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Staatsoper Unter den Linden
Von Agon S. Buchholz
für Kefk Network Audio und
Wikipedia,
Januar 2004 ff.
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Erstellt/Bearbeitet: 20-May-2005/11-Jan-07
Systemzeit: 12.10.2008 11:20:56
Home : Audio : Spielorte : S : Staatsoper.Unter.den.Linden
Übersicht
Die Staatsoper Unter den Linden (auch: Lindenoper) ist
das älteste Opernhaus sowie das älteste Theatergebäude überhaupt in
Berlin.
Geschichte
18. Jahrhundert
Der Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff begann im Juli 1741
im Auftrag Friedrichs II. mit dem Bau der Königlichen Hofoper; noch
Monate vor der Fertigstellung des Gebäudes 1743 wurde das Opernhaus am
7. Dezember 1742 mit Carl Heinrich Grauns Cleopatra e Cesare eröffnet.
Das Gebäude gehörte zur Anlage des Forum Fridericianum am Opernplatz,
dem heutigen Bebelplatz, und verfügte über drei separate Hallen, die zu
einem großen Festsaal verbunden werden konnten:
- "Apollosaal" - ein Foyer- und Bankettsaal,
- "Tanz- und Theatersaal" - der Hauptsaal für Opernaufführungen,
- "Korinthischer Saal" - eine weitere Bühne für Opernaufführungen.
Das Haus war das erste königliche Theatergebäude und das erste
freistehende Opernhaus Deutschlands sowie das damals größte Europas.
1787 erfolgten größere Umbauten durch Carl Gotthard Langhans.

19. Jahrhundert
In der Nacht vom 18. zum 19. August 1843 brannte die Lindenoper bis auf
die Grundmauern ab. Das von dem Architekten Carl Friedrich Langhans unter
Verlegung des Eingangs an die Nordseite wieder aufgebaute Opernhaus wurde
ein Jahr später mit Giacomo Meyerbeers Ein Feldlager in Schlesien neu
eröffnet. Kleinere Umbauten erfolgten 1869.
Bereits im 17. Jahrhundert begleitete die Staatskapelle (die damalige
"Königliche Kapelle") die Opernaufführung als Orchester. Die historischen
Wurzeln der Staatskapelle reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück; sie wird
im Jahr 1570 erstmals urkundlich als "Kurfürstliche Hofkapelle" erwähnt.
Gottfried Wilhelm Taubert initiierte 1842 die bis heute bestehende Tradition
selbstständiger und regelmäßiger Sinfoniekonzerte der Kapelle. Ebenfalls im
Jahre 1842 wurde Giacomo Meyerbeer als Nachfolger von Gaspare Spontini zum
Generalmusikdirektor berufen, während Felix Mendelssohn Bartholdy die
Sinfoniekonzerte leitete.
Als Chor der Staatsoper fungierte zunächst ein aus Schülern der Berliner
Gymnasien bestehender Laienchor; ab 1821 wurde jedoch der Staatsopernchor
fest engagiert.

20. Jahrhundert
Das Opernhaus wurde 1918 (andere Quellen: 1919) in Staatsoper Unter den
Linden umbenannt und aus der Königlichen Kapelle entstand die Kapelle der
Staatsoper. Bis April 1928 wurde das Bühnenhaus umgebaut; neu hinzugefügt
wurde eine Drehbühne sowie Unter- und Seitenbühnen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Staatsoper zweimal durch Bombeneinschlag
vollständig zerstört, zuerst in der Nacht vom 9. zum 10. April 1941 und
erneut am 3. Februar 1945. Es folgten Neuaufbauten 1941-1942 durch E.
Meffert sowie 1952-1955 durch Richard Paulick nach dem Knobelsdorffschen
Original, die beide mit einer Aufführung von Richard Wagners Die
Meistersinger von Nürnberg zelebriert wurden (zuletzt am 4. September 1955).
1945, nach Kriegsende, nannte sich die Lindenoper erneut um in Deutsche
Staatsoper Berlin; das erste Opernkonzert fand am 16. Juni 1945 mangels
eines bespielbaren Hauses im Großen Sendesaal des Funkhauses in der
Masurenallee statt. Zwischen 1945 und 1955 wurde der Admiralspalast (das
heutige Metropol-Theater) als Spielstätte genutzt.
In den 50er Jahren wurde am Giebelportikus die Inschrift Fridericus Rex
Apollini et Musis entfernt.
Das Haus verfügt derzeit über 1.396 Sitzplätze im Hauptsaal (Parkett und
drei Ränge) und fasst im Apollosaal 240 Zuschauer. Das Opernhaus wurde
zuletzt 1983 bis 1986 umfassend restauriert.
1990/1992, beim Übergang der Staatsoper aus der Verantwortung des
Ministerrates für Kultur der DDR in die des Berliner Kultursenators war der
Personalkörper der Oper 1.275 Mitglieder stark; zum Ende des Geschäftsjahres
2001 waren an der Staatsoper nur noch 787 Mitarbeiter beschäftigt.
Der am 6. Dezember 1992 gegründete Verein der Freunde und Förderer der
Deutschen Staatsoper Berlin e.V. unterstützt die Arbeit der Staatsoper
finanziell und ideell. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehören Hans-Dietrich
Genscher, Friede Springer, Teddy Kollek und Henry Kissinger.
Mitte der 1990er Jahre wurde das Haus erneut umbenannt in Staatsoper
Unter den Linden.
Gegenwart
Derzeit steht die Existenz der drei Berliner Opernhäuser (Staatsoper,
Deutsche Oper und Komische Oper) und deren künstlerische Unabhängigkeit zur
Diskussion. Im Rahmen von Sparmaßnahmen versucht der Berliner Senat, die
Ensemble, die Haustechnik und die Werkstätten aus den
Beschäftigungsverhältnissen des öffentlichen Dienstes auszugliedern und in
außertarifliche Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln.

Bedeutende Uraufführungen
Auswahl bedeutender Uraufführungen in der Staatsoper:
- 1999: Elliott Carter, What next?
- 1989: Siegfried Matthus, Graf Mirabeau
- 1979: Paul Dessau, Leonce und Lena
- 1974: Paul Dessau, Einstein
- 1969: Paul Dessau: Lanzelot
- 1966: Paul Dessau, Puntila
- 1957: Werner Egk, Der Revisor
- 1951: Paul Dessau, Die Verurteilung des Lukullus
- 1939: Rudolf Wagner-Régeny: Die Bürger von Calais
- 1938: Werner Egk, Peer Gynt
- 1935: Eduard Künneke, Die große Sünderin
- 1935: Graener, Der Prinz von Homburg
- 1934: Alban Berg, Sinfonische Stücke aus Lulu
- 1931: Hans Pfitzner, Das Herz
- 1930: Darius Milhaud, Christophe Colomb (Christoph Kolumbus)
- 1926 (1928?), Franz Schreker, Der singende Teufel
- 1925: Alban Berg, Wozzeck
- 1924: Ernst Krenek, Die Zwingburg
- 1922: Franz Schmidt, Fredigundis
- 1904: Ruggiero Leoncavallo, Der Roland von Berin (?)
- 1902: Ethel Smyth, Der Wald
- 1899: Albert Lortzing, Regina
- 1895: Wilhelm Kienzl, Der Evangelimann
- 1849: Otto Nicolai, Die lustigen Weiber von Windsor
- 1844: Giacomo Meyerbeer, Das Feldlager in Schlesien
- 1833: Heinrich Marschner, Hans Heiling
- 1829: Gasparo Spontini, Agnese di Hohenstaufen
- 1825: Gasparo Spontini, Alcidor
- 1821: Carl Maria von Weber, Der Freischütz
- 1801: Johann Friedrich Reichardt, Jery und Bäteli
- 1800: Johann Friedrich Reichardt, Lieb und Treue
- 1798: Johann Friedrich Reichardt, Die Geisterinsel
- 1755: Carl Heinrich Graun, Montezuma
- 1746: Carl Heinrich Graun, Demofoonte, Re di Tracia
- 1742: Carl Heinrich Graun, Cleopatra e Cesare
Die erfolgreichsten Inszenierungen
1991 bis 2002
- Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte (Aufführungen: 14;
Auslastung: 99%)
- Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Der Nussknacker (Aufführungen: 30;
Auslastung: 98%)
- Richard Wagner, Tannhäuser (Aufführungen: 13; Auslastung: 98%)
- Richard Wagner, Das Rheingold (Aufführungen: 10; Auslastung: 97%)
- Richard Wagner, Der fliegende Holländer (Aufführungen: 11;
Auslastung: 96%)
- Richard Wagner, Tristan und Isolde (Aufführungen: 11; Auslastung:
96%)
- Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Schwanensee (Aufführungen: 64;
Auslastung: 96)
- Giuseppe Verdi, Otello (Aufführungen: 14; Auslastung: 96%)
- Vincenzo Bellini, Norma (Aufführungen: 19; Auslastung: 96%)
- Richard Wagner, Götterdämmerung (Aufführungen: 12; Auslastung: 96%)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni (Aufführungen: 17; Auslastung:
94%)
- Giuseppe Verdi, Falstaff (Aufführungen: 10; Auslastung: 94%)
- Richard Wagner, Die Walküre (Aufführungen: 17; Auslastung: 94%)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte (Aufführungen: 103;
Auslastung: 94%)
- Giuseppe Verdi, Aida (Aufführungen: 34; Auslastung: 93%)
- Darius Milhaud, Christoph Kolumbus (Aufführungen: 10; Auslastung:
92%)
- Giacomo Puccini, La Bohème (Aufführungen: 8; Auslastung: 90%)
- Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Dornröschen (Aufführungen: 65;
Auslastung: 89%)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Die Hochzeit des Figaro (Aufführungen: 32;
Auslastung: 89%)
- Richard Wagner, Lohengrin (Aufführungen: 19; Auslastung: 89%)
Künstlerische und musikalische Leiter, Generalmusikdirektoren ab 1918
Künstlerische Leiter und Generalmusikdirektoren ab 1918:
- ab 1992: Daniel Barenboim - Generalmusikdirektor und künstlerischer
Leiter
- 1964-1989 (1990?): Otmar Suitner
- 1962: Helmut Seydelmann - Generalmusikdirektor
- 1961-1973: Heinz Rögner - ständiger Dirigent
- 1961-1971: Heinz Fricke - ständiger Dirigent
- 1955-1962: Franz Konwitschny, Lovro von Matacic, Horst Stein
- 1954-1955: Erich Kleiber - Generalmusikdirektor
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es verschiedene Chefdirigenten:
- 1951-1954: Walter Lutze
- 1951-1953: Karl-Egon Gluckselig
- 1950-1951: Arnold Quennet, Hans Lowlein
- 1938-1951: Joseph Keilberth, Leopold Ludwig, Karl Fischer
- 1945-1946: Karl Schmidt
Ab 1936 gab es unter dem Intendanten Heinz Tietjen mehrere ständige
Dirigenten mit unterschiedlich großem Einfluss:
- 1940-1942: Paul van Kempen
- 1939-1945: Herbert von Karajan - Erste Stereo-Aufnahme
- 1938-1942: Karl Elmendorf
- 1935-1949: Johannes Schüler
- 1935-1936: Hans Swarowsky
- 1935-1938: Werner Egk
- 1933-1945: Robert Heger
- 1935-1936: Clemens Krauss
- 934-1935: Wilhelm Furtwängler
- 1923-1934: Erich Kleiber
- 1918-1923: Leo Blech
Musikalische Leiter:
- 1923-1927: George Szell
- 1931-1933: Otto Klemperer
- 1931-1933: Alexander von Zemlinsky
- 1931-1933: Fritz Zweig
Generalmusikdirektoren bis 1918:
- 1898-1918: Richard Strauss (ab 1898 1. Kapellmeister, ab 1912
Musikdirektor und 1914-1918 Intendant)
- 1898-1912: Karl Muck
- 1891-1998: Felix von Weingartner (auch: Felix Weingartner)
Intendanten und Dirigenten
Intendanten ab 1918:
- ab 2003: Peter Mussbach
- 1992-2003: Georg Quander
- 1984-1991: Günter Rimkus
- 1963-1984: Hans Pischner
- 1954-1963: Max Burghardt
- 1952-1954: Heinrich Allmeroth
- 1945-1952: Ernst Legal
- 1925-1945: Heinz Tietzen
- 1919-1925: Max von Schillings
- 1918-1919: Franz Winter
Intendanten und Dirigenten bis 1918:
- 1903-1914: Georg von Hülsen-Haeseler
- 1886-1903: Botho von Hülsen (Direktor), Bolko von Hochberg
- 1851-1886: Otto Nicolai, Felix Mendelssohn Bartholdy (Dirigenten)
- 1842-1846: Giacomo Meyerbeer
- 1819-1841: Gasparo Spontini - Generalmusikdirektor
- 1815-1828: Carl von Brühl - der erste offiziell als Intendant
bezeichnete Leiter der Staatsoper
- 1796-1814: August Wilhelm Iffland
- 1775-1794: Johann Friedrich Reichardt
- 1742-1759: Carl Heinrich Graun
Bedeutende Aufführungen und künstlerische Ereignisse
- Zyklus mit sämtlichen Sinfonien und Klavierkonzerten Beethovens mit
Daniel Barenboim als Solist und Dirigent
- Zehnteiliger Wagner-Zyklus zu den Festtagen 2002 - weltweit erste
Aufführung der zehn Hauptwerke Wagners unter derselben musikalischen
Leitung, Regie und Bühnenbild als geschlossenes künstlerisches Ereignis
innerhalb einer Woche.
- Aufführung von Barockopern wie Cleopatra e Cesare, Croesus, L´opera
seria und Griselda unter der Leitung von René Jacobs mit der Akademie
für Alte Musik Berlin und dem Freiburger Barockorchester auf
historischen Instrumenten.
Gastspiele
Auswahl von Gastspielen der Staatsoper:
- 2005: [Spanien]
- 2003: Madrid
- 2002: Madrid
- 2002: Japan (Yokohama und Tokio)
- 2001: Madrid
- 2000: Madrid
- 1997: Japan
- 1997: Paris
- 1996: Paris
- 1995: Jerusalem
Siehe auch
Weitere Opernhäuser in Berlin
Literatur
Netmarks
Offizielle Homepage der Staatsoper Unter den Linden Berlin (deutsch-
und englischsprachig),
www.staatsoper-berlin.org.
Berlin: Staatsoper Unter den Linden (englischsprachig) - mit diversen
zeitgenössischen Postkartenmotiven,
www.andreas-praefcke.de/carthalia/germany/berlin_staatsoper.htm.
Fotos von der Open-Air-Opernaufführung Mavra und dem Feuerwerk der
Staatsoper unter den Linden 2002 - Fotoserie von Steffen Siebert,
www.probestreifen.de/event/oper02.
Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Deutschen Staatsoper Unter
den Linden - Deutsches Rundfunkarchiv, Dokument des Monats Juni 2002
(mit Fotos und Klangbeispielen),
www.dra.de/dok_0602.htm.
Wissenswertes über die Freunde und Förderer der Staatsoper Unter den
Linden,
www.freundeskreise-berliner-kultur.de/staatsoper/wissenswertes.php.
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