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Das Unternehmen Apple

Von Jan Füllemann.

Akteure : Organisationen : Apple : Übersicht
29-Apr-2003/09-Jan-07


Übersicht

 

Die ersten Jahre

Die beiden Jungunternehmer standen vorerst vor einem finanziellen Problem. Bau- und Vertrieb des Apple I mußten vorfinanziert werden. Gemeinsam konnten die beiden jedoch gerade $1.300 aufbringen. Dann zeichnete sich unerwartet der erste Erfolg ab. Paul Terrel, der Inhaber der „Byte Shops“, mit die ersten Computerläden in den U.S.A., orderte 100 Apple I zu einem Stückpreis von $500. Steve Jobs gelang es schließlich, nachdem er zahlreiche Absagen erhalten hatte, Kredit in Form von Materiallieferungen auszuhandeln. Im Haus von Jobs Eltern bauten sie innerhalb von zehn Tagen die ersten zehn Apple I zusammen und lieferten sie Terrel aus. Terrel schlug ergänzend ein Gehäuse und ein Kassetten-Interface vor. Wozniak konstruierte beides. Ab Mai 1976 stand der Apple I für $666,66 in den „Byte Shops“ zum Verkauf. Die Verkaufsanzeige warb mit „Byte into an Apple“ für „das erste preiswerte Mikrocomputersystem mit Bildschirmanschluß und 8 Kilobyte RAM auf einer einzigen PC-Karte“.

Der Verkauf von einigen hundert Apple I gelang. Für Ron Wayne jedoch überwog die Sorge über das mit höherem Umsatz verbundene Risiko. Er verkaufte seine Beteiligung an „Woz“ und Jobs und verließ Apple. Die beiden waren wieder unter sich. Wozniak arbeitete indessen unbeirrt weiter an einer verbesserten Version des Apple I, dem Apple II:

„Der Apple II war der erste Personalcomputer nach heutigem Verständnis. Es war das erste Mal, dass eine Programmiersprache mitgeliefert wurde. Das war ein großer Schritt vorwärts. Der Apple II war der erste, der in einem Plastikgehäuse geliefert wurde, seitdem hat jeder Personalcomputer ein Plastikgehäuse. Der Computer verfügte vom Kauf an über eine hochauflösende Grafik sowie über eine Farb-Option. Es war der erste Computer, bei dem auch eine Sound-Ausgabe möglich war und der mit einem 48Kbyte großen Speicher ausgeliefert wurde.“[48]

Der Apple I hatte für eine gewisse Bekanntheit gesorgt. Der Apple II war das erste seriöse, marktrelevante Produkt. Mit diesem Produkt war es für Apple Zeit sich über Finanzierung, Organisation und Vertrieb ernsthaftere Gedanken zu machen. Woz arbeitete noch bei Hewlett und Packard, während Jobs seine Zeit mit dem Versuch den Apple II zu verkaufen zubrachte. Der jungen Firma fehlte es an unternehmerischer Professionalität.

Mike Markkula sollte diesen Mangel beheben. Als Marketing Manager und Aktionär bei Intel war er bereits zum Multimillionär geworden. Markkula sah sich den Apple II an und verliebte sich. Er wurde mit einem Drittel an der Firma beteiligt. Im Gegenzug erhielt Apple $91.000 Kapital und seine Bürgschaft auf einen $250.000 Kredit. Zudem bewegte Markkula „Woz“ seinen Job bei Hewlett und Packard endgültig aufzugeben und bestand auf ein professionelles Management. Mike Scott wurde als Geschäftsführer eingestellt:

„From the beginning, then, Apple was a partnership between two breeds of people: obsessed kids like Wozniak and Jobs, and older semiconductor professionals like Markkula and Scotts. The hobbyists, long-haired dropouts whose main tether to society was a passion for electronics, provided the dream; semiconductor guys, more mature and experienced, provided the skills, the drive, and the daring to make it real.“[49]

Apples Weg aus der Garage war geebnet.

1977 auf einer der ersten Computermessen im „Silicon Valley“ wurde der Apple II der Öffentlichkeit vorgestellt und erstmals, zu einem Preis von $1298, zum Verkauf angeboten. Die Messe war von Mitgliedern des Homebrew Computerclubs konzipiert und organisiert worden. Apple erhielt dadurch einen exponierten Platz auf dem Austellungsgelände. Markkula sorgte für professionellste Präsentation. Drei Exemplare des Apple II wurden für die Messe fertiggestellt. Die Vorführung wurde zu einem riesigen Erfolg. Zahlreiche Bestellungen, schon während der Messe, gingen ein. Das Geschäft begann zu boomen. Regis McKenna und seine Werbeagentur leisteten einen maßgeblichen Beitrag zum Erfolg.

Sie entwarfen das bis heute gültige Logo Apples, den bunten angebissenen Apfel. Und sie entschieden kurzerhand, den Apple II im Playboy Magazin zu bewerben. Bis dahin waren Anzeigen außerhalb von Computerfachzeitschriften völlig unüblich gewesen. Das Ergebnis war spektakulär. Apple gewann hohe Popularität. Die Bestellzahlen erhöhten sich drastisch.

1977 sollte Apple über 4000 Computer verkaufen. Im folgenden Jahr verdoppelte sich die Anzahl der verkauften Geräte. 1979, obwohl man schon meinte 1978 den maximalmöglichen Absatz erreicht zu haben, verkauften sich weit über 35.000 Exemplare. Der Umsatz belief sich 1979 bereits auf $49 Millionen. Zuvor war er von $770.000 im Jahr 1977 auf $7,9 Millionen im Jahr 1978 emporgeklettert. Zu Beginn des Jahres 1978 stellte Apple zudem sein von Wozniak neu entwickeltes Diskettenlaufwerk vor. Der Apple II hat so noch einmal an Attraktivität gewonnen. 1980 eröffnete Apple eine Niederlassung in Cork/Irland und begann mit der Produktion für den europäischen Markt. Im selben Jahr wurde die 100-Millionen-Dollar- Umsatzgrenze überschritten. Im Dezember des Jahres ging Apple an die Börse.

1978 hatte das Unternehmen bereits 60 Angestellte. Jeder Angestellte erhielt eine Nummer, die sich auf das Einstellungsdatum bezog. Steve Wozniak war die Nummer 1. Jobs erhielt auf sein Drängen hin die Nummer 0. Zwei Jahre später beschäftigte Apple über 1000 Mitarbeiter und zweistellige Angestelltennummern wurden wie Auszeichnungen getragen.

Apple hatte 1978 die Garage von Jobs Eltern verlassen und war in ein neues Firmengebäude in Cupertino, Californien gezogen. Zwei Jahrzehnte zuvor waren in dem Tal nur Pflaumenbäume zu finden gewesen. Inzwischen hatten sich dort hunderte von Technologiefirmen angesiedelt. Apple verteilte sich auf zwölf einfache ein- und zweistöckige Gebäude. Über jedem Eingang befanden sich Holzschilder mit dem Apple Logo darauf:

„Ich war ziehmlich fassungslos, als ich entdecken mußte, dass Jobs und Markkula auch nur in einem - wenn auch zweistöckigen - Holzhaus mit Schindeldach residierten. Es hätte für die Zweigstelle einer Versicherungsgesellschaft gepaßt, aber doch nicht für das Hauptbüro eines so schnell wachsenden Unternehmens.“[50]

Im Inneren der Gebäude waren entlang der Gänge kojenartige offene Büros aufgereiht. Jedes Büro war mit einem Computer ausgestattet. In den engen Gängen wimmelte es von umhereilender Belegschaft. Vor manchen Räumen bildeten sich Schlangen. Eine Kleiderordnung gab es nicht:

„Ich war verblüfft und etwas peinlich berührt, dass die Mitarbeiter bei Apple lässiger gekleidet waren als sogar die Monteure bei Pepsi.“[51]

Apple war Ende der siebziger Jahre ein junges chaotisches Unternehmen. Es erweckte mehr den Eindruck eines Unicampusses, als den einer 50 Millionen Dollar Firma. Nur die hohe Dichte von Mercedes und Porsche auf dem Parkplatz Apples wies darauf hin.

Obwohl die Verkaufszahlen des Apple II stetig anstiegen, war dem Management bewußt, dass es Folgeprodukte brauchte, um die Firma auch für die Zukunft abzusichern. Die Software für den Apple II wurde verbessert und erweitert. 1979 verfügte Apple über ein Textverarbeitungsprogramm namens „Apple Writer“. „Visicalc“, ein von Dan Fylstra entworfenes, völlig neuartiges Tabellenkalkulationsprogramm, war speziell auf den Apple II zugeschnitten. Zudem kam 1979 der erste Apple Drucker, der „Silent Writer“, auf den Markt. Diese und andere Faktoren erhöhten zwar die Attraktivität des Produktes, konnten aber nicht über die Nachteile des Apple II nicht hinwegtäuschen, insbesondere für den weniger erschlossenen Office Markt. Dem Apple II fehlte es an Speicherkapazität sowie an ausreichender Zeichenanzahl pro Zeile. Für den Officebereich war er die falsche Hardware.

Bei Apple entschied man sich eine erweiterte Apple II Version zu entwickeln, die speziell den Business Markt ansprechen sollte. Der Apple III wurde 1980 vorgestellt. Steve Jobs hatte auf ein kleines Gehäuse bestanden. Das enge Gehäuse machte eine Platinenverbindung notwendig, die sich als mangelhaft erwies. Der Apple III scheiterte auf dem Markt.

Jobs selber entwickelte 1979 die Grundidee für LISA (large integrated software architecture). LISA sollte eine neue Generation von Personalcomputern repräsentieren. Das Projekt wurde zusätzlich durch Jobs Besuch des „Palo Alto Research Centers“, kurz PARC, inspiriert. Das PARC war das Computerentwicklungszentrum der Firma Xerox. Es besaß, was innovative Technologieentwicklung betraf, einen ausgezeichneten Ruf. Apple war an Xerox herangetreten und hatte der Firma eine Beteiligung an Apple angeboten. Xerox willigte ein, sich mit 1 Millionen Dollar einzubringen und erhielten im Gegenzug ein Aktienpaket von 100.000 Aktien. Außerdem erlaubten sie Apple den Zugang zum PARC. Jobs war vom Anblick dessen, was er im PARC sah, auf Anhieb faziniert. Man hatte dort eine sogenannte Maus entwickelt, mit deren Hilfe man auf dem Bildschirm Symbole anklicken konnte und dadurch steuerte. Die Bildschirmoberfläche war grafisch als symbolischer Schreibtisch eingerichtet. Es gab einen „desktop“, Ordner und Papier. Jobs findet hier eine praktische Umsetzung seiner Vision: den bedienungsfreundlichen Computer, einen Computer für alle. Er möchte diese Elemente für den LISA übernehmen. Unter der Leitung von John Couch wird die LISA-Abteilung gegründet. LISA war dazu vorgesehen den Büromarkt zu erobern. Ein exclusives Werkzeug für höchste Ansprüche.

Während das Management auf die Zukunft blickt, boomt die Gegenwart. Am 12.12.1980 werden an der Börse innerhalb einer Stunde 4,6 Millionen Apple- Aktien verkauft. Der Kurs einer Aktie klettert an diesem Tag von $22 auf $29 und machte mehr als vierzig Mitarbeitern Apples zu Millionären und Multimillonären. Das „Silicon Valley“ und seine Startups hatten schon einige Besitzer und Angestellte zu Millionären gemacht, jedoch überlebten 80 Prozent dieser Erfolgsgründungen nur kurz. Bis hierhin hatte Apple es geschafft. Nun galt es diesen Erfolg im neuen Jahrzehnt zu halten.

Schwierige Jahre - Eintritt in das nächste Jahrzehnt

Die achtziger Jahre brachten für den Konzern einige einschneidende Veränderungen mit sich. Mitarbeiter Nummer 1, Steve Wozniak, verließ Apple. Markkula und Scott setzten auf das Projekt LISA. Ihre Bedenken richteten sich allein gegen Steve Jobs. Jobs Exzentrik sowie seine Unreife, er war zu jener Zeit 25 Jahre alt, ließen sie zu der Entscheidung kommen, Jobs keinerlei leitende Positionen mehr zu übertragen und vor allem, ihn vom Projekt LISA fernzuhalten. Sie überredeten ihn, den Verwaltungsratsvorsitz zu übernehmen und nunmehr nur repräsentative Aufgaben zu bekleiden. Jobs sollte als Werbeträger Apple in der Öffentlichkeit personifizieren. Letztlich akzeptierte Jobs.

1981 erhielt der sich weiterhin gut verkaufende Apple II die erste ernstzunehmende Konkurrenz. IBM, „the Big Blue“, stellte seinen Personalcomputer vor, den IBM PC. Als Marktführer sah Apple im IBM PC eine Ergänzung des Angebots, jedoch keine Konkurrenz. Der Mitbewerber wurde in großformatigen Anzeigen souverän mit „Welcome IBM. Seriously.“ begrüßt. Jedoch sollte das Scheitern des Apple III dem IBM PC bei der Eroberung des Office Markts den Weg ebnen. Schon 1982 hatte sich das für IBM entwickelte Betriebssystem MS DOS (Microsoft Disk Operating System) von Microsoft zur Standardsoftware im Bürobereich gemausert. „The Big Blue“ hatte den Sprung in das Personalcomputergeschäft geschafft. Apples Marktanteile sanken. Das Unternehmen sah sich gezwungen über seine Perspektiven nachzudenken. Apple war in Schwierigkeiten.

Mike Scott hielt daher weitere Umstrukturierungen, angesichts des schnellen Wachstums des Unternehmens wie auch angesichts des Mißerfolgs mit dem Apple III, für notwendig. Im Herbst 1980 unterteilte er Apple in Divisionen entlang der Produktlinien. Auch für Zubehör, Herstellung und Verkauf richtete er separate Abteilungen ein. Das Unternehmen ging einen Schritt weg vom Chaos, hin zur Struktur.

Apple steigert Umsatz um 115 Millionen US-Dollar

Apple hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2003 seinen Umsatz um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,545 Milliarden US-Dollar steigern können. Der Gewinn ging derweil von 32 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2002 auf 19 Millionen US-Dollar zurück.

Apple erzielte im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2003 mit seinen iMacs 301 Millionen US-Dollar Umsatz, während es im Vergleichsvierteljahr 2002 424 Millionen US-Dollar waren. Auch beim Power Mac G4 so wie bei den iBooks ging der Umsatz zurück, während Apple mit den Power Books 363 Millionen US-Dollar Umsatz erzielte gegenüber 234 Millionen vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vorquartal nahmen die Umsätze bei iMacs und Power Mac G4 ab, während sie bei den Notebooks stiegen.

Insgesamt seien 771.000 Macintoshs verkauft worden, teilt Apple mit. Im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es 808.000 und im Vorquartal 711.000.

In der Softwaresparte stieg der Umsatz von 121 Millionen US-Dollar auf 166 Millionen US-Dollar. Auf dem größten Absatzmarkt Amerika stieg der Umsatz von 818 Millionen auf 831 Millionen US-Dollar, in Europa von 275 Millionen auf 297 Millionen US-Dollar. In Japan blieb der Umsatz mit 168 Millionen US-Dollar auf dem Vorjahresniveau.

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Apple in US-Dollar (Das Geschäftsjahr beginnt jeweils zum Oktober):

Quartal Umsatz Nettogewinn/
-verlust
 1/00 2.340 Mio. 183 Mio.
 2/00 1.940 Mio. 233 Mio.
 3/00 1.820 Mio. 203 Mio.
 4/00 1.870 Mio. 170 Mio.
 1/01 1.000 Mio. -195 Mio.
 2/01 1.430 Mio. 40 Mio.
 3/01 1.480 Mio. 61 Mio.
 4/01 1.450 Mio. 66 Mio.
 1/02 1.380 Mio. 38 Mio.
 2/02 1.500 Mio. 40 Mio.
 3/02 1.430 Mio. 32 Mio.
 4/02 1.440 Mio. -45 Mio.
 1/03 1.470 Mio. -8 Mio.
 2/03 1.475 Mio. 14 Mio.
 3/03 1.545 Mio. 19 Mio.

Quelle: Heise Online.

Netmarks

Golem.de: "Apple kann Umsatz steigern. Gewinn geht im dritten Quartal 2003 zurück" (Unternehmen/ Märkte), 17.07.2003, 09:36,
 www.golem.de/0307/26489.html.

Heise Online: "Apple steigert Umsatz um 115 Millionen US-Dollar", Meldung vom 17.07.2003 00:36,
 www.heise.de/newsticker/data/anw-16.07.03-011.

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