|
| |
Le Carnaval des Animeaux (UA 1886)
Ihr Benutzername: Besucher
Wer ist gerade online? - 6 aktive User.
Erstellt/Bearbeitet: 21-Apr-2005/11-Jan-07
Systemzeit: 10.01.2009 00:18:13
Home : Audio : Werke : C : Carnaval.des.Animeaux.Le
Übersicht
Le carnaval des animaux (deutscher Titel: Der Karneval der
Tiere) ist ein Spätwerk von
Camille
Saint-Saëns aus dem Jahr 1886, das im Freundeskreis uraufgeführt
wurde.
Das Werk für Orchester und zwei Klaviere mochte er aber dann doch
nicht veröffentlichen, fürchtete er doch um seinen Ruf. Denn abgesehen
davon, dass er in den Stücken allerlei Tierrufe durch die Instrumente
imitierte, hatte er zudem zwei seiner Berufskollegen veralbert. Die
waren zwar zu dem Zeitpunkt schon tot und hätten es ihm nicht verübeln
können, gleichwohl mochte Saint-Saëns niemanden und demnach auch deren
Bewunderer nicht verärgern. So erschien das Werk posthum und wurde erst
1922 uraufgeführt.
Struktur
Der Karneval der Tiere gehört zum Genre der Programmmusik;
dies findet seinen Niederschlag im deskriptiven Charakter der einzelnen
Stücke:
- Die Introduction et marche royal du Lion (Introduktion
und Einmarsch des Löwen) stellt den Einzug der Tiere in eine Arena
dar, im Mittelteil ist mehrfach deutlich der "König der Tiere",
nämlich der Löwe zu vernehmen, der mit raunendem Grollen sein Maul
aufreißt.
- Poules et coqs (Hühner und Hähne) werden im nächsten
Stück durch die Streichinstrumente vorgestellt. Wildes "Gezeter"
lässt den Gedanken an eine Schar pickender und streitender Hühner
zu.
- Die Darstellung der Hémiones (wilde Tiere) bezieht sich
in ihrem Wesen auf Fluchttiere (wie Gazellen, Zebras etc.). Die
hierzu durch die Klaviere intonierten Läufe werden in rasendem Tempo
präsentiert.
- Tortues (Schildkröten) ist eine der erwähnten
Veralberungen eines Komponisten, die Saint-Saëns sich leistete.
Grundlage für dieses Stück ist der bekannte "Can-Can" von Jacques
Offenbach, zu dessen wilder Musik die Tänzerinnen bekanntlich
kreischend und juchzend ihre Beine so weit hochreißen, dass der
Zuschauer Einblick unter ihre Röcke erhält. Bei den "Tortues"
gewinnt der Zuhörer den Eindruck, das Stück von Offenbach sei der
Zeitlupe zum Opfer gefallen. Müde und schleppend wird der Can-Can
von den Streichinstrumenten präsentiert.
- Mit L'Elephant (der Elefant) nimmt Saint-Saëns gleich den
nächsten Berufskollegen aufs Korn:
Hector
Berlioz. Sein Ballett "La Sylphide" gilt als eines der
Schlüsselwerke der romantischen Ballettkomposition. Der Elefant
versucht sich an einem daraus entnommenen Elfentanz. Die Musik
hierzu ist von Saint-Saëns zur Plattitüde verfremdet worden und der
Kontrabass trägt dazu bei, dass die Darbietung des Tanzes trampelig
und unbeholfen daherkommt. An Groteske nicht mehr zu überbieten ist
der Mittelteil des Stücks, in welchem der Elefant sich bemüht,
lyrisch zu wirken.
- Die Kangourus (Kängurus) werden von den zwei Klavieren
vorgestellt und sind in ihrer hüpfenden Art unschwer zu erkennen.
- Aquarium ist ein Stimmungsbild. Die Bewegungen in der
Musik und die perlenden Läufe der Klaviere gemahnen an ein sich
sanft bewegendes Wasser mit aufsteigenden Luftblasen.
Mit "Personnages à longues oreilleys" (Persönlichkeiten mit langen
Ohren) sind Esel gemeint. Der typische Eselsschrei, das langezogene
"I-aah", wird von den Violinen präsentiert.
- Le coucou au fond de bois (Der Kuckuck in der Tiefe des
Waldes) ist ebenfalls ein Stimmungsbild. Die ruhige Musik steht für
die Atmosphäre eines unbelebten Waldes, aus der Entfernung ist immer
wieder der Ruf des Kuckucks (intoniert durch eine Klarinette) zu
vernehmen.
- Ganz anders präsentiert sich die Volière. Lebhaft geht es
in dem Vogelkäfig zu, ein Stück, das ganz auf die Querflöten und
Piccoloflöten zugeschnitten ist, die ein fröhliches Vogelgezwitscher
imitieren.
- Dass Pianistes (Pianisten) Tiere sind, ist eine
interessante, aber anhand des präsentierten Stücks nachvollziehbare
Erfahrung. Saint-Saëns, der selbst ein hervorragender Pianist war
und zahlreiche anspruchsvolle Klavierwerke sowie fünf
Klavierkonzerte komponiert hatte, lässt hier die zwei Klavierspieler
Tonleitern exerzieren.
- Fossiles (Fossilien) sind bekanntlich eigentlich nur
Abdrücke von Knochen im Gestein. Saint-Saëns lässt gleichwohl die
Knochen klappern, intoniert von einem Xylophon, dessen wirbelnde
Melodie auf den Hartholzstäben den Eindruck von tanzenden
Knochentieren beschwört.
- Le Cygne (der Schwan) ist ein Stimmungsbild. Es ist das
einzige Stück aus dem "Karneval der Tiere", zu dem Saint-Saëns zu
seinen Lebzeiten gestanden hat. Ein prachtvoller Schwan gleitet auf
einem See dahin.
Im "Finale" treten die Tiere noch einmal zusammen an. Wer genau
hinhört, kann erkennen, dass fast alle der präsentierten Tiere noch
einmal einen kurzen Auftritt haben.
Adaptationen
Saint-Saëns' Karneval der Tiere ist vielfach verarbeitet worden.
Die bekanntesten Buchautoren, die das Thema aufgegriffen haben, sind Peter
Ustinov und Roger Willemsen.
Im Zeichentrickfilm Fantasia 2000 spielen Flamingos zu der Musik des
"Finale" Jo-Jo.
1990 entstand unter der Regie von Zülal Aytüre-Scheele eine filmische
Animation des gesamten "Karnevals" mit Origami-Papierfiguren.
Diskografische Empfehlungen
|
|
Titel |
Jahr |
CDs |
Bezugsmöglichkeit |
|
|
... |
|
1 |
EUR |
Bestellen |
Siehe auch
Literatur
Netmarks
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
| |
| Benachrichtigen bei
Änderungen: |
|
|
|
|
|