Die meisten Bewerbungsempfänger betrachten den Lebenslauf neben dem
Bewerbungsschreiben als wichtigsten Bestandteil der
Bewerbungsunterlagen.
Erwartet wird heute fast ausschließlich der tabellarische Lebenslauf in
maschinenschriftlicher Form (Drucker, Schreibmaschine).
Der handgeschriebene Lebenslauf in Aufsatzform dagegen wird
vornehmlich nur bei der Einstellung von Auszubildenden, hin und wieder
noch im öffentlichen Dienst sowie bei der Besetzung von herausgehobenen
Führungspositionen verlangt (Schriftprobe).
Der Lebenslauf sollte chronologisch nach Sachgruppen - persönlichen
Daten, Schulausbildung, Praktika, Berufserfahrung, Fremdsprache,
EDV-Kenntnisse, sonstige Aktivitäten, Sport/Hobbys - geordnet sein.
Bewerber, die bereits über praktische Erfahrung verfügen, sollten die
umgekehrte zeitliche Reihenfolge wählen. Den Personaler interessiert
zuerst, was der Bewerber zuletzt gemacht hat.
Je nach Alter und Berufserfahrungen der Bewerber umfassen
tabellarische Lebensläufe meistens ein bis drei Seiten DIN A4 (einseitig
beschrieben), in der Regel sind es zwei Seiten.
Der Lebenslauf sollte die folgenden Informationen übersichtlich, klar
und verständlich enthalten:
1. Persönliche Daten.
Hierzu zählen Name, Geburtstag und -ort, Wohnort, Familienstand
(ggf. Name und Beruf des Ehepartners sowie Zahl und Alter der
Kinder). Vermeiden Sie beim Familienstand die Bezeichnung "nicht
verheiratet", dies ist unklar, geben Sie konkret an: ledig,
geschieden oder verwitwet.
2. Schulischer Werdegang.
Führen Sie in chronologischer Reihenfolge Art (z.B. Realschule,
Handelsschule) und Zeiträume der von Ihnen besuchten Schulen an,
machen Sie deutlich, welchen höchsten Schulabschluß Sie erreicht
haben.
Bei älteren und berufserfahrenen Bewerbern, mitunter aber auch
bei Berufsanfängern, wird es akzeptiert, wenn nur angegeben wird,
wann welcher Schulabschluß an welcher Schule erreicht worden ist.
3. Berufsausbildung.
Haben Sie eine Lehre o.ä berufliche Ausbildungen absolviert,
geben Sie hier Zeitraum und Art der Ausbildung sowie den Namen des
Ausbildungsunternehmens an (evtl. auch den erreichten Abschluß).
4. Studium.
Geben Sie Studiendauer (Beginn/ Ende), Fachgebiet, ggf.
Studienschwerpunkte, Name der Hochschule und den erreichten Abschluß
an. Sind Sie Studienfachwechsler, haben Sie an verschiedenen
Hochschulen studiert oder sind Sie Studienabbrecher, sollte auch
dies aus dem Lebenslauf hervorgehen. Das Thema der Diplomarbeit,
ggf. auch der Dissertation sollte nur dann angeführt werden, wenn es
in einem erkennbaren Bezug zur angestrebten Stelle oder den mit ihr
verbundenen Aufgaben steht.
5. Praktika.
Sollten Sie ein Praktikum absolviert haben, dokumentieren Sie
auch dieses über die Angabe von Zeitraum, Art des Praktikums und
Name des Unternehmens.
6. Beruflicher Werdegang/ Berufstätigkeiten.
Hier werden in chronologischer Form Angaben über Zeiträume, Art
und wesentliche Inhalte Ihrer Arbeitsverhältnisse sowie die Namen
Ihrer Arbeitgeber erwartet. Gibt es Zeiten einer Arbeitslosigkeit,
geben Sie auch diese an.
Natürlich müssen Sie auch Beginn, Art und die wesentlichen
Aufgaben Ihres derzeitigen Beschäftigungsverhältnisses anführen. Es
ist ganz besonders wichtig, daß sich der Leser darüber ein klares,
eindeutiges Bild machen kann. Es sollte erkennbar sein, für welches
Aufgabengebiet Sie zuständig sind (evtl. auch die damit verbundenen
wesentlichen Kompetenzen, Verantwortlichkeiten u.ä. angeben).
Selbst wenn Sie Arbeitszeugnisse oder Zwischenzeugnisse beilegen,
aus denen solche Informationen genauer hervorgehen, erwartet man
doch im Lebenslauf etwas ausführlichere Angaben über Ihre
Berufstätigkeiten - insbesondere die derzeitigen.
7. Besondere Kenntnisse und Erfahrungen, Weiterbildungen.
Hier können Sie alle beruflichen oder berufsnahen Erfahrungen,
Kenntnisse oder erworbenen Qualifikationen angeben, die über den
üblichen Stand hinausgehen und Ihre Eignung für die zu besetzende
Stelle noch unterstreichen. Sehr positiv wird es bewertet, wenn der
Bewerbungsempfänger daran erkennen kann, daß Sie aktiv und
systematisch Ihre Berufspersönlichkeit weiterentwickelt haben und
z.B. fachlich nicht auf der Stelle treten.
In diese Rubrik fallen auch Auslandserfahrungen,
Fremdsprachenkenntnisse, Seminare zur Stärkung Ihrer Führungs-,
Kommunikations- und Motivatonsfähigkeiten u.ä.
8. Hobbys, Freizeitinteressen, Mitgliedschaften.
Es ist nicht ganz unumstritten, bei Bewerbern wie
Bewerbungsempfängern, ob Angaben zu Hobbys u. ä. überhaupt in den
Lebenslauf gehören. Die Bewerbungspraxis zeigt uns allerdings, daß
ein Großteil der Bewerber hierauf eingeht.
Sind Sie Mitglied in Berufs- oder Fachverbänden o. ä.
Organisationen, die in Ihrem Beruf, Aufgabengebiet oder in Ihrer
Branche von Bedeutung sind, können Sie auch darauf hinweisen, ggf.
auch auf eine dort aktive Betätigung, z.B. Fachgruppensprecher.
Achten Sie darauf, daß Ihr Lebenslauf hinsichtlich seiner äußeren
Form, Gliederung und optischen Gestaltung übersichtlich angelegt ist
sowie keine sichtbaren Beschmutzungen (z.B. Reste von Tabakasche) u.ä.
aufweist. Am Ende wird der Lebenslauf mit Angabe von Ort und Datum
unterschrieben.
Quelle:
www.industrie-job.de/lebenslauf.shtml; Zugriff: 09-Jul-2002
(modifiziert).
In einer englischen Bewerbung nimmt der Lebenslauf noch immer die
dominierende Rolle ein. Allerdings ist ein deutlicher Trend in Richtung
Gleichgewichtung von Anschrieben und Lebenslauf wie in einer deutschen
Bewerbung zu erkennen. Nachdem der Cover Letter das Interesse nach
weiteren Informationen geweckt hat, muss das résumé genau die vom
potenziellen Arbeitgeber erwarteten Informationen liefern.
Format des Lebenslaufs.
Auch das Format des Lebenslaufs reflektiert, dass es bei einer Bewerbung
im englischsprachigen Raum im nur um jobrelevante Fakten geht. Das
Format ist nämlich nicht chronologisch sondern reverse chronological.
Der Lebenslauf beginnt mit den neuesten Informationen zuerst und endet
mit den Informationen, die zeitlich am weitesten entfernt sind.
Der Vorteil dabei besteht darin, dass der hiring manager
sofort das Wichtigste sieht, nämlich wie weit es der Bewerber bisher
gebracht hat. Und da die Personalverantwortlichen von heute im Rahmen
der Vorauswahl der geeigneten Bewerber nicht besonders viel Zeit in die
Begutachtung der Bewerbungsunterlagen investieren, nämlich maximal 5
Minuten.
Im englischsprachigen Raum werden zwei Formen des Lebenslaufs
unterschieden:
Quelle:
www.applyq.de.