Steve Jobs und Steve Wozniak
das Gründerduo
Steve Jobs, einer der beiden Gründer der Apple Inc., wurde am
24.02.1955 als Sohn unbekannter Eltern in San Francisco, U.S.A.,
geboren. Bereits als Baby wurde er von Paul und Clara Jobs adoptiert.
Das Paar adoptierte 1957 ein weiteres Kind, Jobs Schwester Patty. Die
Jobs entschlossen sich 1961 aus beruflichen Gründen zu einem Umzug nach
Mountain View, U.S.A.. Mountain View liegt inmitten dem als „Silicon
Valley“ bekannt gewordenen Santa Clara County, Californien. Seinen
Spitznamen, der in der Überschrift einer Artikelserie über die
Elektronikindustrie in der Fachzeitschrift „Elektronik News“ fiel,
erhielt der Landstrich 1971. Die Bezeichnung setzte sich bald weltweit
durch. In dieser Gegend, geographisch erstreckt sie sich nördlich von
San Jose bis südlich von San Francisco, hatte sich eine starke
Konzentration von Unternehmen der Elektronikbranche ereignet.
Hauptverantwortlich für diese Ballung war das Konzept der schon 1891
gegründeten Stanford University, deren Leitung von der Notwendigkeit
einer praxisbezogenen Lehre überzeugt war. Die Universität förderte die
Ansiedlung von Industriebetrieben, indem sie ihr ausgedehntes Gelände
günstig zur Pachtung anbot. Das Konzept war erfolgreich und eine
produktive Wechselwirkung zwischen Forschung und Industrie gelang. Bald
strömten die Betriebe in das „Silicon Valley“. Unter den sich
ansiedelnden Firmen befanden sich große Namen wie beispielsweise Hewlett
und Packard oder IBM sowie zahlreiche kleine Neugründungen. Waren es
zunächst eher Entwicklungsabteilungen, die sich in „Silicon Valley“
niederließen, traten bald auch immer mehr Fabrikanlagen für
Elektronikbedarf hinzu. Staatliche sowie private Fördermittel ließen
ebenso nicht lange auf sich warten und alle Seiten profitierten. Darüber
hinaus entwickelte sich das Valley zu einem Mekka für Laientüfftler und
Hobbybastler. Für diese „Szene“ war die Gegend mit ihren zahlreichen
Fertigungsstätten und Elektronikhändlern infrastrukturell ideal. Auch
Wissen wurde ausgetauscht unter Gleichgesinnten oder in Elektronikclubs.
Ein Paradies für leidenschaftliche Erfinder.
In diesem Klima verbrachte Steve Jobs seine Kindheit. Das
einzelgängerische Kind war so auch bereits mit 12 Jahren begeisterter
Elektronikbastler. Zu jener Zeit traf er erstmals mit Steve Wozniak
zusammen, der später Apple mitbegründen sollte. Wozniak, kurz „Woz“
genannt, war der Nachbar eines Schulkollegen Jobs. Woz, fünf Jahre älter
als Steve, galt schon damals als überzeugtes Elektroniktalent. Es sollte
für die beiden jedoch zunächst bei einem kurzen ersten Kontakt bleiben.
Steve Wozniak ist ein typisches Kind des „Silicon Valley“. Durch die
Berufstätigkeit seiner Eltern in Elektronikfirmen, ist er von klein auf
mit Elektronik vertraut. Zudem erhält er geradezu automatischen Zugang
zu Bauteilen. Er wird gemeinsam mit den anderen Kids des Valley zum
leidenschaftlichen Tüfftler. Insbesondere gelungene kleine Streiche
wirken motivierend und so eignet sich elektronisches Basiswissen rein
spielerisch an. Wozniak war schon in der Schule dem Lehrer des
Elektronikkurses als besonders fortgeschritten aufgefallen. Er
vermittelte „Woz“ einen Job in einer Computerfirma. Dort wird er auf den
ersten auf dem Markt erhältlichen Kleincomputer aufmerksam und studiert
seine Funktionsweise:
„Das Computersystem wurde für mich zu einem fazinierenden Hobby.
So wie viele Leute Kreuzworträtsel lieben, verliebte ich mich in den
Computer.“[45]
Wozniak beginnt selbst Computer zu entwickeln. Aus Mangel an
finanziellen Mitteln jedoch zunächst nur auf dem Papier.
„Wenn ich genug Geld gehabt hätte, hätte ich mir meinen eigenen
Computer gekauft. Aber ich hatte keins, und deshalb baute ich mir
meinen eigenen Computer.“[46]
Einige Jahre später gelang „Woz“ erstmals der Zusammenbau eines
Computers, ein einfaches 8-Bit-Gerät, das Schalter und Leuchtdioden als
Ein- und Ausgabeeinheiten besaß. Er nannte ihn „Creme-Soda-Computer“. Es
war Jobs, den ein Freund in Wozniaks Garage mitbrachte, um das neue
Produkt zu bewundern. Jobs war beeindruckt. Die beiden begannen sich
anzufreunden.
1971 wurde Wozniak auf ein Gerät aufmerksam, das, mittels Generierung
elektronischer Impulse, kostenlosen Zugang zu öffentlichen Telefonnetzen
ermöglichte. Gemeinsam mit Jobs nahm er die Herstellung eines solchen
Gerätes in Angriff. Nach einigen Monaten hatten sie einen
funktionstüchtigen Apparat konstruiert. Im Vergleich zu dem
existierenden Gerät war ihres kleiner und vor allem billiger. Es kostete
$40 statt bisher $1500. Es wurde ihr erster kommerzieller Erfolg.
Während dieses frühen Projektes kristallisierte sich die
charakteristische Arbeitsteilung der beiden heraus. „Woz“ war der
geniale Techniker, immer bereit zu einem elektronischen Streich. Jobs
war es, der das kommerzielle Potential erkannte und die notwendige
Hartnäckigkeit besaß die Fertigung und den Vertrieb zu organisieren.
Dabei lag in der Wahl seiner Mittel sein großes Talent. Aber 1972
beendeten verschärfte Fahndungen und Festnahmen ihr „Telefongeschäft“.
In den folgenden Jahren gingen beide ihren Studien nach. Wozniak
beendete diese schon nach dem dritten Semester in Berkeley und zog es
vor Geld zu verdienen. Er begann bei Hewlett-Packard als Entwickler zu
arbeiten. Auch Jobs hatte seine ohnehin ziellosen Studien in Reed,
Portland, Oregon, 1974 abgebrochen und begonnen für Atari, zurück in
„Silicon Valley“, zu arbeiten.
Aber das gemeinsame Hobby war nicht vergessen. 1975 gründet sich der
»Homebrew Computer Club«. Wozniak nahm von Anfang an an den Treffen teil
und auch Jobs besuchte sie bald. Inspiriert wurde die Gründung des Clubs
durch den „Altair 8800“, der erste auf dem Markt erhältliche
Mini-Computerbausatz. Mit dem „Altair“ begann die Revolution der
Personal-Computer. Die Clubmitglieder waren begeistert:
„The idea was to seize control of technology, to transform the
computer from an Orwellian instrument of oppression to a liberating
force.“[47]
Der „Altair“ legte eine technische Möglichkeit zur Verwirklichung
dieses Zieles nahe: die Entwicklung von Kleincomputern aus der
Eigenproduktion. Die Clubmitglieder teilten ihr Wissen, um sich selbst
und perspektivisch allen Computertechnologien zugänglich zu machen. Auch
Wozniak arbeitete wieder am Bau eines neuen Computermodells. 1976 führte
er Jobs seinen neuen Computer vor, den Apple I. Er besaß eine Tastatur
und war an einen normalen Fernseher anschließbar. Er war mit Basic
programmierbar und leistete mehr als die meisten Bausatzcomputer. Jobs
war auf Anhieb begeistert und schlug sofort eine Firmengründung vor.
Wozniak aber mochte seine sichere Anstellung bei Hewlett-Packard nicht
aufgeben. Jobs bezog einen Freund ein, Ron Wayne, den Außendienstleiter
bei Atari, um „Woz“ die Ernsthaftigkeit seiner Pläne unter Beweis zu
stellen. Wozniak willigte schließlich in Die Gründung ein. Am 1.April
1976 unterzeichneten die drei Partner den Vertrag. „Woz“ und Jobs
erhielten jeweils 45% und Wayne 10% des Unternehmens.
Apple war geboren.