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Komische Oper Berlin
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Erstellt/Bearbeitet: 20-May-2005/11-Jan-07
Systemzeit: 06.07.2008 04:38:59
Home : Audio : Spielorte : K : Komische.Oper.Berlin
Übersicht
Die Komische Oper Berlin ist ein Opernhaus im Berliner Bezirk
Mitte.

Geschichte
Das Gebäude wurde 1891–1892 als Theater Unter den Linden durch das
Wiener Architekturbüro Büro Fellner & Helmer unter dem Architekten
Ferdinand Fellner erbaut und am 24. September 1892 mit einer Aufführung
von Adolf Ferrons Operette Daphne und Gaul und Haßreiters Ballett Die
Welt in Bild und Tanz eröffnet.
Nach Umbauten im Jahre 1898 sowie einer Umbenennung in
Metropol-Theater führte man zur Neueröffnung Julius Freunds Revue
Paradies der Frauen auf. Dieses Haus ist nicht identisch mit dem
heutigen Metropol-Theater, dem ehemaligen Admiralspalast.
1934 wurde das Haus umbenannt in Staatliches Operettentheater, am 7.
Mai 1944 durch Bomben zerstört, teilweise provisorisch wieder
hergerichtet und am 9. März 1945 erneut durch Bomben zerstört.
Nach anderen Quellen gründete Hans Gregor das Haus 1905. 1911 soll es
jedoch kurzzeitig schon wieder geschlossen worden sein; unter dem Namen
Kurfürstenoper wurde es nach dieser Darstellung 1913 wieder eröffnet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Oper in das ehemalige Varieté
Metropol-Theater in der Behrenstraße 55–57 um.
Nach provisorischen Reparaturen zwischen 1946 und 1947 wurde das Haus
am 23. Dezember 1947 als Komische Oper mit Johann Strauß' Die Fledermaus
wiedereröffnet; das Haus leitete Walter Felsenstein von 1947 bis zu
seinem Tod im Jahr 1975, der das Musiktheater an deutschen Bühnen
etablierte.
1965–1966 wurde die Fassade durch das Architektenkollektiv Kunz
Nierade modernisiert und das Haus am 4. Dezember 1966 mit Mozarts Don
Giovanni neu eröffnet. 1986, 1987 und 1989 fanden die letzten
Modernisierungsarbeiten statt. Das Haus verfügt heute über eine
Kapazität von 1.270 Sitzplätzen.
Künstlerisches Profil
Der Name »Komische Oper« verweist auf die Tradition der französischen
Opéra comique und ihren Anspruch eines modernen Musiktheaters. Seit der
Saison 2002/03 ist Andreas Homoki nach Jahrzehnter langer Arbeit von Harry
Kupfer neuer Chefregisseur des Hauses. Zur Seite steht ihm Kirill Petrenko
als Generalmusikdirektor. Das neue Leitungsteam ist bestrebt, die Komische
Oper Berlin auf der Basis von Felsensteins Vision eines kraftvoll in die
Gesellschaft hineinwirkenden Musiktheaters zu erneuern. Die ersten beiden
Spielzeiten unter Andreas Homokis Leitung belegen dies exemplarisch vor
allem an der Auswahl der Regisseure, die hier arbeiten. Die Komische Oper
Berlin, von der wesentliche Impulse für die Entwicklung des Musiktheaters
ausgingen, will heute die Wirkung dieser Impulse aufzeigen, indem sie die
ganze Breite des Spektrums zeitgenössischer Regiehandschriften präsentiert.
So ist es gelungen, Regisseure wie Peter Konwitschny, Hans Neuenfels, Willy
Decker, Barrie Kosky, Richard Jones und Calixto Bieito langfristig an das
Haus zu binden. Seit der Spielzeit 2004/05 ist Andreas Homoki Intendant des
Hauses.
Das Repertoire des Hauses umfasst heute ein breites Spektrum von Opern
des 18. Jahrhunderts bis zu Schlüsselwerken unserer Zeit und Uraufführungen.
Dass alle Opern in deutscher Sprache aufgeführt werden, stellt heute eine
Besonderheit im internationalen Opernbetrieb dar. Auch diese künstlerische
Grundentscheidung geht auf Walter Felsenstein zurück und ist Ausdruck seines
Strebens nach Verständlichkeit und unmittelbarer Wirkungskraft des
theatralischen Ereignisses, das bis heute für die Arbeit der Komischen Oper
Berlin verbindliche Richtschnur geblieben ist.
Das Ballett der Komischen Oper, 1966 von Tom Schilling als Tanztheater
der Komischen Oper gegründet und fast 30 Jahre lang erfolgreich geleitet,
zählt zu den auch international renommierten Compagnien. Zahlreiche Ur- und
Erstaufführungen und die unterschiedlichen stilistischen Handschriften der
Choreographen haben dem Ensemble ein eigenes künstlerisches Profil
verliehen. 1999 wurde das Tanztheater in BerlinBallett – Komische Oper
umbenannt. Nach Richard Wherlock, der das Ballett von 1999–2001 leitete, war
die Spanierin Blanca Li von 2001 und 2002 Chefchoreographin und
künstlerische Leiterin der Compagnie. Danach war Adolphe Binder
künstlerische Leiterin des Balletts und sorgte mit Produktionen wie Casa und
Screensaver für eine Ausrichtung auf Erst- und Uraufführungen im Bereich des
zeitgenössischen Tanztheaters. Zum Ende der Spielzeit 2003/04 wurde das
Tanztheater auf Druck des Berliner Senates aufgelöst.
Bedeutende Uraufführungen
- 1991: Georg Katzer, Antigone oder die Stadt
- 1985: Siegfried Matthus, Judith
- 1972: Siegfried Matthus, Noch einen Löffel Gift, Liebling
- 1967: Siegfried Matthus, Der letzte Schuß
- 1937: Fred Raymond, Maske in blau
- 1936: Fred Raymond, Auf großer Fahrt
- 1935: Fred Raymond, Ball der Nationen
- 1932: Paul Abraham, Ball im Savoy
- 1932: Oscar Straus, Eine Frau, die weiß, was sie will
- 1929: Franz Lehár, Das Land des Lächelns
- 1928: Franz Lehár, Friederike
- 1923: Walter Kollo, Marietta
- 1913: Jean Gilbert, Die Kinokönigin
Siehe auch
Weitere Opernhäuser in Berlin:
Literatur
Netmarks
Offizielle Homepage der Komischen Oper Berlin,
www.komische-oper-berlin.de.
Berlin: Komische Oper - enthält diverse zeitgenössische
Postkartenmotive,
www.andreas-praefcke.de/carthalia/germany/berlin_komischeoper.htm
(englischsprachig).
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