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Johannespassion
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Erstellt/Bearbeitet: 22-Apr-2005/11-Jan-07
Systemzeit: 10.01.2009 02:14:06
Home : Audio : Werke : J : Johannespassion
Übersicht
Die Johannespassion ist die Leidensgeschichte des Jesus von
Nazareth, wie sie das Johannesevangelium 18,1-19,42 schildert. Es
akzentuiert die Passion als Erhöhung.
Vertonung durch Bach
Die berühmteste Vertonung stammt von Johann Sebastian Bach (BWV 245).
Sie ist neben der monumentalen Matthäuspassion die einzige vollständig
erhaltene authentische Bach-Passion. Ihre Uraufführung war am
Karfreitag, dem 7. April 1724, in der Nikolaikirche in Leipzig. Wie auch
in der Matthäuspassion wird die Handlung aus vier verschiedenen
Perspektiven vorgetragen:
- Erzählende Perspektive, ausgedrückt durch die Rezitative des
Evangelisten, der handelnden Personen und durch die dramatischen
Chor-Partien
- Betrachtende Perspektive des/der Einzelnen, dargestellt in den
zumeist lyrischen Arien
- Andachtsperspektive der Gemeinde, in Form bekannter
evangelischer Kirchenchoräle
- Ermahnende Perspektive, verkörpert durch die aufwändig
angelegten Eingangs- und Schlusschöre
Die bachsche Johannespassion enthält ausgeprägte kontrapunktische
Elemente, und greift auf zum Teil schon zu Bachs Zeiten altertümliche
Instrumente wie die Laute, die Viola d'amore und die Gambe zurück.
Im Gegensatz zur Matthäuspassion unterzog Bach die Johannespassion
mehrfach umfassenden Umgestaltungen. Für die Aufführung 1725 ersetzte er
den Anfangs- und Schlusschor durch zwei Choralbearbeitungen, "Oh Mensch,
bewein dein Sünde groß" und "Christe du Lamm Gottes". Es ist vermutet
worden, dass diese Überarbeitung die Passion besser in die Reihe der
Choralkantaten einpassen sollte, die er im Jahrgang 1724/25 systematisch
schrieb.
Eine dritte Fassung entstand nach der Komposition der
Matthäuspassion. Dabei entfernte er die Textstellen, die ursprünglich
aus dem Matthäusevangelium eingefügt waren, also u. a. die
Erdbebenszene. Eine vierte Variante wurde 1749 aufgeführt, die im
wesentlichen wieder der Struktur von 1724 entsprach.
Vertonung durch andere Komponisten
Auch wenn mit der Johannespassion meist Bachs Werk gemeint ist, haben
doch auch viele andere Komponisten die Leidensgeschichte Jesu nach
Johannes vertont:
- Arvo Pärt (*1935)
- Lothar Graap (*1933)
- Sofia Gubaidulina (*1931)
- Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
- Georg Philipp Telemann (1681 - 1767)
- Alessandro Scarlatti (1660 - 1725)
- Heinrich Schütz (1585 - 1672)
- Christoph Demantius (1567 - 1643)
- Leonhard Lechner (um 1553 - 1606)
- Joachim a Burck (1546 - 1610)
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