine glücklichere
Wiederbegegnung warten mag.
Quelle
Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus
Wikipedia, der
freien Enzyklopädie.
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Version: 05:06, 8. Mär 2005.
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